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Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. Robert Sarrazin

Dr. Sarrazin

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© SarrazinHerr Dr. Sarrazin praktiziert als Facharzt für Psychatrie & Psychotherapie in München. (© Sarrazin)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Robert Sarrazin interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie.

jameda: Herr Dr. Sarrazin, was hat Sie motiviert, Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie zu werden?

Herr Dr. Sarrazin: Die menschliche Psyche ist ein äußerst interessantes Gebiet. Psychische Gesundheit ist sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft als Ganzes von großer Bedeutung.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie  die größten Herausforderungen? 

Herr Dr. Sarrazin: Am meisten Freude macht es mir, wenn es einem Patienten oder einer Patientin besser geht. Die größte Herausforderung sehe ich darin, wenn auch eine gute Behandlung an ihre Grenzen stößt und es dem oder der Betroffenen weiterhin schlecht geht. Therapieresistente Erkrankungen sind glücklicherweise nicht besonders häufig.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Herr Dr. Sarrazin: Ich begegne Vorurteilen im klassischen Sinne in meiner Praxis eigentlich nicht besonders häufig. Ich würde eher von einem laienhaften Verständnis psychischer Erkrankungen sprechen. Natürlich gehört gerade am Anfang auch viel Aufklärung über Ursachen, Symptome und Therapie einer psychischen Erkrankung dazu.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Herr Dr. Sarrazin: Es ist hilfreich, möglichst von Anfang an einen realistischen Blick auf den zukünftigen Verlauf der Psychotherapie einzunehmen und auch kleine Fortschritte zu sehen. Die zeitliche Perspektive ist wichtig, dass es zwar jetzt gerade im Moment schlecht geht, aber bessere Zeiten kommen werden. 

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Herr Dr. Sarrazin: Das hängt von den genauen Umständen ab und wie wichtig dieses spezifische Vorgehen für den Heilungserfolg ist. Wenn ich der Überzeugung bin, dass die Einhaltung dieses bestimmten therapeutischen Vorgehens unverzichtbar für den Heilungserfolg ist, werde ich das entsprechend klar ansprechen und deutlich dazu raten. 

Manchmal ist es aber auch so, dass es durchaus mehrere Wege gibt, um ans Ziel zu kommen. Nicht jede Methode funktioniert für jeden Patienten gleich gut.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Herr Dr. Sarrazin: Ich würde mir ein System wünschen, das stärker die Gesundheit des einzelnen Patienten monetär belohnt und nicht die Anzahl der erbrachten Leistungen an diesem Patienten.

© SarrazinImpressionen aus der Praxis Dr. Sarrazin. (© Sarrazin)jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Herr Dr. Sarrazin: Auch Psychotherapie entwickelt sich ständig weiter. Ich nutze oft Therapieformen der sogenannten dritten Welle der Verhaltenstherapie, wie z.B. die Akzeptanz und Commitment Therapie (ACT).

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Sarrazin: Ja, solche Erlebnisse gibt es natürlich. Dankbare Patienten nach erfolgreicher Behandlung sind mir immer eine große Freude.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Sarrazin: Regelmäßiger Sport ist ein hervorragendes Antidepressivum. Außerdem würde ich dazu raten, sich darüber klar zu sein, was für einen eigentlich wirklich zählt im Leben.

Zur Person

Dr. med. Robert Sarrazin ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Zu seinem beruflichen Werdegang zählen u.a. zwei Jahre Tätigkeit in der Schön Klinik Roseneck mit Privatschwerpunkt sowie leitende Positionen als Oberarzt in zwei psychosomatischen Kliniken. Nach zehn Jahren Tätigkeit in verschiedenen psychischen Fachkliniken arbeitet er seit März 2019 in eigener Praxis im Zentrum von München.

Zur Praxis

Die Praxis befindet sich in der Neuhauser Straße auf halber Strecke zwischen Stachus und Marienplatz. Sie ist mit zahlreichen öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Terminvereinbarungen sind telefonisch möglich oder über den Online-Kalender möglich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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