Wie kann ich meine Angsterkrankung und ihre Ursachen besser verstehen?

Frau Weiblen

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© fotolia  - Cara-FotoÄngste sind Signale Ihres Körpers - lernen Sie, sie zu verstehen und zu nutzen (© fotolia - Cara-Foto)Angenommen, Sie könnten eine andere Sichtweise einnehmen, wenn Sie über Ihre Ängste nachdenken. Was, wenn Sie Ihre Ängste nicht als Hindernis in Ihrem Leben betrachten würden, sondern als eine Chance, sich selbst besser zu verstehen?

Wie sollten Sie Ängste bewerten?

Natürlich sind Ängste, wenn Sie das normale Level verlassen und sich als Panikattacken und Phobien zeigen, eine sehr große Belastung und Einschränkung für den Menschen, der daran erkrankt ist.

Menschen mit Ängsten haben eines gemeinsam - sie sind sensibel. Oft waren sie schon als Kinder ängstlich.

Was ist, wenn Sie nun Ihre Ängste als Hilferuf Ihrer Seele bewerten, der so deutlich werden muss, dass er nicht mehr zu überhören ist? Und der Sie auf etwas hinweisen möchte, was Ihnen eindeutig fehlt?

Worauf könnte Ihr Körper Sie hinweisen wollen?

Vielleicht fällt Ihnen gleich etwas ein - vielleicht aber auch nicht. Sie sehen Ihre Ängste als etwas, was nichts mit Ihren Bedürfnissen und Wünschen zu tun hat. Was, wenn es anders wäre?

Viele meiner Patienten, die an Ängsten leiden, sind sehr einfühlsam und sensibel. Sie spüren manchmal die Bedürfnisse anderer Menschen besser als ihre eigenen.

Es handelt sich oft um sehr pflichtbewusste, bescheidene und nicht besonders egoistische Menschen. Manchmal fehlt ihnen ein gesunder Egoismus. Sie sind sehr bedacht darauf, ihre Umwelt zufrieden zu stellen und es fällt ihnen schwer, andere Menschen zurückzuweisen. Es ist nicht einfach für sie, „Nein“ zu sagen und gesunde Grenzen zu setzen. Der gesunde Egoismus macht Angst, weil er mit Verlust an Anerkennung verknüpft ist.

Vielleicht haben sie auch gar nie gelernt, ihre eigenen Bedürfnisse zu spüren oder gar ernst zu nehmen. Sie haben sich im Pflichtbewusstsein verloren - beim Rechtmachen und in ihrem Leistungsanspruch. Ein sehr hoher Leistungsanspruch an sich selbst, gepaart mit einem erhöhten Pflichtbewusstsein und Schwierigkeiten, gesunde Grenzen zu setzen, sind ein Nährboden für Ängste. Die Seele schlägt Alarm, weil der Betroffene selbst immer mehr ins Hintertreffen gerät.

Nutzen Sie Ihre Ängste, um mehr über sich selbst zu lernen

Stellen Sie sich vor, Sie würden lernen, Ihre Bedürfnisse zu spüren, sich selbst für wichtig zu nehmen und einen liebevollen und wertschätzenden Zugang zu dem zu bekommen, was Sie brauchen. Was würde sich dadurch in Ihrem Leben verändern?

Vielleicht sind Ihre Ängste eine sehr große Chance, dass Sie sich auf Entdeckungsreise zu sich selbst begeben. Dass Sie in Kontakt gehen mit Ihrer inneren Welt und lernen, in sich wichtige Antworten zu hören, die Ihnen Ihr Inneres dringend sagen möchte.

Das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Hilferuf Ihrer Seele verstehen und auf diesen Hilferuf liebevoll eingehen können.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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