Ein neues Wundermittel in der Medizin? Wie Kurkuma auf die Gesundheit wirkt

Dr. Spiekermann

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© 9nong - FotoliaKurkuma wird in der Medizin u.a. als Schmerzstiller eingesetzt (© 9nong - Fotolia)Curcumin, oder auch Kurkuma, ist zur Zeit in aller Munde. Doch was hat es mit dem Extrakt der indischen Gelbwurz auf sich?
 
Bei Curcumin handelt es sich um einen sekundären Pflanzenstoff, ein sogenanntes Flavonoid, das aus der Pflanze Curcuma longa gewonnen wird und das dem Curry seine intensive gelbe Farbe verleiht.

Der Wurzelstock der Curcuma longa spielt in der ayurvedischen Medizin seit langem als Heilpflanze eine wichtige Rolle. Seine Verwendung ist in Indien seit 4.000 Jahren belegt: Er wird zu den „heißen“ Gewürzen gezählt, denen eine reinigende und energetisierende Wirkung zugesprochen wird.


Positive Wirkung bei Krebserkrankungen

Aber was sagt die Schulmedizin zu den vielfältigen positiven Wirkungen, die dem Kurkuma zugeschrieben werden? Einige der auch von der Schulmedizin als gesichert angenommenen Effekte sollen im Folgenden erläutert werden.

Mehr als 3.000 Studien gibt es mittlerweile, die sich hauptsächlich mit der Wirkung auf Krebserkrankungen beschäftigen. Die krebshemmenden Effekte des Kurkuma dürfen als gesichert angesehen werden: In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass Curcumin eine positive Wirkung bei Brustkrebs, Prostatakrebs und Darmkrebs hat. So ließ sich z.B. die Zahl und Größe von Darmpolypen, einer möglichen Vorstufe von Darmkrebs, deutlich reduzieren

Darüber hinaus verringert Kurkuma die Entwicklung eines Zelltyps, der für die Resorption von Knochensubstanz verantwortlich ist und wirkt so dem Knochenabbau entgegen.

Und nicht zuletzt konnte auch die entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung von Curcumin nachgewiesen werden: Sie kommt durch die Hemmung von Enzymen mit so exotischen Namen wie NO-Synthase, Lipoxygenase und Cyclooxygenase-2 zustande, die für die Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen zuständig sind.


Also alles im grünen Bereich?

Nicht ganz, denn wo Licht ist, ist auch Schatten. Je nach Medikamenten, die der Patient sonst noch einnimmt, insbesondere bei bestimmten Chemotherapeutika, kann Curcumin die Wirksamkeit der Arzneimittel verringern und zum Teil sogar aufheben.

Und da Kurkuma nur sehr schlecht aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert wird, kann der Körper bei oraler Aufnahme kaum darüber verfügen. Die in den Studien erzielten Blutwerte lassen sich selbst mit neuen Curcuminpräparaten nicht erreichen.


Also was tun?

Zum einen muss sichergestellt werden, dass der Körper über das Curcumin frei verfügen kann. Dies gelingt als Infusion am besten, bei der Kurkuma besonders aufbereitet und dann direkt in die Vene gegeben wird.

Und zum anderen gehört Kurkuma in die Hände eines erfahrenen Therapeuten, der auch die Kontraindikationen kennt. Nur so ist sichergestellt, dass die positiven Wirkungen des Curcumins erreicht werden können, ohne unerwünschte Nebeneffekte in Kauf nehmen zu müssen.

Je nach Indikation lassen sich entweder als alleinige Infusion oder in Kombination mit Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D oder Vitamin E gute Erfolge erzielen. Zur Anwendung kommt die Infusionstherapie z.B. bei Arthrose oder rheumatischen Erkrankungen, bei denen mit herkömmlichen Schmerzmitteln nur unzureichende Therapie-Erfolge erzielt werden konnten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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