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Wie kommt es zu Zahnarztangst und was kann ich tun?

Dr. Unterhuber

von
verfasst am

© pathdoc - fotoliaDie Angst vorm Zahnarzt ist bei vielen Patienten groß (© pathdoc - fotolia)Zahnarztangst ist eine komplexe Erkrankung, die mittlerweile etwa 5-10% der Bevölkerung in Deutschland betrifft. Sie ist multifaktoriell bedingt, das heißt es führen mehrere unterschiedliche Ursachen und Gegebenheiten zur Entstehung der Zahnarztangst. Oftmals entsteht sie bereits in der Kindheit, kann aber auch erst im Jugend- oder Erwachsenenalter auftreten. Ausschlaggebend dafür ist meist ein Schlüsselerlebnis. Kinder werden ohne Erklärung der Vorgänge schmerzhaft behandelt, festgehalten, angeschrien. Jugendlichen und Erwachsenen werden plump Vorwürfe gemacht, wenn aus Nachlässigkeit ein Behandlungsstau entstanden ist. Oft entwickelt sich dann eine Scham und/oder ein extremer Würgereiz, was sich bei nachfolgenden Behandlungen weiter verschlimmert. Zahnarztbesuche werden abgebrochen und zukünftig komplett vermieden. Auch eine familiäre Veranlagung ist sehr häufig Grund für die Entstehung einer Zahnarztangst. Leiden ein oder beide Elternteile darunter, so ist es auch für die Nachkommen wahrscheinlicher eine "Dentalophobie" zu entwickeln.

Ein Vertrauensverhältnis aufbauen

Um diese Angst überwinden und sich wieder in die Arme eines Zahnarztes begeben zu können, ist ein entscheidender Baustein wieder ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient aufzubauen. Dabei ist zunächst nur ein Gespräch in angenehmer Atmosphäre angesagt. Es muss ergründet werden, warum der Patient unter Zahnarztangst leidet. Zudem müssen dem Patienten alle Abläufe und Behandlungsmöglichkeiten in Ruhe erklärt werden. Der Arzt soll dabei jederzeit ein offenes Ohr für Fragen und Bedenken der Patienten, auch aus finanzieller Sicht, haben. Eine Zahnbehandlung am ersten Termin sollte unbedingt vermieden werden! Angstpatienten müssen ernst genommen werden und man muss sehr genau auf ihre Ängste eingehen.

Eine komplexe Zahnbehandlung bei Patienten mit Zahnarztangst sollte in Vollnarkose stattfinden. Bei geringem Behandlungsbedarf und mäßiger Angst kann eine Behandlung in Lokalanästhesie erfolgen, jedoch müssen alle Schritte ganz genau erklärt werden. Gegebenenfalls kann auch eine orale Sedierung dazu gegeben werden.

Spezielle Behandlung von Angstpatienten

Ein entscheidender Vorteil einer Behandlung in Vollnarkose ist, dass alle nötigen und vom Patienten gewünschten Maßnahmen in einer Sitzung erledigt werden können. Der Patient muss keine Angst vor einer schmerzhaften Behandlung oder anderen Negativerlebnissen haben. Zudem scheidet die Gefahr, dass der Angstpatient die Behandlung erneut abbricht, aus. Die meisten Patienten berichten, keinerlei Erinnerungen im Anschluss an die Behandlung zu haben. Der Patient wacht aus der Narkose mit einem Gefühl auf, dass nun alles erledigt ist und kann noch am selben Tag mit einem vorübergehenden schönen Gebiss nach Hause. Erfahrungsgemäß lassen sich daraufhin die meisten Patienten ohne Probleme nachbehandeln und den Zahnersatz anpassen. Durch die Behandlung in Vollnarkose wird die gesamte Behandlungszeit erheblich verringert und der Patient kommt schneller zum Ziel, wieder ein unbeschwertes, strahlendes Lächeln zu tragen. Postoperative Schwellungen und Schmerzen treten darüber hinaus viel seltener auf, da bei der Behandlung in Vollnarkose auf die gewebstraumatisierende örtliche Betäubung verzichtet werden kann.

Danach ist es soweit. Nur wenige Wochen nach der Zahnbehandlung erhalten die Patienten ihr Lächeln zurück und brauchen keine Angst mehr vor einem weiteren unschönen Zahnarzterlebnis haben - und auch in Zukunft sollten sie jederzeit das Gefühl haben, in den richtigen und vor allem "einfühlsamen" Händen zu sein.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


21.07.2015 - 18:17 Uhr

Wir Angstpatienten brauchen viel Vertrauen und...

von Joseph

... viel Zeit. Zeit, die wir heutzutage verstärkt in Foren unterwegs sind. Nur Mut Freunde!

Dr. Unterhuber

Antwort vom Autor am 10.02.2016
Dr. med. Erich Unterhuber

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