Artikel 16/08/2021

Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. Mario Scheib

Dr. med. Mario Scheib Facharzt für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie
Dr. med. Mario Scheib
Facharzt für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie
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Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Mario Scheib interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Facharzt für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie.

jameda: Herr Dr. Scheib, was hat sie motiviert, Facharzt für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Dr. Scheib: Psychotherapie und Psychosomatik hatte mich bereits in der Schule interessiert, als wir uns in der Oberstufe mit Freud beschäftigten. Dass Medizin aus mehr als Medikamenten besteht, war mir damals schon klar. Ich begann dann nach einem Umweg über die Notfallmedizin auch direkt neben meiner klinischen Tätigkeit mit der Ausbildung in verschiedenen Verfahren der Psychotherapie.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?

Herr Dr. Scheib: Ich betreibe eine multimodale Psychosomatik. Das bedeutet, wir gehen die Probleme der Patienten von verschiedenen Richtungen an. Dazu machen wir maßgeschneiderte Konzepte, die die Anwendung von Ketamin als einer stark antidepressiven Substanz, transkranielle Magnetstimulation, Neurofeedback, Hypnose, Psychotherapie und andere, wissenschaftlich anerkannte Verfahren beinhalten. Gerade bei Depressionen, Suchterkrankungen und Traumafolgestörungen hat sich diese Kombination sehr bewährt.

jameda: Gibt es ein medizinisches Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Scheib: Mein großes Vorbild war zunächst mal Freud, der für seine damalige Zeit äußerst kreative und bahnbrechende Konzepte entwickelte. Während meiner späteren Tätigkeit war ein wichtiger Mentor Luc Isebaert, der Vordenker beim Konzept der Wahlfreiheit in der Behandlung von Suchterkrankungen und bei Kurzzeittherapien.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Scheib: Wir halten immer die aktuellste Technik vor und mein Team wird auch konsequent in allen aktuellen Verfahren fortgebildet. Der Vorteil einer Privatpraxis ist, dass wir uns keine Sorgen über Abrechnungsfähigkeit machen müssen und deshalb Möglichkeiten im Angebot haben, die ansonsten in Europa schwer zu finden sind.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Scheib: Eine der größten Herausforderungen besteht in der Zunahme von Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen. Das stellte die WHO bereits vor der Pandemie fest. Inzwischen kommen Long- oder Post-Covid hinzu. Dazu forschen wir auch aktiv.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Scheib: Wir machen ein maßgeschneidertes, auf den Patienten und seine Möglichkeiten abgestimmtes Therapiekonzept. Die Mischung aus persönlicher Zuwendung, Achtung der Besonderheiten eines jeden Patienten und High-Tech-Angeboten wird besonders geschätzt. Die Therapie muss sich immer an den Bedürfnissen des Patienten orientieren, nicht umgekehrt!

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Scheib: Wenn jemand bereit ist für Veränderungen und sich Herausforderungen stellt. Dann helfen wir besonders gern.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Scheib: Es gibt sicher mehrere. Aber ein besonders wichtiges war mein erster Einsatz von Ketamin in der Psychotherapie. Eine schwer depressive Patientin mit starken Suizidgedanken bekam von mir eine Infusion von Ketamin. Die Suizidgedanken verschwanden schlagartig, sie konnte die Probleme in ihrem Unternehmen lösen und war seitdem nicht mehr depressiv. Aber solche “Wunderheilungen” sind sicher die Ausnahme. Es hat mich aber motiviert, auch bei scheinbar aussichtslosen Fällen alles zu versuchen und nicht aufzugeben.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Scheib: Auch wenn Sie beruflich erfolgreich sind: Nehmen Sie sich immer Zeit, Dinge zu genießen! Machen Sie mehrmals pro Woche mit Hingabe etwas, wobei Sie nicht an Ihre Arbeit denken müssen! Und bewegen Sie sich auch körperlich! Mindestens 40 Minuten intensive Bewegung am Tag wirken deutlich antidepressiv und anxiolytisch.

Zur Person

  • Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Suchtmedizin
  • Notfallmedizin
  • verheiratet, eine erwachsene Tochter
  • Jahrgang 1953
  • Interesse an transkultureller Psychosomatik
  • lebe seit mehr als 20 Jahren hauptsächlich in Spanien, wo ich eine psychosomatische Abteilung in einer Privatklinik leite

Zur Praxis

Die Praxis wird gemeinsam mit angestellten Ärztinnen und Ärzten und klinischen Psychologinnen betrieben.

Neben Psychotherapie bieten wir insbesondere Ketamin-Infusionstherapien in Kombination mit Hypnose, repetitiver transkranieller Magnetstimulation und Neurofeedback an. Unsere Therapien sind kurz und intensiv und wir kontrollieren ständig unsere Therapieverläufe auf Effizienz. Wir haben fast keine Wartezeiten.

Behandlungen finden auch auf Englisch, Türkisch, Arabisch, Russisch, Ukrainisch und Portugiesisch statt.

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