Therapeutische Berührung - alte, nebenwirkungsarme Heilmethode

Probieren Sie es aus! Haken Sie sich beim nächsten Spaziergang einfach Mal bei Ihrem Partner ein! (© Photographee.eu - fotolia)

Wir brauchen Berührung, so wie wir auch Nahrung und
Luft brauchen.

Studien, in denen nachgewiesen wurde, dass Säuglinge sterben, wenn sie keinen Körperkontakt haben, sind bereits über 50 Jahre alt. Und dennoch ist unsere Gesellschaft - verglichen mit anderen Kulturen - eher berührungsarm. Selbst die meisten Ärzte und Heilpraktiker beschränken die Berührung auf das Notwendigste. 

Dabei ist Berührung eine schnelle Möglichkeit, Vertrauen zu schaffen oder bei seinem Gegenüber Gefühle wie Geborgenheit auszulösen. Durch klare, sanfte und einfühlsame Berührung stellt sich ziemlich schnell eine tiefe Entspannung ein.

Diese Tiefenentspannung lässt Impulse von Innen entstehen. Der Atem und der Herzschlag werden ruhiger, der Muskel- und Hauttonus - die als Indiz für ein angespanntes bzw. unruhiges Nervensystems gelten - regulieren sich und Stress wird dadurch abgebaut.

Setzt eine tiefe Entspannung ein, ist das eine gute Voraussetzung, dass die psychoperistaltische Selbstregulation des Körpers aktiviert wird. Hormone werden anders ausgeschüttet, die Verdauung ändert sich, das Immunsystem wird gestärkt, da die Kortisolausschüttung gesenkt wird.


Was versteht man unter Körpertherapie?

Durch Berührung können auch körperliche Fehlhaltung aufgelöst werden, Organe werden nicht mehr eingeengt, Arme können freier schwingen, wir schreiten anders durchs Leben. Bei den Naturvölkern gehört Berührung zum Leben. In unserer Kultur wurde die Körpertherapie, die manchmal auch Körperarbeit genannt wird, (wieder-)erfunden. 

Egal ob Elsa Gindler, Ida Rolf, Marion Rosen, Yoshe Feldenkrais - um nur einige zu nennen - jede der Körpertherapien berührt Menschen und erreicht die Psyche. Die Psyche, die zugehörig zu unserem unbewussten Nervensystem ist, steuert maßgeblich die Hormonausschüttung sowie auch die Verdauung, die Atmung, die Herztätigkeit, die Ausscheidung über Nieren und Leber, die Muskelentspannung und sogar die Zelltätigkeit.


Berührung ist Kommunikation

Für Säuglinge ist Körperkontakt überlebensnotwendig! (© drubig-photo - Fotolia)
Berührung ist die erste Kommunikation, die wir erlernen. Und wir verstehen Berührungen bis zum Lebensende. Viele alte Menschen können nicht mehr gut hören, verstehen die Worte nicht. Demenz hat zur Folge, dass einem die richtigen Worte nicht mehr einfallen, die Betroffenen sind gehemmt und nehmen an der verbalen Kommunikation nur noch eingeschränkt teil.

Berührungen werden jedoch verstanden und machen diese Menschen glücklich. Oft fehlt ein menschliches Gegenüber für die Berührung, dann werden Haustiere angeschafft.


Fazit

Berühren kann jeder erlernen, sie kostet nichts und ist nebenwirkungsarm. Jeder kann seine Angehörigen, Freunde und Bekannte unterstützen – z.B. durch Hand halten oder Streicheln, auf die Schulter klopfen, in den Arm nehmen oder Einhaken beim Spazierengehen.

Versuchen Sie es doch einfach mal!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 19

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Kommentare (8)

Britta, 28.11.2016 - 16:58 Uhr

Ich kann den Inhalt des Artikels zum Thema Berührung nur unterstreichen. Bei der Berührung passiert nicht nur etwas auf körperlicher Ebene, wie das Lösen von Verspannungen oder dass sich Beschwerden verändern, sondern auch auf psychischer Ebene. Das konnte ich selbst durch die Rosen-Methode erfahren. Es ist möglich sich zu entspannen und dabei mehr mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Das verändert alles.

Antwort von Heike Hessler, verfasst am 29.11.2016

Danke für diesen Kommentar. Es ist auch meine Beobachtung, dass der Heilungsverlauf sich positiv verändert, wenn Menschen in einer gesunden, Körper-Kontakt-freudigen Beziehung leben. Eine gezielte und fachkundige Körpertherapie ist auch sehr wirkungsvoll

Horst W., 24.11.2016 - 16:21 Uhr

Danke liebe Heike Hessler für diesen schönen Text. Im jetzigen digitalen Zeitalter besteht in der Gesellschaft ganz offensichtlich ein Mangel an nicht nur verbaler, direkter, Kommunikation. Das führt ganz sicher auch zu Vereinsamung und gesundheitlichen Störungen.

Antwort von Heike Hessler, verfasst am 29.11.2016

das ist leider so. verbale und körperliche Berührung und Kommunikation kommen bei vielen Menschen zu kurz.

Moni, 21.11.2016 - 13:01 Uhr

Das Rosen-Movement tut wirklich gut. Durch die sanften Bewegungen bei angenehmer musikalischer Untermalung fühlt man sich beweglicher und viel leichter.

Eva-Maria, 20.11.2016 - 19:34 Uhr

Ich nehme jede Woche an einem Kurs nach der Methode von Marion Rosen teil und bin danach immer gut gelaunt.

Gabi G., 20.11.2016 - 18:48 Uhr

Das kann ich nur bestätigen. Ich habe selber schon oft die Körpertherapie nach Marianne Rosen erhalten und fühlte mich danach jedes Mal entspannt, glücklich und hatte eine tiefe innere Ruhe. Sehr empfehlenswert.

Tane, 20.11.2016 - 13:56 Uhr

Sehr schön geschriebener Artikel!

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?