Das jameda-Interview: 9 Fragen an Tanja Dietzinfo_plain_20gr

Frau Tanja Dietz ist als Heilpraktikerin in Fürth tätig. (© Dietz)

Ärzte und Heilpraktiker haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Tanja Dietz interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Heilpraktikerin.

jameda: Frau Dietz, was hat Sie motiviert, Heilpraktikerin zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Frau Dietz: Bevor ich meine Ausbildung zur Heilpraktikerin begonnen habe, war ich bereits über 10 Jahre hauptberuflich im Bereich Massage und Prävention tätig. Ich bin kein Mensch, der gut mit Stillstand umgehen kann. Ich wusste immer, dass da noch mehr möglich ist – mehr Hilfe für Patienten mit den verschiedensten Problemen – mehr Einflüsse und Blickwinkel aus verschiedenen Therapieansätzen – mehr Effizienz bei einzelnen Behandlungen. Die Kombination aus Osteopathie, Naturheilkunde, Hormontherapie und Ernährungsberatung ist für mich einfach sinnvoll und sehr hilfreich für meine Patienten.

Zur Osteopathie bin ich eher zufällig gekommen, zu einer Zeit, in der es noch nicht allzu viele Osteopathen gab. Ich hatte nach der Entbindung meines ersten Kindes starke Beschwerden, bei denen mir kein Mediziner wirklich helfen konnte. Nun, was soll ich sagen, ich war zweimal beim Osteopathen, der mir als einziger erklärte, was bei meiner Entbindung passiert sein musste und war danach schmerzfrei. Ich fand das sehr beeindruckend und war sofort verliebt in diese Therapieform. Zu diesem Zeitpunkt begann meine Bildungsreise mit Ziel Osteopathin und Heilpraktikerin.

Mit dieser Erfahrung im Rücken, liegt mir der Bereich Frauengesundheit sehr am Herzen. Hier versuche ich, meinen Patientinnen mit sinnvollen Behandlungskonzepten aus Osteopathie, Massage (auch für Schwangere in Bauchlage), Hormon- und Ernährungsberatung einfühlsam zur Seite zu stehen. Ich finde es wichtig, Dinge durchaus auch ausführlicher zu erklären, damit Frau weiß, worum es geht...

Wenn man viele Frauen behandelt, muss man sich natürlich regelmäßig auch mit dem Thema Optik beschäftigen. Denn wie eine Frau aussieht, bestimmt zu einem gewissen Teil, wer sie ist. Das ist daher für mich ein wichtiger Aspekt der ganzheitlichen Betreuung meiner Patientinnen. Ästhetische Behandlungen sollten in einem vertrauensvollen Rahmen stattfinden. Daher ist die Anamnese für mich hier von besonderer Wichtigkeit. Ich setze meinen Fokus auch hierbei auf ausreichend Zeit für meine Behandlungen, auf qualitativ hochwertige Produkte und ganzheitliche, moderne Konzepte.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Frau Dietz: Mein Tätigkeitsschwerpunkt ist klar die Osteopathie und Massage. Vielleicht ist es in meinem Fall die Kombination aus beiden Therapien, die meine Behandlungskonzepte ausmachen.

In der Osteopathie wird der Mensch als "Ganzes" gesehen, jedes System hat Einfluss auf die anderen. Das ist genau der Ansatz, den ich mit meiner Arbeit verfolgen möchte. Manchmal ist es sinnvoll, bei einer schmerzenden Schulter über den "Tellerrand" – also die Schulter hinauszusehen. So kann man sich den korrelierenden Organen oder der Gesamtkörperstatik zuzuwenden, um die Ursache des Problems zu finden und letztlich passend zu behandeln. Ich hatte natürlich schon so einige Rücken in meinen Händen, was mir ein gewisses "Gefühl" für Gewebe gibt, wovon ich in meiner Arbeit jeden Tag aufs Neue profitiere.

