Artikel 08/01/2018

Mykotherapie bei Arthrose - Was hat Arthrose mit Pilzen zu tun?

Team jameda
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Pilze kennen die meisten von uns nur als Nahrungsmittel. Ich gehörte auch dazu, bis meine Frau unserer sechsjährigen Labradorhündin wegen Hüftgelenksarthrose und unserem siebenjährigen Labradorrüden wegen Blasenproblemen Vitalpilze ins Futter mischte. Ich traute meinen Augen nicht: Zwei „junge“ unternehmungslustige, spazierfreudige Hunde erhielt ich zurück.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an die „Entwicklung“ der Hyaluronsäure. Sie hat bekanntlich in der Veterinärmedizin eine erheblich längere Tradition als in der modernen Humanmedizin. Tierärzte spritzen schon seit über 50 Jahren bei Pferden Hyaluronsäure in das erkrankte Gelenk. Erst Jahre später fand die Hyaluronsäure diese Bedeutung auch in der Humanmedizin.

Was sind Vitalpilze?

Vitalpilze gehören zu den ältesten Naturarzneien der Menschheit. In Asien sind Pilze seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der Medizin. Zunehmend werden sie auch bei uns eingesetzt, um Krankheiten zu heilen.

Bereits im 12. Jahrhundert berichtete die heilige Hildegard von Bingen über Heilmethoden ihrer Zeit. Heutzutage stellen Pilze die Grundlage bedeutender Medikamente dar. Die wertvollen Inhaltsstoffe machen die Pilze so interessant. Für einige heute bedeutsame Medikamente waren Pilze die Grundlage. Ein bekanntes Beispiel ist die 1928 eher zufällige Entdeckung des uns allen bekannten Antibiotikums Penicillin.

Wie können Pilze in der Arthrose- und Arthritisbehandlung eingesetzt werden?

Zur Arthrose- und Arthritisbehandlung eignen sich insbesondere Vitalpilze.

Sie enthalten u.a. für die Gelenkstruktur wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Lebensnotwendige Spurenelemente helfen, Schmerzen mit wenig Nebenwirkung zu lindern, Schwellungen zu mindern und Muskelverspannungen zu lösen. Sie sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, z.B. als getrockneter Pilz, als Extrakte und als Pilzpulver.

Welche Pilze kommen für die Behandlung in Frage und wie wirken sie?

  • Der Maitake, auch Klapperschwamm genannt, wächst als Speisepilz genauso wie der Shiitake, der Hericium und der Pleurotus auch in Deutschland. Der Pilz enthält eine ganze Reihe an Vitalstoffen. Vor allem der hohe Gehalt an Ergosterol, der Vorstufe von Vitamin D, ist bemerkenswert. Er findet auch bei Osteoporose Anwendung.
  • Der Shiitake gilt als der „König der Pilze“. Er enthält eine Vielzahl an Vitalstoffen, u.a. Mineralstoffe wie Kalzium, Phosphor und Eisen. Zudem ist er reich an Ergosterol (Provitamin D) und essenziellen Aminosäuren. Er wirkt allgemein auch schmerzlindernd. Wegen seiner basischen Inhaltsstoffe findet er u.a. bei Rheuma, Gicht und Arthritis Anwendung.
  • Der weltweitverbreitete Reishi, der „Pilz der Unsterblichkeit“, hat einen positiven Einfluss auf die Muskulatur. Er soll sie beruhigen und entspannen. Auch Entzündungsprozessen der Gelenke wirkt er aufgrund seiner schmerzlindernden und entzündungshemmenden Inhaltsstoffe entgegen.
  • Der Agaricus blazei Murrill (ABM) wird auch „Pilz des Lebens“ genannt. Seine ursprüngliche Heimat ist der Regenwald. Er ist aus ausgewogenen Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren zusammengesetzt, die ihn für unsere Knorpel und vor allem für unser Immunsystem so wichtig machen.
  • Der Cordyceps sinensis (Raupenpilz) stammt ursprünglich aus dem tibetischen Hochland. Er wirkt stabilisierend auf die Knochensubstanz und wird deshalb erfolgreich in der Arthrosebehandlung und bei Osteoporose eingesetzt.
  • Der Polyporus umbellatus (Eichhase) kann aufgrund seines entwässernden Effektes bei Gelenkschwellungen, beispielsweise bei einem „dicken“ Kniegelenkes eingesetzt werden.
  • Der Pleurotus ostreatus (Austernseitling) soll Sehnen und Muskeln stärken und entspannen und findet daher bei Gelenk-, Muskel- und Sehnenbeschwerden Anwendung. Auch bei Kreuzschmerzen und „Hexenschuss“ wird er eingesetzt. 1951gelang es, aus dem Pleurotus die antibiotisch wirksame Substanz Pleuromutilin herauszustellen. Auch Lovostatin, eine cholesterinsenkende Substanz, bildet der Pleurotus.
  • Der Hericium erinaceus (Igelstachelbart oder auch Affenkopfpilz) findet Anwendung bei begleitenden Nervenschmerzen, die beispielsweise durch Arthrose der kleinen Wirbelgelenke verursacht werden.

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