Demenz vorbeugen: Gezielte Ernährung hilft gegen geistigen Abbau im Alter

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Eine an der Universität von Oxford durchgeführte Studie, die von mehreren gemeinnützigen Stiftungen und Forschungseinrichtungen in England, Norwegen und Australien finanziert wurde, ermittelte, dass Vitamin B12 wohl dazu in der Lage ist, die Abnahme des Hirnvolumens im Alter aufzuhalten. Mit der richtigen Ernährung könne sehr viel erreicht werden, ob Nahrungsergänzung in Form von Vitamin B-12 Pillen die gleiche positive Wirkung erzielt, soll nun in weiteren Folgestudien erörtert werden.

Kleine Änderung in der Ernährung, große Wirkung

Studienleiterin Anna Vogiatzoglou teilte mit, dass es zwar viele Faktoren gibt, die die Gesundheit des Gehirns beeinträchtigen können, sie vertrete jedoch die Auffassung, dass ein einfaches Anpassen der Essgewohnheiten mit höherem Vitamin B12 Konsum, etwas sei, was leicht durchzuführen sei und dazu führt, dass unser Gehirn nicht schrumpft und vielleicht auch die Gedächtnisleistung rettet. Das Essen von Fleisch, Fisch, Milch und Müsli liefere viel B12 und sei einfach in den Speiseplan älterer Menschen einzufügen.

Tests brachten interessante Fakten zutage
Die Wissenschaftler führten über einen Zeitraum von fünf Jahren einmal jährlich eine Kernspintomographie des Gehirns bei 107 Senioren zwischen 61 und 87 Jahren durch. Zusätzlich führten sie eine körperliche Untersuchung durch und ermittelten deren Gedächtnisleistung mit kognitiven Tests. Blutuntersuchungen auf Vitamin B 12 und die zugehörigen Stoffwechselprodukte legten offen, dass keiner der Studienteilnehmer unter einem Vitamin-B12-Mangel litt. Bei den Probanden mit den höchsten Vitamin B-12 Werten konnten die Forscher im Verlauf von fünf Jahren jedoch deutlich seltener eine Verminderung des Hirnvolumens feststellen, als bei den älteren Menschen mit wenig B-12. Hieraus schlossen die Wissenschaftler eine positive Wirkung des Vitamin B-12 auf das Gehirn.

Können auch Vitaminpillen das Gehirn und seine Leistung erhalten?

Trotz dass Vitamin B12 als Bestandteil in vielen tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch Milch und Ei enthalten ist, kommt es vor allem bei älteren Menschen häufig zu Mangelerscheinungen. Frühere Forschungsergebnisse wiesen bereits auf einen Zusammenhang in Verbindung mit Vitamin-B12-Mangel und verminderter geistiger Leistungsfähigkeit hin. Nun sollen weitere Studien klären, ob die Einnahme von Vitamin-B12-Präparaten ebenso den geistigen Verfall aufhalten kann wie frische Vitamin B-12haltige Nahrungsmittel. Für ältere Menschen, die sich nicht mehr gut selbst versorgen können, wäre die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oft eine leichter zu integrierende zusätzliche Alternative.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, September 2008

Literatur:
A. Vogiatzoglou, H. Refsum, C. Johnston, S. M. Smith, K. M. Bradley, C. de Jager, M. M. Budge,  A. D. Smith, Vitamin B12 status and rate of brain volume loss in community-dwelling elderly, Neurology, 2008;71:826-832

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (6)

Evelyn Ulbl, 16.07.2009 - 08:55 Uhr

Die Sichtweise der Dinge kann grundlegend immer geändert werden und so gute Ideen gehören einfach in den Blog.

Amelie, 04.10.2008 - 14:37 Uhr

Hallo Silvia, da gebe ich Dir vollkommen recht, es wäre ein leichtes, in Altenheimen ausgewogene Ernährung und vitaminreiche Kost, auch speziell Vitamin B12-reiche Nahrung anzubieten. Oftmals kann man mit wenigen Mitteln eine große Wirkung erreichen. Solche Maßnahmen sind doch sinnvoller, als die armen Menschen mit Medikamenten vollzustopfen. Aber an steigendem Arzneimittelkonsum verdienen die Pharmafirmen, bei qualitativ hochwertigeren Nahrungsmitteln, die zumeist teurer sind, machen Andere das Geschäft. In Alten- und Pflegeheimen wird am Essen mit Gewissheit gespart, um der allgemeinen Kostenflut entgegenzuwirken. Doch oft geht die Rechnung nicht auf. Die Krankenkassen könnten in mancher Hinsicht durch gezielte Aufklärung Prävention leisten. Es gibt weitere Gesundheitsbereiche die dadurch verbessert werden könnten. Grüsse Amelie

Silvia, 29.09.2008 - 16:47 Uhr

Hallo Amelie, hoffen wir, dass sich Altenheime und Sozialdienste schnell umstellen und B12 reiche Kost an die Senioren ausgeben. Ein alter Mensch mit Alzheimer kostet ein Vielfaches dessen, was eine ausgewogenere Ernährung kostet. Häufige Aufklärung und Hinweise in den Mitgliederzeitungen von Krankenkassen mit Tipps für die richtige Ernährung im Alter würde ich mir auch wünschen, damit könnten die Krankenkassen einen guten Beitrag zur Prävention leisten. Gruss, Silvia

Silvia, 29.09.2008 - 16:46 Uhr

Hallo Thomas, die komplette Studie wurde in der Zeitung Neurology veröffentlicht (Vitamin B12 status and rate of brain volume loss in community-dwelling elderly Vogiatzoglou et al. Neurology.2008; 71: 826-832) http://www.neurology.org/cgi/content/full/71/11/826 Bei Medline ist sie in Bearbeitung und demnächst auch dort erhältlich. Gruß, Silvia

Thomas, 26.09.2008 - 09:22 Uhr

Sehr interessanter Artikel über die Wirkung von Q12. Wurde die Studie von der Universität von Oxford bereits veröffentlich? Gibt es sie irgendwo im Netz komplett zu lesen? Gruß Thomas

Amelie, 25.09.2008 - 08:39 Uhr

Es ist sehr interessant, dass man mit einfachen Mitteln, wie hier durch gezielte Nahrungsumstellung, so viel Gutes für die eigene Gesundheit bewirken kann. Die Erhaltung des Hirnvolumens im Alter und somit die Erhaltung der geistigen Fitness, sollte an oberster Stelle stehen. Das erspart den Krankenkassen und öffentlichen Kassen nicht nur viel Geld, sondern den älteren Menschen vor allen Dingen viel Leid. Grüsse Amelie

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