Panikattacken – Hölle oder Möglichkeit zum Blühen?

Was hilft bei Panikattacken? Erhalten Sie hier Tipps für mehr Gelasseneheit. (© pathdoc - fotolia)

Panikattacken treten plötzlich und nicht vorhersehbar auf. Wer diese plötzliche Angst kennenlernt, ist zumeist tief beunruhigt und entwickelt oft zusätzlich eine Angst vor der Angst. Das ist sehr anstrengend.

Auch eine Agoraphobie kann sich dazugesellen, so dass die Betroffenen nicht mehr gerne unter viele Menschen gehen und auch nicht gerne in öffentlichen Verkehrsmitteln reisen.

Angst entsteht unter Druck. Stress und körperliche und vor allem seelische Belastungen sind oft der Ausgangspunkt. Die plötzliche Angst zeigt uns an, dass es Zeit ist, in unserem Leben etwas zu ändern. Der Weg, der auf eine bestimmte Weise verfolgt wird, führt nicht zum wirklichen Ziel. Oder die Gelassenheit fehlt, um schrittweise voranzukommen und den Weg zu genießen. Das Symptom der "Panikattacke" ist also ein Hinweis an uns, eine Inventur zu machen. "Was gibt Kraft und was schadet dem Wohlbefinden?", das gilt es zu erkunden.

 

"Symptome muss man ehren, denn sie beschützen unser Leben"

So sagen die Psychologen manchmal: "Symptome muss man ehren, denn sie beschützen unser Leben". Ein guter Therapeut:in wird dafür sorgen, dass Sie Verständnis für den Sinn der Ängste entwickeln. Was will die Panik mir sagen? Und es geht um viel mehr, als einfach wieder zu funktionieren.

Es geht darum, seine tiefen Bedürfnisse zu erkennen, nicht einfach Reiz-Reaktion zu leben, sondern positiv zu gestalten. Und Entwicklung sollte immer und bestenfalls auf der Grundlage von Freude geschehen. Freude und Leichtigkeit zurückholen und wirklich bewusst alle Lebensbereiche zu gestalten, darauf kommt es an. Es gibt keine beständige Sicherheit im Leben. Aber man kann eine solide Basis schaffen, um dann die "Türme" bauen zu können, seine Träume zu verwirklichen.

Anleitung zur Lebensgestaltung

Die Spielanleitung für die Gestaltung eines interessanten Lebens, das erfüllt und erfolgreich ist, liefert eine intelligente und transpersonale Therapie.

Denn Bewusstheit – Achtsamkeit – Verbundenheit – Gelassenheit – Dankbarkeit und eine feine Wahrnehmung führen über den angelernten engen Blick hinaus. Die Therapieschritte könnten so ablaufen:

    1. Inventur – Die Stressoren und Ressourcen erkunden.

      Ein Symbolbild dafür: Das Haus des Lebens betrachten.
    2. Entrümpeln. Es ist wichtig, zu unterscheiden, was guttut, was im Leben Ressourcen sind, und was im Leben zu Blockaden führt. Alte Denkmuster sollten geprüft und überdacht werden.

      Negative Gedanken sind, wie schon im Buddhismus berichtet wird, wie Straßenräuber. Man sollte Ihnen ausweichen, sie wegscheuchen. Gedanken kann man lenken oder am besten umwandeln. Es ist auch nicht besonders günstig, zu viel im Vergangenen zu weilen. Negative Erlebnisse können verarbeitet werden und es besteht die Möglichkeit, daraus zu lernen.

      Das Haus des Lebens muss sozusagen gelüftet werden, Zimmer renoviert. Die Familiengeschichte zu betrachten, zeigt Muster auf, die oft späteres Verhalten beeinflussten. Erkennt man diese ungünstigen Muster, lassen sich diese auflösen.
    3. Neu gestalten. Es geht um viel mehr, als im Leben gut zu funktionieren. Oft definieren wir uns über automatisch ablaufende Aussagen. Die buddhistische Schriftstellerin Pema Chödrön nennt es, der "mentalen Schallplatte" lauschen. Jetzt aber geht es darum, tiefe Bedürfnisse zu erkennen. Was ist das innere mentale Ziel? Was braucht meine Seele, mein Körper? Um das zu erfahren, ist es notwendig, den Blick zu vertiefen bzw. zu erweitern, in Kontakt mit der inneren Weisheit zu treten.

      Meditation und Entspannungstechniken sind dafür gut. Sich selbst wieder spüren und so erfahren, was zum wirklichen Glücklichsein fehlt.

Dann können die Lebensbereiche entsprechend den inneren mentalen Wünschen gestaltet werden.
Wie das geht, kann man in einer professionellen Therapie lernen.

Das sinnvolle Gestalten des Lebens gibt Gelassenheit

Gelassenheit lässt Menschen in einen angenehmen Kontakt miteinander kommen. Wo Gelassenheit ist, kann keine Angst sein. Das belegen wissenschaftliche Studien.

