Schlafapnoe-Diagnostik: Diese Untersuchungen helfen bei Misserfolg der CPAP-Therapie

Dr. Frey

von
verfasst am

© lite-2046 - iStockPatienten, die unter Schlafapnoe leiden, schlafen oft unruhig und fühlen sich im Alltag niedergeschlagen. (© lite-2046 - iStock)Die Überdruckbeatmung gilt als Goldstandard in der Therapie der obstruktiven Schlafapnoe. Besonders wenn der Patient damit nicht zurecht kommt, ist eine gründliche Diagnostik wichtig, um eine gute alternative Therapie anbieten zu können. 

Was passiert im Schlaflabor?

Schlafapnoe-Betroffene werden meist im Rahmen einer Polysomnografie zwei Nächte im Schlaflabor untersucht. In der ersten Nacht werden die Analyse-Ergebnisse der vorausgegangenen Untersuchung hervorgehoben und um weitere Messdaten wie z.B. Muskelspannung (EMG), Augenbewegung (EOG), Körperlage oder Beinbewegungen ergänzt.

In der zweiten Nacht wird bereits mit der Therapie begonnen. Der Patient erhält eine Überdruckbeatmung mittels CPAP, die auf seine individuellen Bedürfnisse angepasst wird. Auf Basis der Ergebnisse der ersten Untersuchungsnacht wird der geeignete Maskentyp und der korrekte Beatmungsdruck ausgewählt.

Die Überdruckbeatmungstherapie tolerieren nicht alle Patienten gleichermaßen. Etwa 30-35% der Betroffenen lehnen die Maske ab. Die Hauptgründe 

  • nächtliche Panikattacken
  • Druckstellen
  • Entzündungen
  • undichte Stellen am Gerät
  • Kontaktallergien

Diese Patienten wenden sich auf der Suche nach alternativen Therapieformen an ihre Ärzte. In diesen Fällen empfiehlt sich zunächst eine umfangreiche Ursachenerforschung, um eine zielgerichtete Alternativtherapie ansetzen zu können. Dafür haben sich insbesondere zwei Verfahren durchgesetzt:


So funktioniert die Schlafendoskopie / Somnoendoskopie

Zusammen mit einem Narkosearzt wird der Patient bei dieser Untersuchung medikamentös in einen Dämmerschlaf versetzt. Die exakte Steuerung der Schlaftiefe kann mit Hilfe der Hirnströme im EEG erfasst werden. Neben der Traumschlafphase, dem sogenannten REM-Schlaf, der sich nicht künstlich erzeugen lässt, sind insbesondere die Schlafphasen N2 und N3 von Bedeutung. Die Grundspannung der Muskulatur sinkt in diesen beiden Schlafstadien besonders stark ab.

© Henrie - fotoliaWichtige Daten werden vor allem in der sogenannten Traumschlafphase erfasst. (© Henrie - fotolia)Bei der Untersuchung mit einem Videonasopharyngoskop und einem Mikrofon werden die Vibrationen des Zungengrunds, des Gaumensegels, des Kehldeckels und des Kehlkopfs sowie die Schnarchgeräusche selbst aufgezeichnet. Bei einem Schlafapnoesyndrom kann beobachtet werden, wie sich die oberen Atemwege verhalten.

Die EEG-gesteuerte Kontrolle der Schlaftiefe verhindert eine zu tiefe Narkose. Sie würde die Muskelspannung vollständig herabsetzen. In diesem Fall würde die Messung verfälscht und damit wertlos werden. Neben der Ursachenerforschung bei obstruktiver Schlafapnoe wird die Schlafendoskopie insbesondere auch eingesetzt, um den Ursachen des Schnarchens auf den Grund zu gehen.


Bildgebende Untersuchungsmethoden (CT-/DVT-Röntgen)

Bei Verdacht auf funktionelle Engpässe der oberen Atemwege haben sich zur Analyse der Ursachen bildgebende Untersuchungsverfahren durchgesetzt. Mit Hilfe eines Computertomographen oder DVT-Geräts werden Röntgenbilder der oberen Atemwege angefertigt.

Anhand der äußerst detaillierten Bilder führt der Arzt eine Atemwegsanalyse durch. Dabei werden der Durchmesser der oberen Atemwege bis ins Detail vermessen und die maximal mögliche Luftdurchflussmenge der oberen Atemwege ermittelt. Durch diese Untersuchungsergebnisse lassen sich die Ursachen der Verengung der oberen Atemwege genau identifizieren.

Sehr häufig ist die Rücklage eines oder beider Kiefer für die Einengung der oberen Atemwege verantwortlich. Liegt der Oberkiefer zurück, liegt meist auch das Gaumenzäpfchen zu weit im Rachen. Bei einer Unterkieferrücklage verengt sich der Abstand zwischen dem Zungengrund und der Rachenhinterwand. Die genannten bildgebenden Untersuchungsverfahren sind besonders geeignet, um anatomisch bedingte Fehlpositionierungen der Kiefer zu erkennen.

Fazit

Beide Untersuchungsmethoden haben sich zur Ursachenerforschung der nächtlichen Atemaussetzer als zweckmäßig erwiesen. Nur wenn die Ursachen ermittelt werden, ist es möglich, dem Betroffenen die wirksamste alternative Schlafapnoe-Therapie zu empfehlen. Somit können zielgerichtete Maßnahmen ergriffen und gleichzeitig unnötige Prozeduren vermieden werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
4
Interessante Artikel zum Thema „Schlaf”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
 
Ich akzeptiere die Nutzungsrichtlinien und AGB der jameda GmbH und habe die Datenschutzerklärung gelesen.
  

Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete

Ärzte für spezielle Behandlungsgebiete

jameda Behandlungsgebiete