Parkinson: höhere Lebensqualität dank neuer Behandlungsmethoden

Physiotherapie kann Parkinson-Patienten helfen, verhärtete Muskeln zu lockern. (© jovanmandic - fotolia)

Parkinson-Störungen sind neurologische Erkrankungen, die viele körperliche Funktionen beeinträchtigen können. Das gilt vor allem für die eigentliche Parkinsonsche Erkrankung.

Von großer Bedeutung sind hier vor allem die neurologischen Erkrankungen, die nur einzelne Parkinson-Symptome hervorrufen und daher mit der Parkinsonschen Erkrankung verwechselt werden könnten.


Diagnostik

Zunächst ist es notwendig, gezielt die Schwerpunkte und die Bandbreite der Beschwerden zu erfragen und mittels geeigneter Diagnostik zu klären. Gerade aufgrund der heute zur Verfügung stehenden Behandlungsverfahren ist es besonders wichtig, Parkinson-Störungen bereits in einem sehr frühen Stadium zu erkennen.

Wir wissen, dass z.B. Riech-Störungen, Verstopfung und das Ausleben von Träumen in der Nacht frühe Wegweiser für eine Parkinsonstörung sein können. In diesem Fall sollte so frühzeitig wie möglich die fachspezifische Diagnostik eingeleitet werden, um alle Behandlungsmethoden optimal für den Patienten einsetzen zu können.


Neue Therapien und bewährte Verfahren

Die Basis der Therapie bildet in den meisten Fällen die Gabe von Levodopa, das bis heute als der sogenannte Goldstandard in der Behandlung gesehen wird. Darüber hinaus sind in den letzten Jahrzehnten Medikamente entwickelt worden, die ähnlich wie Levodopa wirken und zusätzliche Wirkungen haben.

Die Weiterentwicklungen der letzten Jahre betreffen insbesondere die Verträglichkeit und Langzeit-Wirkung. Es wurden medikamentöse Verfahren entwickelt, die nicht über Tabletten oder Kapseln, sondern über ein Pflastersystem, über eine Dauerinfusion unter die Haut oder über eine Dauertherapie über das Magen-Darm-System erfolgen. Aber auch operative Maßnahmen haben ihre Wirksamkeit in bestimmten Fällen gezeigt und sollten bei der Auswahl der Therapieverfahren berücksichtigt werden.

Dank neuer Therapiemöglichkeiten müssen Parkinson-Patienten nicht auf Lebensqualität verzichten! (© Photographee.eu - fotolia)
Ein therapeutisches Gesamtkonzept bezieht im Idealfall alle heutigen Möglichkeiten mit ein: von klassischer Physiotherapie über eine Stoßwellentherapie zur Lockerung der typischerweise verhärteten Muskulatur bis hin zu neuerdings erwiesenen Bewegungskonzepten, wie z.B. das Konzept großräumiger Bewegungen („BIG“-Therapie).

Aber auch alternative Heilverfahren, wie z.B. Elemente der traditionellen chinesischen Medizin, oder das ganzheitliche Übungssystem des Tai Chi konnten Wirksamkeit bei der Behandlung von Parkinson zeigen.

Einige Symptome der Parkinson-Störungen erfordern eine internistisch-allgemeinmedizinische Mitbehandlung. Daher ist die Kooperation des Neurologen mit internistisch-allgemeinmedizinischen Kollegen ein wichtiger Bestandteil der Betreuung von Menschen mit Parkinsonstörungen.


Fazit

Wenn alle Umstände gut berücksichtigt werden, ist auch bei der Diagnose "Parkinson" eine hohe Lebensqualität über lange Zeit realistisch.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (1)

Gabriele U., 04.06.2020 - 21:39 Uhr

Der Artikel zum Thema Parkinson war sehr hilfreich und sehr gut verständlich

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