Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Herbert Schraps

Herr Schraps ist Heilpraktiker für Hypnosetherapie in Idstedt. (© Schraps)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Schraps interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Heilpraktiker für Hypnosetherapie.

jameda: Herr Schraps, was hat Sie motiviert, Heilpraktiker für Hypnosetherapie zu werden? 

Herr Schraps: Ich bin ein sehr neugieriger Mensch, wenn es um allgemeines Wissen, Naturgesetze und Evolution geht. Besonders faszinierend fand ich schon immer das Gehirn. Es steuert jegliches Verhalten, jeden Gedanken und alle Gefühle, lässt uns Freude empfinden oder in eine tiefe Traurigkeit versinken. Ich interessierte mich schon lange für dieses besondere Zusammenspiel von Körper, Geist (Bewusstsein) und Seele (Unbewusstem). Mit Hilfe moderner selbstbestimmter Hypnoseprozesse kann man diese unglaubliche Leistung besser verstehen und zum Wohle des Patienten nutzen.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Herr Schraps: Patienten zu treffen, die unglaublich gut kämpfen können, sie bei diesem inneren Kampf zu unterstützen und mit Hilfe neurobiologischer Prozesse gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Die spannendsten Herausforderungen sind Menschen mit langjährigen Erkrankungen und Kinderbehandlungen. Hier kann man unglaublich viel über den Menschen lernen.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Herr Schraps: Mehr als 95 % der Menschen glauben noch immer, dass Hypnose ein fremdbestimmter Zustand ist. Das absolute Gegenteil ist natürlich der Fall. Daher leiste ich Aufklärungsarbeit vor Ort.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Herr Schraps: Da ich mit meinem Behandlungskonzept immer an die Ursachen gehe, ist jede Therapie für den Patienten Arbeit. Mal mehr und mal weniger. Der Patient muss auch verstehen, warum manche Dinge dauern. Daher ist eine spezielle Aufklärung nötig, frei nach dem Motto: Auch ein Baum benötigt Zeit, um zu wachsen.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Herr Schraps: Zuerst einmal: Ich habe keinen Therapieplan. Mein Therapiekonzept basiert auf der Selbstentwicklungsfähigkeit eines jedes Gehirns. Sowohl Therapie-Inhalt als auch mögliche „Hausaufgaben“ werden vom Unbewussten des Patienten strukturiert – nicht von mir und auch nicht vom Patienten. Schafft der Patient seine unbewussten Aufgaben nicht, so gibt es dafür einen Grund. Den lösen wir im hypnotischen Prozess und dann schafft er seine Aufgaben.

Das trancemed Zentrum bietet eine entspannte Atmosphäre für alle Patienten (© Schraps)
jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Herr Schraps: Ich nehme den Bereich, in dem ich mich mittlerweile sehr gut auskenne: Psychotherapie. Dazu gehört auch der Hausarzt. Er muss mehr Einblick in die moderne Neuropsychologie bekommen und wesentlich mehr Zeit und Handlungsspielraum für die Therapie erhalten. In der Psychotherapie ist es ähnlich. Vor lauter Leitlinien und Zeittaktungen bleibt der Mensch oft auf der Strecke.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Herr Schraps: Speziell in der Neuropsychologie bringen Experimente immer mehr Klarheit über das selbstorganisatorische Zusammenspiel im Menschen. Mittlerweile bestätigt die Wissenschaft in immer mehr Studien, was ich bereits seit vielen Jahren anbiete: Onlinetherapie, speziell für Menschen, die nicht reisen können oder beruflich stark eingebunden sind. Im Rahmen von Video-Sitzungen lassen sich so auch Probleme lösen, wenn meine Patienten krank sind, im Ausland arbeiten oder als Hausfrau und Mutter schlichtweg keine Zeit für viel Fahrerei haben.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Schraps: Es gibt sehr viele schöne Erfahrungen, außergewöhnliche Erkenntnisse, sehr traurige Erlebnisse und Patienten, die für ihre emotionale Freiheit unglaublich gekämpft haben.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Schraps: Ignorieren Sie niemals dauerhaft Ihre negativen Gefühle, denn dies erzeugt Probleme, Leiden und chronische Störungen. Wenn Sie das Gefühl haben, nur noch zu funktionieren, dann müssen Sie in Ihrem Leben etwas verändern, sonst verändert Ihr Leben Sie.

Zur Person

Herbert Schraps, Inhaber der Praxis Idstedt und Schloß Holte-Stuk., entwickelte die Gefühlshypnose-Therapie, die neurobiologische Mediation und veröffentlichte das Buch „Hypnosewahrheit 3.0“. Sein Motto: Der Therapeut hält sich aus der Therapie heraus.

Zur Praxis

Die Praxis liegt zehn Minuten von der A7 entfernt. In dem großen Behandlungsraum ist viel Platz für Entfaltung, Ruhe und Veränderung. Sein Praxisteam betreut jeden Patienten auch zwischen den Sitzungen via Smartphone, E-Mail oder Telefon.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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