Pfeiffersches Drüsenfieber, Heuschnupfen oder Depression: Diese Krankheiten können Ursachen eines erhöhten Schlafbedarfs sein

Claudia Galler

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© Syda Productions - FotoliaHeuschnupfen oder ein ernster Infekt sind nicht die einzigen Ursachen für einen erhöhten Schlafbedarf (© Syda Productions - Fotolia)8 Stunden geschlafen und immer noch müde? Welche Erkrankungen hinter erhöhtem Schlafbedarf stecken können, erläutert die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

Im Mittel reichen 6- 8 Stunden Schlaf zur Erholung aus

Der Schlafbedarf ist individuell verschieden. In der Regel braucht ein Erwachsener 6- 8 Stunden Schlaf, um sich zu erholen, doch manch einer fühlt sich erst nach neun, ein anderer schon nach fünf Stunden ausgeruht. Im Schlaf laufen zahlreiche wichtige Vorgänge ab: Der Körper regeneriert sich, das Immunsystem arbeitet verstärkt und das Gehirn sortiert und festigt die tagsüber erhaltenen Informationen. Nur wenn der Schlaf aus REM- und Non-REM-Schlaf besteht und alle Phasen (Einschlaf-, Leichtschlaf- und Tiefschlafphasen) durchläuft, fühlt man sich am nächsten Tag erholt.

Erhöhter Schlafbedarf: Oft kein Grund zur Besorgnis

Nach langen Arbeitstagen, Herausforderungen im Familienleben oder großer körperlicher Anstrengung ist erhöhter Schlafbedarf kein Wunder. Auch eine schlechte Sauerstoffversorgung in ungelüfteten Räumen macht müde. Werdende Mütter bemerken die Umstellung des Körpers oft am größeren Schlafbedürfnis: Kaum sind die Augen zu, schlafen sie auch schon wie ein Stein bis zum nächsten Morgen durch. Menschen mit niedrigem Blutdruck von unter 105/65 mm Hg neigen ebenfalls zu Müdigkeit und brauchen oft eine kleine Extra-Anregung wie Kreislauftraining oder -tropfen.

Müdigkeit als Folge zahlreicher Erkrankungen

Bei Krankheit erschöpft der Körper leichter, er braucht mehr Schlaf. So machen z.B. allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen müde. Auch nach ernsten Infekten mit Influenza oder Pfeifferschem Drüsenfieber ist man eine längere Zeit schwach und ruhebedürftig. Chronische Schmerzen laugen Körper und Seele aus, so brauchen Patienten mit beispielsweise Rheuma, Rückenleiden oder Fibromyalgie mehr Schlaf. Auch stark auszehrende Erkrankungen wie Krebsleiden, Muskelerkrankungen, z.B. Multiple Sklerose, Hormonstörungen wie Schilddrüsenunterfunktion oder auch psychische Beschwerden, z.B. Depressionen, erhöhen den Erholungsbedarf. Eine besondere Störung der Schlaf-Wach-Regulation ist die Narkolepsie: Betroffene schlafen ohne Vorwarnung ein, egal, wo sie sich gerade befinden. Alle diese Erkrankungen bedürfen einer ärztlichen Diagnose und ursächlicher Behandlung.

Oft unbemerkt: Eisenmangel

Das Spurenelement Eisen ist wichtiger Bestandteil des Hämoglobins und Myoglobins, als auch von Proteinen, die den Sauerstoff im Blut bzw. in den Muskeln transportieren. Bei Eisenmangel kommt weniger Sauerstoff in den Zellen an - man wird müde und kraftlos. Auskunft über den Eisenstatus geben u.a. die Werte des Speichereisens (Ferritin, Transferrin). Die empfohlene Menge Eisen von 10- 12 mg pro Tag kann man mit eisenhaltigen Lebensmitteln decken, z.B. mit Fleisch, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Obst wie schwarzen Johannisbeeren und Gemüse, z.B. Fenchel. Auch Eisenpräparate stehen als Tabletten, Kapseln, Tropfen oder als Saft zur Verfügung.

Müdigkeit als Nebenwirkung von Arzneimitteln

Wer Medikamente einnimmt, sollte sie auf ihre Nebenwirkungen prüfen. So können z.B. Mittel gegen erhöhten Blutdruck, Antihistaminika und die Wirkstoffgruppe der Triptane gegen Migräne müde machen. Auch starke Schmerzmittel wie Morphin, sedierende Psychopharmaka und Beruhigungsmittel führen zu Müdigkeit.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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