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Traumatherapie auflösen mit EMDR: Anwendung & Ablauf

Dr. rer.nat. Färber

von
verfasst am

© Gajus - fotoliaUnsere Augen spielen eine große Rolle bei der Verarbeitung schlechter Erfahrungen. (© Gajus - fotolia)EMDR ist eine Psychotherapie zur Aufarbeitung von Traumata, Ängsten, Phobien und negativen Gefühlen, die mit einem Ereignis in der Vergangenheit in Verbindung stehen. EMDR bedeutet „Eye movement desensitization and reprocessing“. Die Therapie hilft dabei, traumatische Erlebnisse durch Augenbewegungen neu zu verarbeiten und zu desensibilisieren. 

Woher kommt EMDR?

Die Methode wurde im Jahr 1987 von Francine Shapiro in den USA entwickelt. Die Entdeckung von EMDR war ein reiner Zufallsbefund. Als Francine Shapiro eines Tages durch den Park ging bemerkte sie, wie belastende Gedanken, die sie verfolgten, plötzlich verschwanden, ohne dass sie bewusst etwas getan hatte. Wenn sie versuchte, die Gedanken wieder aufzurufen, dann wirkten diese weniger bedrohlich.

Shapiro war so fasziniert von diesem Effekt, dass sie in der Folgezeit versuchte, dem Phänomen auf die Spur zu kommen. Hierbei bemerkte sie, dass ihre Augen immer dann eine bestimmte Bewegung machten, wenn belastende Gedanken auftraten. Im Anschluss daran verschwanden die Gedanken und der negative Effekt der von ihnen ausging, verringerte sich stark.

Von diesem Augenblick an experimentierte sie gezielt mit negativen Gedanken und gezielten Augenbewegungen. Basierend auf diesen Erfahrungen entwickelte sie eine Standardmethode zur Behandlung verschiedenster Traumata, die mittlerweile vielen Psychotherapie- und Heilpraktikerpraxen anwenden.

Warum funktioniert EMDR?

Man geht davon aus, dass im Zuge eines traumatischen Ereignisses eine Art Schockzustand eintritt, durch den unser Gehirn alle relevanten Informationen abspeichert, aber nicht richtig verarbeitet. Im Verlauf der EMDR-Therapie wird das Ereignis noch einmal reaktiviert und im Gehirn richtig verarbeitet. Das zentrale Element bei der Behandlung ist hierbei die bilaterale Stimulation. Das ist eine durch Fingerbewegungen des Therapeuten geleitete Augenbewegung des Patienten. Diese Augenbewegung ist mit der Augenbewegung der REM-Schlafphase, d. h. der Phase vergleichbar, in der wir die Geschehnisse des Tages verarbeiten.

Wann kann EMDR angewendet werden?

Durch Augenbewebung, die der Therapeut während der EMDR-Therapie steuert, arbeitet der Patient negative Ereignisse auf und bewertet sie neu. Der Belastungsgrad, dermit der negativen Erfahrung einherging, nimmt Stück für Stück ab. Bis das ursprüngliche Ereignis keine Bedrohung mehr für den Patienten darstellt und er endlich wieder seinem gewohnten Alltag nachgehen kann.
EMDR gilt als das schnellste und effektivste Verfahren in der Behandlung von Traumata. Es kann beispielsweise wirksam sein bei

  • Ängsten
  • spezifische Phobien
  • Sucht
  • komplizierten Trauerprozessen
  • posttraumatischen Belastungsstörungen
  • schwerwiegenden Traumata
  • sexuellem Missbrauch
  • Gewalt
  • Traumata durch Naturkatastrophen

Die Verbindung von EMDR und Hypnose ist im Praxisalltag eine sehr gute Kombination.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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