Neueste Erkenntnisse zu Alzheimer

Die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. (© fotolia-80482297-Gabriele Rohde)

Die Alzheimer-Krankheit ist bisher nicht heilbar. Über den Forschungsstand auf dem Gebiet dieser neurodegenerativen Demenz-Erkrankung berichtet folgender jameda Gesundheitstipp.

 

Was genau ist eigentlich Alzheimer?

Alzheimer zählt zu den Demenz-Erkrankungen. In ihrem Verlauf verfallen Teile des Gehirns, was zum Verlust der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten führt.

Kennzeichnend für Alzheimer sind die Ablagerungen von Amyloid-Plaques und Tau-Proteinen in der Großhirnrinde. Dadurch gehen Nervenzellen zugrunde und die Ausschüttung des Botenstoffs Acetylcholin wird gestört.

Normalerweise stabilisieren die Tau-Proteine kleinste Kanäle (Mikrotubuli). Bei Tauopathien wie Alzheimer sammeln sie sich jedoch zu Bündeln und lagern sich an Nervenzellen sowie Zellen mit Hüll- und Stützfunktion (Gliazellen) im Gehirn an. Bei Beta-Amyloid handelt es sich um zwei Proteine, die antimikrobielle Eigenschaften besitzen und für die Informationsübertragung wichtig ist. Sie werden bei gesunden Menschen wieder abtransportiert, bei Alzheimer-Erkrankten verkleben sie dagegen zu den typischen Senilen Plaques.

 

Ist Alzheimer übertragbar?

Bei medizinischen Eingriffen kann unter besonderen Umständen Beta-Amyloid-Protein übertragen werden, etwa bei der Transplantation von Hirnhaut oder der Behandlung mit ehemals aus menschlichem Material gewonnenen Wachstumshormonen.

Doch Forscher geben Entwarnung, was die Ansteckung betrifft: Zwar können die Proteine auf fremde Gehirne übertragen werden, ohne jedoch die Alzheimer-Erkrankung auszulösen. Die Amyloid-Proteine breiten sich nicht aus, es kommt also weder zu Tau-Protein-Ablagerungen noch zu Symptomen der Alzheimer-Erkrankung.

 

Erste Anzeichen einer Demenz-Erkrankung

Je früher eine Alzheimer-Erkrankung erkannt wird, desto besser kann ihr Fortschreiten durch Arzneimitteltherapie und nicht-medikamentöse Maßnahmen hinausgezögert werden. Aktuelle Studien haben bestätigt, dass Störungen des Geruchssinns ein frühzeitiger Hinweis auf Demenzerscheinungen wie Alzheimer sein können, lange bevor andere Symptome der Krankheit auftreten.

 

Neue Arzneistoffe in der Entwicklung

Verlangsamtes Denken und Sprechen sind erste Anzeichen von Alzheimer. (© De Visu - Fotolia)
Alzheimer ist bisher nicht heilbar. Die auf dem Markt verfügbaren Arzneimittel können in gewissem Maße die Beschwerden lindern und den Krankheitsfortschritt verzögern. Dazu zählen z.B. Acetylcholinesterase-Hemmer, die den Mangel an Acetylcholin ausgleichen, und Glutamat-Antagonisten, die die Nervenzellen vor einem schädlichen Übermaß an Glutamat schützen.

Eine ganze Reihe an neuen Wirkstoffen wird zurzeit in klinischen Studien der Phase III an größeren Patientengruppen auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit getestet. Darunter sind z.B. Arzneistoffe, die die Entstehung und Ablagerungen der Tau-Proteine und Beta-Amyloid-Plaques hemmen sollen.

Verlaufen diese Studien positiv, können diese Medikamente auf dem Markt zugelassen werden.

 

Lymphsystem zur Versorgung und Reinigung des Gehirns

Lange hat man angenommen, dass das Gehirn nicht mit dem Lymphsystem des Körpers verbunden ist. Doch Forscher haben nun entdeckt, dass in der äußeren Hirnhaut sehr wohl Lymphgefäße verlaufen, die für den Transport von Immunzellen in das Gehirn und die Entsorgung von Abfallstoffen verantwortlich sind.

Da sich bei der Alzheimer-Erkrankung Tau-Protein und Beta-Amyloid zu Bündeln und Plaques zusammenlagern und nicht abtransportiert werden, könnte den Lymphkanälen eine Schlüsselrolle in der Behandlung von Alzheimer zukommen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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