Die Arbeit mit Schwangeren und Frauen im Allgemeinen liegt mir sehr am Herzen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Thema Hormone, Wechseljahre und Schwangerschaft mit all ihren Wehwehchen bei vielen Medizinern zu kurz kommt. Ich wende mich diesen Problematiken gerne zu und freue mich über dankbare Patientinnen, denen ich vielleicht helfen konnte.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Frau Dietz: Meine Kollegin und heute Praxispartnerin Stefanie Wolf-Schaffer. Sie ging ihren Weg zur Osteopathie sehr geradlinig, ist eine Powerfrau mit Vernunft, Weitsicht und einem wahnsinnig großen Wissensschatz. Stefanie hat mich unter ihre Fittiche genommen und ist dabei nie müde geworden, mich zu fördern – ich habe von der Besten gelernt.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Frau Dietz: Unsere nagelneue Praxis in Fürth verfügt über sehr schöne Räumlichkeiten und viel Platz, was die tägliche Arbeit sehr erleichtert. Ich freue mich, meinen Patienten auch zukünftig die Möglichkeit der Online-Terminbuchung ermöglichen zu können.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Frau Dietz: Da gibt es viel – die Medizin ist immer in Bewegung. Corona spielt hier natürlich aktuell eine sehr wichtige Rolle, der sich auch die Alternativmedizin zuwenden muss. Wir sind hier noch am Anfang der Forschung und der Erkenntnis, ich bin sehr gespannt, welche Therapiekonzepte sich hier zukünftig etablieren.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Frau Dietz: Ich lasse mir Zeit für meine Patienten und versuche, mir immer die ganze Geschichte hinter einer Erkrankung bzw. dem Menschen anzuhören, um eine Vertrauensbasis zu schaffen. Ich begegne meinen Patienten immer auf Augenhöhe. Außerdem achte ich auf eine schöne Umgebung, in der sich meine Patienten wohlfühlen. Ich habe immer ein offenes Ohr und versuche auch in Sachen Terminvergabe entgegenkommend und möglichst flexibel zu sein.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Frau Dietz: Über die Jahre haben sich natürlich diverse freundschaftliche Beziehungen zu Patienten entwickelt. Man kennt sich, wächst zusammen, das ist bei mir wohl ähnlich wie beim Friseur. Ich freue mich sehr über jahrelange Treue – auch in schwierigen Zeiten wie Corona.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Dietz: Eine junge Patientin kam vor einiger Zeit sehr verzweifelt zu mir. Sie klagte über Nahrungsmittelunverträglichkeiten jeglicher Art. Eigentlich hatte sie sich in den Monaten vor unserem Termin von nur vier Lebensmitteln ernährt und war dementsprechend unterversorgt und psychisch labil. Die Chemie stimmte bei uns beiden, sie vertraute mir und zusammen haben wir es geschafft, dass diese junge Frau heute nahezu alles essen kann, zudem über 20 kg Gewicht reduziert hat und besser aussieht als je zuvor. Ihre Blutwerte lassen staunen. Sie ist bis heute regelmäßig zur Osteopathie in meiner Praxis. Ich freue mich wirklich jedes Mal, dass ich helfen konnte, das Leben dieser Frau wieder ein bisschen schöner zu machen. Das sind die Erfahrungen, für die man einen Beruf wie meinen wählt.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Dietz: Gesundheitsvorsorge ist immer besser als Nachsicht!

 

Zur Praxis

Meine Naturheilpraxis befindet sich in Fürth Ronhof in der Seeackerstr. 16.
Zusammen mit meiner Kollegin Stefanie Wolf-Schaffer beziehen wir im Oktober 2022 unsere neuen Räumlichkeiten. Unser Praxishaus wurde speziell auf unsere Wünsche abgestimmt und neu gebaut. Die schönen, hellen Räume sind stilvoll eingerichtet und laden hoffentlich zum Bleiben ein. Ich verfüge über zwei separate Behandlungszimmer und großzügige Warteräume.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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