So erkennen Sie das Asperger-Syndrom bei Kindern und Erwachsenen

Kinder mit Asperger-Syndrom erkennt man u.a. daran, dass sie gern allein sind (© Satilda_iStock)

Leider bleibt das Asperger-Syndrom oft unbemerkt, da die Diagnose schwierig ist und es häufig zu Fehldiagnosen kommt, die bereits medikamentös behandelt wurden. Vielleicht sind Betroffene in Ihrem Bekanntenkreis? Dieser Artikel verrät, woran Sie das Asperger-Syndrom erkennen.  


Was ist das Asperger-Syndrom?

Es ist keine Krankheit im klassischen Sinne, sondern eine Behinderung beziehungsweise eine Entwicklungsstörung. Es handelt sich um eine milde Form des Autismus, von der viel mehr Jungs als Mädchen betroffen sind.

Oft dauert es Jahre, bis die Krankheit entdeckt wird. Gerade Mädchen und junge Frauen versuchen sich das Verhalten anderer abzuschauen und kommen so durch das Leben, auch wenn es sehr schwierig für sie ist. Sie wissen, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, dass sie anders sind als Gleichaltrige.

Anfangs denkt man vielleicht, das Kind wäre introvertiert, schüchtern und passt sich schlecht an, doch irgendwann ist nicht mehr zu leugnen, dass es wirklich anders ist. Die Eltern haben vielleicht schon den Hausarzt aufgesucht, der ihnen womöglich sagte, dass sich die Probleme legen werden. Aber so ist es nicht.

Die meisten betroffenen Kinder sind eher durchschnittlich intelligent bis hochbegabt, daher fällt es anfangs nicht auf, dass eine Entwicklungsstörung vorliegt.


Wie erkenne ich Asperger in meinem Bekanntenkreis?

Nicht alles wird zutreffen, aber vieles wird auffällig sein:

  • Das soziale Verhalten der Betroffenen ist gestört und sie meiden Augenkontakt.
  • Manchmal kommt eine Essstörung hinzu (z.B. bei Depressiven).
  • Geregelte Abläufe sind den Betroffenen wichtig.
  • Jede Veränderung macht Angst.
  • Die Betroffenen können die Mimik, Gestik und Emotionen der anderen nicht richtig deuten. Sie verstehen Redewendungen häufig falsch. 
  • Die Patienten wirken empathielos und ihre Gefühle sind oft nicht in ihrer Mimik wiederzuerkennen. Es kann sein, dass ihr Verhalten sehr kalt wirkt, obwohl Asperger-Patienten sehr wohl sensibel sind und ein großes Herz haben.
  • Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, Beziehungen aufzubauen und sie zu halten. Gerade in der Pubertät gehen andere Jugendliche auf Partys und interessieren sich für das andere Geschlecht. Hier haben es Asperger-Patienten eher schwer, denn die Geräuschkulisse in einem Club empfinden sie als unangenehm.
  • Die Betroffenen reagieren überempfindlich auf Geräusche, Gerüche und Menschenmengen. Sie nehmen alles an Geräusche wahr und können sich schwer auf das Wesentliche konzentrieren, weil die Geräusche des Umfelds nicht oder kaum ausgeblendet werden können.
  • Teilweise begleiten depressive Phasen das Leben der Betroffenen. Das macht es noch schwieriger für sie.
    Manche Betroffene haben Aufmerksamkeitsstörungen (© Viktor_Gladkov - iStock)
  • Kinder spielen lieber alleine als mit anderen.
  • Die Betroffenen haben Aufmerksamkeitsstörungen.
  • Die Kinder lernen sehr früh sprechen und können sich sehr gut ausdrücken. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum allgemeinen Autismus.
  • Hochbegabung ist möglich und zwar in den verschiedensten Bereichen.
  • Die Betroffenen entwickeln spezielle Interessen, die zur Obsession werden können.
  • Manche haben motorische Defizite oder sind ängstlich.
  • Selektiver Mutismus: Die Kinder reden ungern mit Menschen, die sie nicht sehr gut kennen.


Ursachen und Behandlung

Veränderungen im Gehirn spielen eine Rolle, aber es sind verschiedene Auslöser möglich. Es gibt Theorien über eine Sauerstoffunterversorgung im Babyalter, Viren oder genetische Faktoren. Ganz sicher ist die Forschung nicht.

Leider gibt es momentan keine Therapien, die Asperger heilen. Die Therapeuten sollten sich darauf konzentrieren, den Betroffenen mit Gesprächs- und Verhaltenstherapie oder Maltherapie zu helfen. Aber leider erkennt man Asperger erst spät, daher wird auch erst spät therapiert.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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