Neuro- und Biofeedback bei Stress, Schlafstörungen & Depressionen

Alltagsbelastungen wie Stress können mit Hilfe von Biofeedback untersucht werden. (© starfotograf - iStock)

Neuro- und Biofeedback kommen immer häufiger als unterstützende, nichtmedikamentöse Behandlungs- und Trainingsverfahren zum Einsatz.


Was ist eigentlich Biofeedback?

Beim Biofeedback werden Signale von Körperfunktionen wie z. B. Puls, Durchblutung, Hautleitwert, Muskeltonus, Atmung, Herz- und Hirntätigkeit mit geeigneten Messfühlern (Sensoren bzw. Elektroden) erfasst und an den Klienten in Form optischer oder akustischer Signale kontinuierlich zurückgemeldet.

Das Arbeiten mit Neuro- und Biofeedback ermöglicht die Rückmeldung (Feedback) von normalerweise unbewusst ablaufenden Prozessen im Körper. Sie werden so dargestellt, dass der Klient seine Körpervorgänge erkennen kann und auch lernen kann, sie willentlich zu beeinflussen.


Unter anderem sind folgende Parameter darstell- und dadurch auch beeinflussbar:

  • Stress: Mittels Biofeedback können die messbaren Auswirkungen von Stress dargestellt und demonstriert werden. Es können unterschiedliche für den jeweiligen Klienten passende Entspannungstechniken z. B. über Muskelentspannung und Atmung trainiert werden.
    Die Techniken der Kurzentspannung und der Selbstinstruktion als wesentliche Möglichkeiten der Stressbewältigung können erprobt werden. Das befähigt den Klienten, dieses Training künftig selbst aktiv in Stresssituationen einzusetzen.

  • Schlafstörungen: Die Biofeedback-Behandlung wird mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen kombiniert. Vorangestellt ist eine gründliche Schlafanamnese. Mittels Biofeedback lernt der Klient, insbesondere über Elemente der Muskelentspannung sowie gezielte Atemtrainings, Strategien für einen erholsameren Schlaf zu entwickeln.

  • Schmerz / Verspannung: Hier ist zwischen unterschiedlichen Schmerzsymptomatiken zu unterscheiden. Aufgezeigt werden unter anderem Lösungswege für die Behandlung von Rücken- und Verspannungsschmerzen über Muskelentspannung und Atmung.

  • Migräne: Das Vasokonstriktionstraining zielt auf die Bewältigung von Migräneanfällen ab. Dabei wird eine willentliche Veränderung der Schläfenarterie und damit der Dehnungszustand der Blutgefäße trainiert, ohne eine muskuläre Anspannung im Stirn- oder Kieferbereich. Mittels Biofeedback kann bei Migräne eine Reduktion des Medikamentenkonsums erreicht werden.

  • Depressionen, Tinnitus, innere Anspannung: Vielen Menschen sind körperliche Reaktionen ohne erkennbare organische Ursachen vertraut. Oft werden psychische Ursachen hierfür in den Vordergrund gestellt. Gezielte, durch Biofeedback unterstützte Trainings zur Entspannung und zur Selbstregulation bieten überdauernde Chancen, Betroffenen wirkungsvoll helfen zu können. Vorangestellt sind eine gründliche Anamnese sowie ein Stressprotokoll zur Sichtbarmachung von Stressoren, die Auslöser dieser Symptome sein können.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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