So hilft Hypnose bei der Trauerbewältigung

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© evgenyatamanenko - fotoliaHypnose kann als wirksames Mittel zur Bewältigung im Trauerprozess eingesetzt werden (© evgenyatamanenko - fotolia)Nach dem Tod eines geliebten Menschen oder eines geliebten Tieres erleben Trauernde den Verlust - insbesondere am Anfang - als nicht wirklich real. Sie neigen sogar dazu, den Verlust zu verleugnen: "Das ist nicht wahr, er/sie kommt gleich wieder zu mir nach Hause!" Wie Hypnose helfen kann, damit umzugehen.

Trauer wird oft erst nicht wahrgenommen

Trauernde wollen den Verlust des geliebten Menschen einfach nicht wahrhaben und erleben ihn wie einen Albtraum, von dem sie hoffen, das er nicht Wirklichkeit ist. Allerdings empfinden Trauernde es dann so, als würden sie neben sich stehen und fühlen sich gespalten. Der Schmerz lähmt und betäubt sie.

Trotzdem können sie die Vorbereitungen für die Trauerfeierlichkeiten und andere formelle Dinge sehr selbstbewusst und souverän planen und durchführen. Sie erscheinen anderen Menschen angesichts des Verlustes als sehr stark.

Die schmerzhafte Phase der Trauer

Nach dieser Phase, wenn die Trauerfeierlichkeiten vorbei und die Trauergäste wieder abgereist sind, wenn die Einsamkeit in das Leben des Trauernden tritt, breitet sich langsam eine Wut auf diese schmerzhafte Situation aus. Der Trauernde fühlt sich von dem Toten alleine gelassen und fragt sich:

"Warum ich? Wer hat Schuld? Warum hat der liebe Gott mir das angetan? Warum habe ich einen geliebten Menschen verloren? Warum haben die Ärzte nicht mehr versucht?"

Der Trauernde wird wütend auf diese Situation, die sein Leben so gravierend verändert hat.

© MaleWitchi_StockTrauerbewältigung ist ein persönlicher und individueller Prozess, mit dem jeder Mensch anders umgeht (© MaleWitchi_Stock)Wut auf sich selbst: Die nächste Phase der Trauer

In der nächsten Phase richtet der Trauernde die Wut nun zunehmend auf sich selbst und sucht die Schuld an dem Dilemma bei sich. Er klagt sich an und entwickelt mehr und mehr das Gefühl, im Zusammenleben mit dem Toten versagt und nicht genug getan zu haben. Er spürt eine innere Leere und Niedergedrücktheit bis hin zur scheinbaren Aussichtslosigkeit. Wenn die Schuldgefühle und die Wut sehr heftig werden, können sogar Selbstmordgedanken entstehen.

Wut wird zu Depression 

Aus der anfänglichen Verleugnung und Verweigerung der Realität entwickelt sich Wut auf den Verlust des geliebten Menschen und schließlich eine Depression mit möglicher Selbstbestrafung. Jeder Trauernde durchläuft diesen Trauerprozess auf seine eigene Weise und in seiner eigenen Zeit. Es kann auch passieren, dass der Trauernde immer wieder in die verschiedenen Phasen der Trauerreaktion zurückkehrt und sich der Erlebens- und Gefühlsprozess wiederholt.

Wie kann der Trauerprozess behandelt werden?

Der Trauernde kann durch eine medizinische Hypnosetherapie begleitet werden, sodass er seinen persönlichen Weg findet, die Liebe zu sich und dem Toten wiederzufinden. So wächst langsam und schrittweise die Bereitschaft, die Realität und den Verlust zu akzeptieren.

Wie funktioniert die Behandlung mit Hypnose?

Durch die medizinische Hypnose wird der Trauernde in jeder Phase des Trauerprozesses zur
Bewältigung seiner Trauer individuell begleitet. Die medizinische Hypnose hilft dem Hinterbliebenen, eine nützliche Beziehung zum Verstorbenen wiederzufinden, was weitgehend ein unwillkürlicher Prozess aus dem Unbewussten heraus ist.

Wie sich die Gefühle des Trauernden gegenüber des Verstorbenen entwickeln, ist das Ergebnis des unbewussten und sehr eigenen Trauerprozesses, der durch den Hypnosetherapeuten individuell begleitet wird, sodass eine Versöhnung mit dem Schicksal stattfindet.

© Photographee.eu - FotoliaMit Hypnose wird der Patient an einen Ort imaginären Ort gebracht, an dem er sich wohl fühlt - Hier kann die Trauer verarbeitet werden (© Photographee.eu - Fotolia)Wie in einer Meditation, die in der Hypnosetherapie „Trance“ genannt wird, entspannt sich der Trauernde und findet in seiner Vorstellung einen angenehmen Ort der Geborgenheit und der inneren Ruhe.

Dieser Ort kann in der Natur sein, an einem Strand oder in den Bergen, vielleicht auf einer Wiese oder in einem Wald; es kann auch ein Ort in sich selbst sein oder ein Platz, den er vorher noch nie gesehen hat. Auf einer imaginären Suchreise kann er nun für seinen geliebten Verstorbenen ebenfalls einen angenehmen Ort finden, an dem er gut geschützt ist. Der Verstorbene ist dort aufgefangen, gerettet und kann nicht mehr verloren gehen. An diesem inneren Ort kann der Trauernde seinen geliebten Menschen jederzeit besuchen, mit ihm Kontakt aufnehmen und so einen inneren Dialog erleben.

Der Trauernde hat den geliebten Menschen in seinem Herzen begraben und lässt ihn nicht alleine in einem kalten Grab zurück. Diese Gefühle werden hypnotherapeutisch verankert und der Trauernde kann so die positiven Aspekte und die Beziehung zu dem Verstorbenen wieder integrieren.

Wie hilft mir die Hypnose, über die Trauer hinwegzukommen?

An diesem Ort der Geborgenheit und inneren Ruhe entwickeln sich auch heilende Gefühle des Beschenktseins. Es können auch Gefühle der Dankbarkeit dem Verstorbenen gegenüber entstehen und die Trauer kann in innere Ruhe umgewandelt werden. In der hypnotischen Trance kann mit dem Verstorbenen über ein neues Leben nachgedacht und verhandelt werden. Im inneren Erleben wird der Verstorbene zu einem Berater.

So gelingt es nun, eine neue Ausrichtung auf die - durch den Tod - veränderte Wirklichkeit vorzunehmen. Es tritt seelischer Frieden ein, die neue Realitätskontrolle wird stabilisiert und in Harmonie mit dem Verstorbenen akzeptiert. Der Trauernde richtet sich wieder auf seine eigene Zukunft aus. Dort kann der Trauernde von seinem geliebten Verstorbenen imaginär begleitet und beraten werden. Der Trauerprozess ist erfolgreich abgeschlossen!

Wer kann die Hypnosetherapie durchführen?

Damit die medizinische Hypnose gelingt, ist das Vertrauen zum Therapeuten enorm wichtig.
Der Hypnotherapeut sollte auch eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung haben und eine
Heilerlaubnis besitzen, also Heilpraktiker oder Arzt sein.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


01.10.2017 - 18:18 Uhr

Ich bin seit fünf Jahren positiv an Parkinson...

von Brunhilde W.

... getestet, seit meinem Tinitus 2012 bin ich in Behandlung mit T;C:M. Mit der Behandlung bin ich sehr zu frieden, mein Tinitus hält sich in Grenzen. Die Akkupunktur für den Parkinson und mit Manueller Therapie ist optimal. Eine überzeugte Patientin, ich kann es nur weiterempfehlen!


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