Sinnkrise in den besten Jahren: Was sind die Unterschiede zwischen Midlife-Crisis & Depressionen?

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© goodluz - fotoliaWann endet eine Midlife-Crisis und wo beginnt eine Depression? (© goodluz - fotolia)Zwischen 40 und 50 kommt es bei vielen Menschen zu einer Sinnkrise. Doch handelt es sich dabei wirklich immer um eine Midlife-Crisis? Und wie unterscheidet sie sich von einer Depression? 

Was ist eine Midlife-Crisis?

Jeder Mensch macht im Leben Krisen durch - häufig beispielsweise nach der Schule und dem Start ins Berufsleben. Nachweislich geraten viele Menschen auch in der Mitte ihres Lebens in eine bedeutsame Krise. Doch für eine Midlife-Crisis gibt es empirisch keinen Beweis. Sie ist kein Automatismus wie etwa die Pubertät. Das zeigen verschiedene Studien.


Weshalb geraten so viele Menschen in den „besten Jahren" in eine Lebenskrise?

Viele Menschen zwischen 40 und 50 beunruhigt diese Zeit des Umbruchs. Sie stellen fest, dass sich ihr Körper verändert. Muskeln und Haare werden weniger, dafür nehmen Falten und Fettpölsterchen zu. Das ist im Zeitalter eines ausgeprägten Schönheits- und Jugendideals für die meisten beängstigend.

Sie erkennen zudem, dass das Leben endlich ist. Oftmals erkranken oder sterben die Eltern, beruflich ist alles erreicht und die Kinder verlassen das Haus. Hinzu kommt natürlich die Angst vor dem Alter, vor eigenen Gebrechen und dem Alleinsein.


Wie macht sich eine Midlife-Crisis bemerkbar?

Die Symptome sind nicht einheitlich. Viele grübeln über ihr Leben und verpasste Chancen nach und werden trübsinnig. Oftmals treten auch eine innere Leere und Langeweile auf sowie - insbesondere bei Männern - Unzufriedenheit und Wut. Nicht selten folgen daraus vorschnelle, unüberlegte Entscheidungen wie etwa die Kündigung des Jobs oder die Trennung von der langjährigen Lebenspartnerin.

Woran merke ich, dass es sich bei „meiner“ Midlife-Crisis nicht um eine Depression handelt?

Die gravierenden persönlichen Veränderungen und die sich daraus ergebenden Fragen nach dem Sinn des Lebens lösen oftmals Symptome einer Depression aus. Die Betroffenen fühlen sich antriebslos und traurig. Konzentrationsfähigkeit und Schlaf leiden. Doch im Gegensatz zur wissenschaftlich nicht belegten Midlife-Crisis handelt es sich bei einer Depression um eine international anerkannte psychische Erkrankung. Leider wird ihre Schwere immer noch sehr häufig unterschätzt.


Spielen hormonelle Veränderungen eine Rolle bei einer Midlife-Crisis?

Die Wechseljahre bedeuten meist nicht nur für den weiblichen Körper eine turbulente und belastende Zeit. Seit langem ist ein Zusammenhang zwischen Hormonspiegel und Stimmungsschwankungen nachgewiesen. Viele Frauen erleben diese Verstimmungen intensiver, länger und heftiger als in den Jahren zuvor.

Studien belegen jedoch, dass „echte“ Depressionen in den Wechseljahren nicht häufiger auftreten als in jungen Jahren. Vielmehr stecken oft Probleme mit dem Älterwerden oder dem Ende der Fruchtbarkeit oder nicht verarbeitete Konflikte dahinter.


© WavebreakmediaMicro - fotoliaÄhnlich wie bei Frauen konnten hormonelle Veränderungen im fortgeschrittenen Alter auch bei Männern beobachtet werden. (© WavebreakmediaMicro - fotolia)Welche Rolle spielen Hormone bei „ihm“?

Auch bei Männern verändert sich der Hormonspiegel etwa ab dem 40. Lebensjahr. Es kommt zu einer gedrosselten Produktion von Sexualhormonen wie Testosteron. In der Regel fallen die körperlichen und psychischen Folgen der hormonellen Umstellung aber nicht ganz so gravierend aus wie bei Frauen.

Dennoch stellen sie einen erheblichen Einschnitt dar: Neben Schweißausbrüchen und Schlafstörungen klagen viele Männer in der Andropause - so nennt man die hormonelle Umstellungsphase beim Mann - über Veränderungen wie etwa einen Verlust an körperlicher Leistungsfähigkeit und geistiger Spannkraft, einer verminderten Libido oder Müdigkeit. Hinzu kommen vielfach psychische Beschwerden wie Verstimmungen und höhere Reizbarkeit. Oft leidet auch das Selbstwertgefühl erheblich.


Wie kann ich Positives aus einer Midlife-Crisis ziehen?

Statt wehmütig zurückzublicken und über die eigene Vergänglichkeit zu klagen, sollte man ein ehrliches Fazit des bisherigen Lebens ziehen.

  • Was habe ich erreicht?
  • Worauf kann ich besonders stolz sein?
  • Und was steht noch ganz oben auf meiner Liste persönlicher Lebensziele und Träume? 

Sehen Sie diese Phase als Zeit des kreativen Wandels und als Chance eines Neubeginns, so steigert das Ihre Lebenszufriedenheit. Begegnen Sie dem Kommenden mit viel Neugierde und Gelassenheit, so ist auch die Zukunft eine positive Herausforderung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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