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ACT (Acceptance Commitment Therapie) – Ängste annehmen und loslassen

Dr. Fromm

von
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© seventyfour - fotoliaStändige Ängste können sich zu einer großen Belastung im Alltag entwickeln - ACT kann helfen! (© seventyfour - fotolia)Die Acceptance-Commitment-Therapie (kurz ACT) ist ein Ansatz, der mit viel Erfolg zur Behandlung von Angststörungen eingesetzt wird und mittlerweile als wirksame (evidenzbasierte) Therapiemethode bestätigt wurde.


Was ist das Besondere an ACT?

ACT kann man als ein achtsamkeitsorientiertes Verfahren verstehen, das Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie mit fernöstlichen Heilmethoden (und hier insbesondere meditativen Übungen) verbindet.


Was passiert, wenn Ängste Überhand nehmen?

Wenn Menschen ihren Alltag nicht mehr im Griff haben, sich nicht mehr in die U-Bahn, enge Räume oder unter Menschen trauen, entsteht Leidensdruck. Betroffene werden von ihren Ängsten beherrscht. Für viele scheint es so, als seien die Ängste aus dem Nichts gekommen und plötzlich dagewesen. Das ist aber meist nicht der Fall. Denn übermäßige Ängste entwickeln sich häufig durch viele kleine belastende Ereignisse. Dabei werden sie durch das eigene Verhalten noch verstärkt. Betroffene geraten in zermürbende Gedankenkreise und versuchen, Angst auslösende Situationen zu vermeiden.

Das ist zwar verständlich, aber leider genau das Falsche: Je mehr man versucht, Ängste zu verdrängen und zu kontrollieren, umso hartnäckiger bleiben sie bestehen. Indem Betroffene erkennen, dass die Entwicklung der Angstsymptomatik ein Prozess ist, der sich langsam und auch mit ihrer eigenen Beteiligung aufgebaut hat, fühlen sie sich ihr nicht mehr hilflos ausgeliefert. In der ACT lernt der Klient, die Situation so anzunehmen, wie sie ist. Das gelingt oftmals viel einfacher, als es sich anhört.


Meditation als Handwerkszeug

Sich mithilfe meditativer Techniken auf das „Hier & Jetzt“ zu konzentrieren hilft, belastende Ängste loszulassen. Es geht darum, sich auf den Moment zu fokussieren und dadurch alle negativen Gedanken, die kommen auch, wieder gehen zu lassen, ohne sie zu bewerten. Die Übungen sind leicht zu erlernen und können nach einer Einführung ohne therapeutische Hilfe genutzt werden. Damit wissen sich Betroffene in belasteten Situationen selbst zu helfen und fühlen sich wieder handlungsfähig.

Je mehr von solchen Momenten wir im Alltag erleben können – auch bei dem Genuss von guter Musik, einem leckeren Essen oder in einem anregenden Gespräch mit Freunden – umso zufriedener sind wir. Die Lebensqualität steigt wieder.


Werte und wertegeleitetes Handeln – das tun, was einem wichtig ist

Werte spielen in der ACT eine zentrale Rolle. Ängste hingegen hemmen Betroffene, ihren Wertvorstellungen entsprechend zu handeln. Bei der ACT lernen sie, wovor sie sich durch ihre übermäßigen Ängste zu „schützen“ versuchen. Was sie z. B. daran hindert, Verantwortung zu übernehmen oder weshalb es ihnen schwerfällt, mit anderen in Kontakt zu treten.

Im nächsten Schritt können die ermittelten Blockaden durch erfolgreichere Verhaltensmuster ersetzt werden.

ACT ermöglicht es den Betroffenen, langfristig ein zufriedeneres und selbstbestimmtes Leben zu führen – im Gleichgewicht zwischen täglichen Herausforderungen, eigenem Anspruch und persönlichen Bedürfnissen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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