Nervöse Blase - Hilfe durch Osteopathie

Bei einer nervösen Blase können osteopathische Techniken helfen. (© DenisNata - fotolia)

Eine nervöse-, hyperaktive- oder Reizblase kann die Lebensqualität der betroffenen Frauen in jedem Lebensalter erheblich beeinträchtigen. Die Ursachen können vielfältig sein. Merkmal ist das abrupte Auftreten des Harndrangs, dem dann zügig nachgegangen werden muss, um unangenehme Folgen zu vermeiden. Die Betroffenen richten ihren Alltag ganz auf diese Symptomatik aus. Veranstaltungen ohne die Möglichkeit, zügig ein stilles Örtchen aufsuchen zu können, fallen flach.

Im Extremfall traut man sich kaum noch aus dem Haus. Therapieversuche gibt es viele: Beckenbodenübungen, Miktionsprotokoll, Achtsamkeitsübungen, lokale Östrogentherapie der Scheide, Medikamente mit mehr oder weniger gut verträglichen Nebenwirkungen, Elektrostimulation, lokale Botoxinjektionen. Die Ergebnisse sind nicht immer zufriedenstellend.

 

Ursachen

Die Muskulatur der Harnblase und der Harnröhre wird von verschiedenen Nervensystemen versorgt. Das ist auch sinnvoll, denn wenn die Muskulatur des Blasenkörpers entspannt ist, um möglichst viel Volumen aufnehmen zu können, muss der Schließmuskel angespannt sein, um einen sicheren Verschluss zu gewährleisten. Ab einer gewissen Füllmenge (ca. 200-300ml) melden die Druckrezeptoren, die gleichmäßig im gesamten Bereich der Harnblase verteilt sind, dass es praktisch wäre, demnächst mal ein stilles Örtchen aufzusuchen.

Passt grad nicht? Nicht tragisch, die Blase kann warten. Und bei passender Gelegenheit kehrt sich das Anspannungs- und Entspannungsmuster um- die Muskulatur des Harnblasenkörpers wird angespannt und zieht sich zusammen, gleichzeitig wird die Muskulatur des Schließmuskels entspannt und der Inhalt freigegeben. Im Falle der hyperaktiven Blase sieht die Meldung allerdings ganz anders aus: Alarm, ich bin randvoll und muss jetzt SOFORT. Man könnte sagen, es handelt sich um einen Softwarefehler, der sich häufig im Lauf des Lebens immer weiter verstärkt.

 

Therapie 

Durch osteopathische Techniken ist es sehr häufig möglich, diese Fehlsteuerung umzuprogrammieren. Die Osteopathie an sich ist eine ganzheitliche Heilmethode. Der/ die Osteopath* in nimmt mit den Händen Kontakt zum Gewebe auf und spürt so Störungsmuster und ihre Ursachen auf. Im Falle der Reizblase liegt die Hauptursache nicht unbedingt immer in der Blase an sich, manchmal spielt auch der Kopf eine Rolle, osteopathisch kann das unterschieden werden.

Für die osteopathische Behandlung der Blase und der Harnröhre ist der Zugang über die Scheide ideal. Dadurch werden Verspannungen im kleinen Becken gezielt aufgespürt und gelöst. Im Regelfall reichen eine bis drei Behandlungen aus. Die Methode ist angenehm, nicht invasiv und nebenwirkungsfrei. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die jeweilige Osteopathin zu fragen, ob sie die vaginalen osteopathischen Techniken beherrscht.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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