Oxidativer Stress – Die große Gefahr unserer Zeit

Oxidativer Stress kann zu chronischen Erkrankungen oder vorzeitigen Alterungsprozessen führen. (© contrastwerkstatt - fotolia)

In einem gesunden Organismus besteht ein Gleichgewicht zwischen prooxidativen Faktoren und antioxidativen Schutzsystemen. Letztere bestehen aus Enzymen, Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren. Zahlreiche Erkrankungen, Stress, Schadstoffbelastungen, Medikamente sowie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten (z. B. Zivilisationskost, erhöhter Alkoholkonsum, Rauchen) führen jedoch zu einer Verschiebung dieses Gleichgewichts zugunsten der Oxidantien.

Die Folgen dieser Dysbalance werden als „oxidativer Stress“ bezeichnet. Sie sind gekennzeichnet durch die übermäßige Bildung von reaktiven Sauerstoffspezien (z. B. freie Radikale), die vom Organismus langfristig nicht mehr kompensiert werden können. Sie werden zum Ausgangspunkt chronischer Erkrankungen und vorzeitiger Alterungsprozesse. Dies gilt vor allem für Zivilisationskrankheiten wie die koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, Arteriosklerose und Krebs. Darüber hinaus werden chronisch-degenerative Erkrankungen des Zentralnervensystems wie Alzheimer und Parkinson mit freien Radikalen in Verbindung gebracht.


Faktoren, die oxidativen Stress begünstigen

  • Stress
  • Rauchen
  • Medikamente
  • Fehlernährung
  • Schwermetalle, Pestizide
  • UV- und radioaktive Strahlung
  • chronische Entzündungsprozesse
  • inadäquate körperliche Belastung (auch Bewegungsmangel)

 

Therapieempfehlungen bei oxidativem Stress

Hier steht der Schutz durch Mikronährstoffe und Enzyme im Fokus. Im Wesentlichen dienen Substanzen aus der Gruppe der Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren, sekundären Pflanzeninhaltsstoffe und Enzyme dem Schutz vor oxidativem Stress. Diese können oral oder in Form von Infusionskuren verabreicht werden.

Die wichtigsten Vertreter dieser Schutzfaktoren sind:

  • Vitamine (A, C, E und Betacarotin, Niacin)
  • Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Mangan, Selen und Zink
  • Bioflavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe)
  • reduziertes Glutathion
  • Alpha-Liponsäure
  • Aminosäuren
  • Lecitin

Diese Stoffe sind insbesondere in pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und hochwertigen pflanzlichen Ölen sowie Nüssen enthalten. Sie haben eine hohe antioxidative Wirkung. Besonders „ampelfarbiges“ Obst und Gemüse wie Spinat oder Trauben (grün), Tomaten, Beeren, rote Beete (rot), Karotten und Äpfel (gelb/orange) sind empfehlenswert.

Diese Stoffe bauen andere Antioxidantien und Enzyme im Organismus auf und machen sie funktionsfähig:

  • Glutathion, Vitamin C, L-Cystein, L-Glutamin und L-Glycin
  • Glutathion-Peroxidase, Selen, Vitamin E, Riboflavin, Niacin
  • Katalasen, Eisen
  • Zink, Mangan, Kupfer, Superoxid-Dismutasen

Sinnvollerweise sollte die Therapie aus sich gegenseitig ergänzenden Substanzen bestehen, um das schützende Potential der Substanzgruppen optimal zu nutzen. Vitamin E etwa bietet einen Schutz vor Oxidation im Bereich lipidhaltiger Strukturen, wie sie z. B. in den Zellmembranen zu finden sind, während Vitamin C den Zellkern schützt. Beta-Carotin wiederum wirkt im Bereich des Zwischenzellraums.

Unabdingbar für eine potente antioxidative Therapie sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe (wie Carotinoide) sowie polyphenolische Verbindungen (wie Flavonoide, Resveratrol und Anthocyane). Der regelmäßige Verzehr entsprechender Nahrungsmittel trägt zum Erhalt eines optimalen antioxidativen Status bei.


Lifestyle

Der Lebensstil bietet die Möglichkeit, durch einige Anpassungen weitreichende Veränderungen in der Entstehung und der Bekämpfung des oxidativen Stresses hervorzurufen.

Dabei sind folgende Punkte besonders wichtig:

  • Ernährung
  • Atmung
  • Bewegung im Freien/Sport
  • Ausgeglichenheit, Resilienz
  • Genügend Flüssigkeitszufuhr (Wasser/Tee)

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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