Ängste mit Hypnose lösen: Ein Erfahrungsbericht

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© lite-2046 - iStockDie Ursachen vieler Ängst liegen in der Kindheit. Hypnose kann dabei helfen, sie zu finden. (© lite-2046 - iStock)In diesem Beitrag möchte ich Ihnen anschaulich erklären, wie Ängste entstehen können und welche Auswirkung kleine negative Erlebnisse auf das eigene Leben haben können. Hypnose kann helfen, die Probleme zu lösen, die dadurch für den Rest des Lebens entstehen können.

Damit Sie es besser verstehen, möchte ich Ihnen gerne meine persönliche Geschichte von der Vorlesephobikerin zur entspannten Vortragsrednerin erzählen.

Meine persönlichen Erfahrungen: So können sich Ängste entwickeln

Mit etwa 13 Jahren saß ich im Chemie-Unterricht ganz hinten. Ich folgte entspannt dem Unterricht. Dann sollte ich einen Text vorlesen. Das war für mich bis dahin kein Problem gewesen. Ich legte also einfach los. Nun war in dem Text eine komplizierte Wortkombination und ich bekam sie einfach nicht korrekt über die Lippen. Zuerst musste ich selber darüber lachen. Nach dem dritten missglückten Anlauf war es allerdings gar nicht mehr lustig. Ich hatte einen hochroten Kopf, weil die anderen Schüler sich zu mir umdrehten, dumme Sprüche machten und mich auslachten. Ich hätte mich am liebsten in Luft aufgelöst.

Das hört sich jetzt erst einmal gar nicht so schlimm an, aber für mich hatte dieses Erlebnis weitreichende Folgen. Ich machte nach diesem Vorfall immer mehr negative Erfahrungen im Unterricht. Die Angst vorm Vorlesen steigerte sich immer weiter, so dass es ein Jahr später das Schlimmste für mich war, einen Text laut in der Klasse zu lesen. Das sah dann so aus:

Ich saß mit 14 Jahren ganz vorne rechts in unserem Klassenraum im Religionsunterricht. Bei der Lehrerin war es üblich, dass beim Textevorlesen ein Schüler begann und nach jedem Absatz wurde gewechselt. So war es mir möglich auszurechnen, wann ich selber an der Reihe war. Je näher mein Einsatz rückte, umso nervöser wurde ich. Mir wurde warm, das Herz schlug bis zum Hals und das Atmen wurde viel schwerer. Wenn ich dann dran war, wollte ich einfach nur raus aus der Situation. Das führte dazu, dass ich ohne Luft zu holen vorgelesen habe, einen hochroten Kopf hatte und mich absolut unwohl in meiner Haut fühlte. Irgendwann rang ich nach Luft und die Mitschüler lachten erneut über mich.

Mündliche Beteiligung wurde für mich immer schlimmer. Referate halten war kaum möglich. Später bin ich durch mein mündliches Examen gerasselt, weil ich einen Blackout hatte.

Wie kann Hypnose dabei helfen, Ängste zu bewältigen?

2011 sollte ich dann einen Vortrag vor 80 Menschen halten und das schien für mich eine unüberwindbare Hürde zu sein. Ich suchte mir Hilfe bei einen Hypnotiseur und zusammen fanden wir die oben erzählten Situationen. Während der Hypnose schafften wir es, die negativen Gefühle zu neutralisieren und mir die innere Sicherheit zu geben, die ich für einen guten Vortrag brauchte. Zu Beginn war ich aufgeregt, aber es wurde mit jedem Wort besser. Inzwischen halte ich entspannt und sehr gerne Vorträge vor anderen Menschen.

Ängste entstehen so wie oben beschrieben: Wir haben ein negatives Erlebnis mit negativen Gefühlen. Die negativen Gefühle werden mit einer bestimmten Situation verknüpft. Dadurch fühlen wir uns in ähnlichen Situationen erneut unwohl. Machen wir wiederum schlechte Erfahrungen, nehmen die negativen Gefühle zu. Dadurch gehen wir in die nächste ähnliche Situation noch unsicherer hinein. Das führt dazu, dass wir erneut scheitern.

Diesen negativen Kreislauf können wir mit der ursachenorientieren Hypnose durchbrechen. Wir helfen dem inneren Kind, das sich beim Vorlesen schlecht fühlt, indem wir ihm Sicherheit, Geborgenheit und Schutz geben. So werden die negativen Gefühle am Ursprung beseitigt und sie haben keine weiteren Auswirkungen auf unser Handeln in der Zukunft. Dadurch sammeln wir beim nächsten Mal positive Erfahrungen, die sich mit jedem Mal verstärken. Wir werden immer sicherer. Bald macht das Vorlesen sogar wieder Spaß.

Fazit

Durch den oben beschriebenen negativen Kreislauf entstehen nicht nur Angststörungen, sondern auch andere problematische Verhaltensweisen. Mit Hypnose können wir im tiefsten Inneren positive Veränderungen erreichen und neue Verknüpfungen erstellen. Das kann kleine und auch ganz große positive Auswirkungen auf unser weiteres Leben haben.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


06.09.2018 - 15:40 Uhr

Funktioniert das denn mit allen Arten von...

von Janny

... Ängsten? Eine enge Freundin von mir hat eine heftige Spinnenphobie - nicht nur so ein bisschen, sondern so richtig. Könnte Hypnose denn da auch eine Möglichkeit sein, diese Angst zu überwinden?


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