Wege aus der Winterdepression - Wie Sie trübe Stimmung verhindern können

Schlossparkklinik Dirmstein

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© closeupimages - fotoliaKaltes Wetter und wenig Sonnenlicht haben direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden (© closeupimages - fotolia)Die dunkle, kalte Jahreszeit schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Wodurch ein Winterblues entsteht und wann man zum Arzt gehen sollte.

Wieso kann die kalte Jahreszeit die Stimmung beeinflussen?

Für einen „Herbstblues“ gibt es viele Gründe. Zunächst einmal bewerten viele Menschen das Ende des Sommers als Verlust und das kann Gefühle von Trauer auslösen. Hinzu kommt, dass kurze, kalte, triste und lichtarme Tage auch aus neurobiologischen Gründen das Stimmungsbarometer bei vielen von uns Richtung Nullpunkt sinken lassen. Schuld daran sind die wenigen Sonnenstunden, sprich der ausgeprägte Lichtmangel.

Dieser führt u.a. dazu, dass der Körper vermehrt das stimmungssenkende Schlafhormon Melatonin produziert, dafür aber weitaus weniger das Wohlfühl-Hormon Serotonin. Die mögliche Folge: eine saisonal abhängige Depression (SAD), so der medizinische Fachbegriff.

Sie äußert sich ähnlich wie die „klassische“ Schwermut - nämlich durch eine sehr niedergeschlagene Stimmung, Antriebs- und Energielosigkeit, Interessenverlust und Ängste. Für Depressionen ungewöhnlich sind das ausgeprägte Schlafbedürfnis und ein verstärkter Appetit vor allem auf süße und kohlenhydratreiche Kost.


Verschwinden Depressionen von alleine wieder?

Das ist natürlich der Wunsch aller Betroffenen. Doch unbehandelt vergeht der größere Teil der Depressionen nicht von alleine. Hält das Stimmungstief mehr als drei Wochen an, sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Er kann beurteilen, ob psychologische oder fachärztlich-psychiatrische Hilfe erforderlich ist.

Eine therapeutische Behandlung dauert oft Monate. Doch es lohnt sich: Grundsätzlich sind Depressionen gut therapierbar. Je früher die Behandlung beginnt, desto schneller und effektiver können die Beschwerden in der Regel behoben werden. 

Basierend auf einer ausführlichen Anamnese und Diagnostik wird für jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt - zugeschnitten auf dessen Persönlichkeit und Beschwerden. Üblicherweise umfasst die Behandlung Psychotherapie sowie - ab einem bestimmten Schweregrad der Depression - auch die Verordnung eines Antidepressivums, also eines Psychopharmakons.

Dabei können erfahrene Fachärzte auf eine Vielzahl möglicher Medikamente zurückgreifen, je nach Symptombild und Vorerkrankungen des Patienten. Komplettiert wird das therapeutische Vorgehen, insbesondere in einer Fachklinik, durch eine Vielzahl zusätzlicher Therapieangebote wie Entspannungsverfahren, Bewegungs- und Kreativtherapien. In manchen Fällen sind auch Lichttherapie und Schlafentzug hilfreich.


Kann ich Depressionen verhindern?

Einen sicheren Schutz gibt es nicht. Denn schließlich kann niemand sehr belastende Erlebnisse, wie etwa den Tod eines geliebten Menschen oder einen anderen Schicksalsschlag, voraussehen. Allerdings lassen sich die Risiken durch ein funktionierendes soziales Netzwerk mit guten sozialen Kontakten sowie abwechslungsreichen Hobbys senken.

Regelrecht antidepressiv wirken können Sport und Bewegung, speziell im Freien. Sie führen zu einer höheren Ausschüttung von Endorphinen, was Stimmung und Glücksempfinden zugute kommt. Dabei wird die Produktion des Neurotransmitters Dopamin - und somit das Gefühl für Glück und Freude - gefördert. Auch ausreichende Entspannung wirkt einem herbstlichen Stimmungstief entgegen. Ob Wellnessbad, Schlemmermenü oder Autogenes Training - wichtig sind kleine Auszeiten zwischendurch.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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