Osteopathie bei Geruchs- und Geschmacksstörung nach einer Covid-Infektion

Wie kann Osteopathie nach einer Corona-Infektion helfen? (© photophonie - fotolia)

Der Lymphring des Rachens ist die Eintrittspforte in den Körper für die Atmung und die Ernährung. Dort findet der erste Kontakt mit Fremden statt. Über die Lymphe muss dann eine Immunantwort des Körpers aktiviert werden.

Viren haben eine große Affinität zum Nervensystem und "verstecken" sich dort. Dies passiert z. B. auch bei Herpesviren. Sollte der Organismus des Patienten geschwächt sein, kommt es zu einer Erkrankung.

Daher ist es wichtig, den Lymphfluss in diesem Bereich fit zu machen, damit er die Virenlast bekämpfen kann.


In welchen Bereichen kann das Lymphsystem gestärkt werden?

Im Bereich des Rachens, dem Mundboden und den Kopfgelenken, liegen die großen vegetativen Nervensysteme, die u.a. den Geschmack und Geruch steuern. Da die Geschmacksnerven im Mundbodenbereich liegen, muss hier die Spannung im Bereich des Kiefers und der Zunge gelöst werden. Auch die Speicheldrüsen und deren Sekret wirken bei der Verdauung und der Immunität mit. Diese Nervensysteme sollten gut gleiten können.

Lymphe und Liquor sind ein Teil des venösen Systems. Der Liquor umspült die Nerven und dient damit ihrer Ernährung und Reinigung.

Erst seit kurzem ist bekannt, dass das Gehirn auch über ein Lymphsystem verfügt, das entlang der großen Gefäße das Gehirn durchzieht. Die Sinusse, in denen venöses Blut geführt wird, sind ein Teil der Hirnhäute. Die Spannung in diesem duralen System spielt eine wichtige Rolle für den Fluss des Liquors. Diese Hirnhäute setzen sich bis zum Kreuz- und Steißbeinbereich fort. Daher muss auch der Beckenbereich therapeutisch bedacht werden. Das tiefe Venensystem fließt netzstrumpfartig um das Rückenmark herum zurück und hat Kontakt mit dem venösen System des Schädels.

Welche osteopatischen Behandlungen können helfen?

Eine wichtige osteopathische Technik ist hier die Duraschaukel. Neben dem Kopfbereich sind aber auch der Brustkorbeingang und mögliche Verspannungen in diesem Bereich wichtig. Ein Lösen hier ermöglicht einen besseren Rückfluss der Lymphe in das venöse System und das Herz kann das arterielle Blut dann ungehinderter ausstoßen.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Zwerchfell. Mit Hilfe der Atmung ist das Zwerchfell die größte Venen- und Lymphpumpe. Durch die Zwerchfellschenkel zieht die Aorta. Spannungen hier beeinträchtigen das Venen- und Lymphsystem.

Da circa 60 % der Immunität im Darmbereich sitzt, sollte auch hier der Lymphfluss angeregt werden.

Fazit

Die Behandlung des Liquor- und Lymphbereichs sind in der Osteopathie schon immer ein wichtiges Thema, für das es viele Herangehensweisen gibt.

Auch schon vor Corona war es therapeutisch wichtig, mit osteopathischen Techniken eine "Blockade" im Lymphsystem zu lösen, um dieses fit zu machen, damit es dann heilend wirken kann. Erfahrungen in der Praxis haben diese Herangehensweise der Osteopathie immer wieder bestätigt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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