EMDR – eine schonende und wirksame Methode

EMDR kann helfen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und neu zu verknüpfen. (© Ambrophoto - fotolia)

EMDR ist eine wirksame Methode der Psychotherapie, die bei der Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen helfen kann. Dieser Artikel beschäftigt sich neben dem Ursprung dieser Therapie auch mit der Wirkungsweise, der Indikation und den Voraussetzungen an den Behandler.

Was ist EMDR?

EMDR bedeutet "Eye Movement Desensitization and Reprocessing". Die deutsche Übersetzung lautet "Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung". Es ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode, um im Rahmen einer Psychotherapie Traumata und belastende Lebensereignisse zu bearbeiten.

Diese Therapiemethode wurde Ende der 80er US-Amerikaner Dr. Francine Shapiro entwickelt. Seit 1991 wird EMDR in Deutschland angewendet. Diese Therapie findet sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen Anwendung. Die Ursprünge hat EMDR in der Psychotraumatherapie. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit.

Was wird bei EMDR gemacht?

Bei dieser Therapiemethode werden beide Gehirnhälften durch gezielte Augenbewegungen stimuliert. Es wird die bilaterale Stimulation genutzt, um sich intensiv mit der Verarbeitung der belastenden Erinnerungen und Erlebnisse auseinanderzusetzen. Im Laufe der Zeit wurde bei der EMDR-Methode auch immer mehr der ganze Körper mit eingebunden.

Bei welchen Störungsbildern wird EMDR eingesetzt?

  • Traumata
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Entwicklungs- und Verhaltensstörungen von Kindern
  • Auswirkungen belastender Lebenserfahrungen
  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Zwangsstörungen und Phobien
  • Abhängigkeit und Sucht
  • Psychosomatische Störungen
  • Burnout-Syndrom

Was bewirkt EMDR?

In unserem Leben sind wir ständig mit verschiedenen Situationen konfrontiert. Dadurch machen wir unterschiedliche Erfahrungen, die von unserem Gehirn verarbeitet werden.
Sollten es jedoch schwerwiegende traumatische Erfahrungen sein, kann unser Gehirn sie nicht so einfach verarbeiten. Solche Erfahrungen hinterlassen tiefe psychische Wunden. Sie heilen nicht so einfach, wie zum Beispiel eine Verletzung durch einen Schnitt.

Unser Gehirn legt es in unverarbeiteter Form ab. Erleben wir nun ähnliche Situationen, werden unsere Gedanken und Empfindungen von früher reaktiviert. Die betroffenen Personen sind dadurch sehr in ihrem Leben eingeschränkt. Es kann zu allen denkbaren Störungen kommen.

Hier bewirkt die EMDR durch gezielte Aufmerksamkeit und Fokussierung eine Reorganisation der Erlebnisinhalte und deren Bewertung. Durch die gleichzeitige Stimulation beider Gehirnhälften kann das Gehirn neue Wege kennenlernen. So können die Betroffenen immer mehr Kontrolle zurückerlangen und die traumatische Erfahrung wird anders im Gehirn verknüpft.

Wer kann EMDR anbieten?

Grundsätzlich kann jeder, der in der EMDR ausgebildet ist, mit dieser Methode arbeiten. Allerdings erfordert die Arbeit ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Verantwortung und Kompetenz. Um sicherzustellen, dass das Trauma und die damit verbundenen Symptome aufgearbeitet werden können, wird eine Behandlung von Ärzt*innen, Psycholog*innen oder Heilpraktiker*innen empfohlen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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