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Erhöhtes Sterberisiko durch dauerhafte Schlafmitteleinnahme? Risiken & Nebenwirkungen

Dr. Diamantis

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© ArtFamily - fotoliaWer unter Schlafstörungen leidet, greif häufig zu Schlafmitteln. Dies kann jedoch nicht ohne Folgen sein. (© ArtFamily - fotolia)Schlaflos erschöpft, tagsüber müde: Wer unter diesen Symptomen leidet, bekommt oft Schlaf- oder Beruhigungsmittel verschrieben. Werden diese aber über einen längeren Zeitraum eingenommen, steigt nicht nur die Gefahr einer Abhängigkeit. Auch das Risiko früher zu sterben, ist deutlich erhöht.

Welche Ergebnisse konnten Studien über Schlafmittel liefern?

Ca. 1,4 Millionen Menschen in Deutschland nehmen regelmäßig Z-Substanzen wie Zolpidem, Zopiclon oder Zaleplon als Schlafmittel ein.

Eine Beobachtungsstudie hat gezeigt, dass bei Menschen, die über lange Zeiträume Schlafmittel einnehmen, das Risiko, früher zu sterben, steigt. Eine Studie der britischen Warwick Universität, die 2014 im „British Medical Journal“ (Quelle) erschien, konnte das beweisen. Die Forscher beobachteten über einen Zeitraum von mehr als sieben Jahren ca. 35.000 Erwachsene.

Es zeigte sich, dass pro 100 Patienten im Alter von 35-75 Jahren, die Schlafmittel nahmen, vier Todesfälle mehr auftraten als bei der Kontrollgruppe, die keine Schlafmittel einnahm.

Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, wurden Todesfälle, die sich im ersten Jahr ereigneten, nicht berücksichtigt. Auch andere Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen könnten, wurden beachtet und in die Studie einbezogen.

Das Fazit der Studie ist, dass die dauerhafte Einnahme von Schlafmitteln schädlich ist und zu einem früheren Tod führen kann.

Welche Nebenwirkungen können bei Schlafmittelmissbrauch auftreten?

Bei kurzfristiger Anwendung sind Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine und Benzodiazepin-Analoga sinnvolle und hochwirksame Arzneimittel, die zumeist als akute Medikamente in einer Krise verordnet werden. Nach ca. zwei Wochen nimmt die Wirksamkeit dieser Medikamente allerdings ab und die schlaffördernde und beruhigende Wirkung lässt nach.

Oft regulieren die Patienten dann eigenmächtig mit einer Dosissteigerung nach, wodurch das Suchtpotenzial deutlich steigt.

Auch treten unerwünschte Nebenwirkungen vermehrt auf. Nebenwirkungen sind z. B.

  • nachlassende Gedächtnisleistung
  • fehlende körperliche Energie
  • Verflachung des Gefühlserlebens
  • erhöhtes Risiko für Stürze

Eine eingeschränkte Fahrtüchtigkeit und damit das Risiko von Verkehrsunfällen sind ebenfalls eine Folge einer dauerhaften Einnahme von Schlafmitteln.

Wie erkenne ich, ob ich abhängig von Schlafmitteln bin?

Ob eine Abhängigkeit besteht, ist dem Betroffenen oft nicht bewusst. Denn die Nebenwirkungen werden nicht mit den Schlafmitteln in Verbindung gebracht. Vielmehr wird fälschlicherweise angenommen, der Grund der Erkrankung hat sich verschlechtert.

Das Medikament wird folglich weiter eingenommen. Oft wird dabei auch eigenmächtig die Dosis erhöht.

Signale einer Abhängigkeit sind: sich unausgeglichen, antriebslos oder „gerädert“ fühlen. Die Betroffenen verlieren dadurch erheblich an Lebensqualität und ziehen sich aus Beziehungen zurück. Dass Schlafmittel so leicht abhängig machen, hat auch einen Grund: Die Entzugssymptome nach kurzfristigem Absetzen der Mittel ähneln den Einnahmegründen. 

Sollten Sie bei sich eine solche Abhängigkeit vermuten, wenden Sie sich unbedingt an einen qualifizierten Schlafmediziner.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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