Doch Entspannungstechniken und Meditation reichen oft nicht aus, um grundlegend Ängste zu stillen. Deshalb geht es um eine harmonische Gestaltung des Lebens. Die körperliche Fitness ist wichtig.

Den Geist zu lenken und die Gedanken positiv auszurichten, das ist ebenfalls wichtig. Die Lebensenergien zu lenken, ist für die Balance des Menschen notwendig. Das Leben bedeutet aber auch beständige Veränderung. Sich mit Ängsten auseinanderzusetzen, bedeutet auch, anzuerkennen, dass wir immer wieder schauen sollten, ob wir auf dem richtigen Weg sind.

Diese Techniken können helfen

Entspannungstechniken und Meditation, Spaziergänge in der Natur, Entspannung in Bewegung, wie Yoga oder Qui Gong, geben uns die Möglichkeit, ganz bei uns zu sein. Die Signale des Körpers zu verstehen. Wir können sozusagen Themen oder unsere Vorhaben mental anprobieren. Wir können spüren, wie unsere Vitalität ist.

Wenn wir im Außen agieren und unsere Aufgaben erledigen, befinden wir uns sozusagen im Sturm des Lebens. Wenn wir entspannt sind, befinden wir uns im Auge des Sturms. Bleiben wir nur im Außen und leben beständig Reiz-Reaktion, geben wir andauernd Energie aus. Wenn wir zu uns kommen, sammeln wir Energie ein. Wir halten inne und erkennen uns selbst. Wir werden uns selbst bewusst.

Wir sind mehr als angehäufter Besitz

Panikattacken entstehen also oft durch Stress, durch Leistungsdruck oder weil das Leben schlecht sortiert ist, nicht den mentalen Zielen entspricht.

Dann können wir alles neu ausrichten. Auch das Thema der Identifikation ist wichtig. In unserer Gesellschaft gilt zunehmend das Leistungsprinzip: immer mehr wissen, immer mehr Erfolg verbuchen. Als Gradmesser für Erfolg steht das Materielle, das Geld, der Besitz.

Doch wie kommt es dann, dass gerade in einer Gesellschaft, die hoch entwickelt erscheint, wie z. B. die USA, so viele Menschen Psychopharmaka benötigen, um nicht traurig zu sein? Auch in Deutschland nimmt die Zahl der psychischen Störungen und so auch der Angst zu. Das sind gesellschaftliche Fragen, die gestellt werden sollten.

Es zeigt uns aber, dass es nicht das größte Glück bringt, ausschließlich materiellem Gewinn entgegenzustreben. Wenn er verloren geht, bleiben oft undefinierte Menschen zurück. Nimmt man Ihnen den Besitz bzw. geht mit der Laufbahn etwas schief, nimmt man Ihnen die Identität? Das führt zu großer Angst und Verzweiflung.

Auch daran erkennen wir, dass es notwendig ist, die Basis des Lebens neu zu betrachten. Wir sollten mehr sein als angehäufter Besitz. Ein Menschenleben ist kostbar und kann viele glücksbringende und verbindende Inhalte haben.

So können Panikattacken entstehen

Auch kritische Lebensereignisse können Ängste hervorrufen. Das Leben wird geplant und nun geschehen Dinge, die Menschen aus ihrer Bahn werfen. Krankheiten können auftreten, Todesfälle, Beziehungen fallen auseinander oder bestimmte Vorkommnisse erschüttern das Wohlbefinden.

Es ist also notwendig, beim Behandeln von Panikattacken oder auch anderen psychischen Störungen niemals oberflächlich hinzuschauen. Eine gezielte Diagnostik, ein genaues Betrachten der Ursachen ist wichtig. In der Psychologie spricht man von einem Vulnerabilitäts-Stress-Modell.

Von unseren Vorfahren erben wir bestimmte Eigenschaften und auch körperliche Gegebenheiten. So gibt es Menschen, die leichter erregbar sind als andere. Der Gad der Erregung wird von Botenstoffen im Gehirn gesteuert, den sogenannten Neurotransmittern. Stressoren kommen dann dazu und lösen die Ängste oder die Panik aus.

Stressoren können vielfältig sein. Krankheiten, Beziehungsstress, neue Lebensrollen, Sinnverlust, Leistungsdruck, Ärger auf Arbeit oder in der Familie, Todesfälle, Hitze, Lärm, Bürokratie und anderes. Nun kann man ein Störungsmodell aufzeigen und je nachdem, wo die Ursachen liegen, kann eine Therapie systematisch erfolgen.

Fazit

Meine langjährige Erfahrung im therapeutischen Bereich zeigt mir, dass die Menschen, die ein sinnerfülltes Leben führen, in Verbundenheit mit Freuden und auch der Natur leben und sich aktiv und bewusst entwickeln, wesentlich resilienter sind.

Das heißt, dass Lebensfreude, Sinnhaftigkeit und Verbundenheit, eben ein bewusstes Sein, der Gesundheit zuträglich sind.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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