Frühlingsgefühle bringen die Psyche jährlich zum Erblühen

Frau Hirth

von
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© detailblick - fotoliaDüfte und Erinnerungen sind für Frühlingsgefühle verantwortlich (© detailblick - fotolia)Viele Menschen erfahren ein ganz besonderes Gefühl jedes Jahr, wenn der Winter vorbei ist, die Tage wieder länger werden und die Natur ihr erstes Grün hervorbringt. Auffallend schnell steigt der Stimmungsbarometer und die Laune hebt sich. Es wird plötzlich überall wieder mehr gelacht und geflirtet.
Auslöser für dieses Hoch der guten Laune sind die berühmten Frühlingsgefühle. Doch wie wirkt sich der Frühlingsbeginn auf die Psyche wirklich aus, und wofür kann man diese Zeit am besten nutzen?

Bewegungsdrang im Freien

Das Erwachen der Natur nach dem Winter weckt auch im Menschen den Wunsch nach mehr Aktivität. Der Frühling sorgt für einen frischen Wind und viel Energie nach den tristen Wintermonaten. Er lässt so manche Winterdepression verblassen, welche im schlimmsten Fall gegen eine Frühjahrsmüdigkeit eingetauscht wird. Im Menschen löst der Frühling einen Drang nach Bewegung und Kontakt aus. Zusätzlich sinkt das Schlafbedürfnis und die Empfänglichkeit für erotische oder romantische Reize steigt. Plötzliche Glücksgefühle, Schmetterlinge im Bauch und der besondere Duft in der Natur sind charakteristisch für die Frühlingszeit.

Warum haben wir Frühlingsgefühle?

Wichtigster Auslöser für die Frühlingsgefühle ist das vermehrte Sonnenlicht im Frühjahr, denn es hemmt die Produktion von Melatonin. Dieses Hormon überwacht die jahreszeitlich bedingten Veränderungen im Körper und ist außerdem an der Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt. Während der Melatoningehalt im Winter sehr hoch ist und uns oft müde und antriebslos macht, wird dieser im Frühling, beeinflusst durch das vermehrte Tageslicht, gegen einen niedrigen Melatoninspiegel eingetauscht.
Er ist zudem verantwortlich für das Hochgefühl und die größere Aktivitätsbereitschaft. Außerdem bedingt die vermehrte Lichtzufuhr, dass der Dopamin- und Serotoninhaushalt stabilisiert werden. Diese Hormone bringen Glücksgefühle, Lebensfreude und gute Laune hervor.
Jedes Jahr, wenn der Frühling beginnt, liegt zudem ein ganz spezieller Duft in der Luft, der uns oft in plötzlichen romantischen Erinnerungen schwelgen lässt. Viele vermuten, dass diese zarte Brise etwas mit den ersten Blüten zu tun hat. Diese Wahrnehmung täuscht jedoch. Vielmehr handelt es sich um den modrigen Geruch des Mooses und des Laubs. Die Ursache dafür ist das Sonnenlicht, welches im Frühling die Mischung aus Blättern und Moos zum faulen bringt und somit den sonderbaren Geruch entstehen lässt.
Über die Geruchsrezeptoren in der Nase nimmt der Mensch die Geruchsmoleküle auf, welche dann ins Riechhirn weitergeleitet werden. Von dort gelangt die Information ins limbische System. Dieses ist stark mit den Erinnerungen verknüpft und macht es somit möglich, dass der besondere Geruch Jahr für Jahr wieder eine psychische Bewegtheit und intensive Empfindungen auslöst.


Frühling – die Zeit der Liebe?

Jedoch kann der Frühling auch für ein ständiges Auf und Ab der Gefühle sorgen. In dieser Jahreszeit wird aufgrund der hormonellen Veränderungen gerne geflirtet. Beim Mann ist im Frühling der Testosteronwert erhöht. Dieses Hormon ist wichtig für das psychische Wohlbefinden und steigert zudem die Kontaktbereitschaft. Bei Frauen konnte allerdings kein jahreszeitabhängiger Rhythmus der weiblichen Hormone festgestellt werden.
Das Gerücht, dass im Frühling jedoch vermehrt für Nachwuchs gesorgt wird, ist falsch. Dies passiert eher in kalten Monaten, die aufgrund des Wetters zum Kuscheln einladen. Der Frühling ist dabei vielmehr die Zeit des Kennenlernens und Verliebens.
Jeder zeigt in dieser Jahreszeit wieder gern etwas mehr Haut und tauscht dicke Winterklamotten gegen figurbetonte und luftige Kleidung. Die vermehrt auftretenden optischen Reize sind ein weiterer Grund für das häufige Flirten in den Frühlingsmonaten. Es kann also leicht passieren, dass man sich verguckt und vielleicht sogar kennen und lieben lernt.

Alles in allem sind Frühlingsgefühle etwas ganz Besonderes und bereichern die psychische Gesundheit. Mit Hilfe von sportlichen Aktivitäten und sonnenreichen Spaziergängen können diese sogar verstärkt werden. Außerdem ist es wichtig, die aufkommenden Frühlingsgefühle auch zuzulassen, damit Neues entstehen kann und eine seelische Reinigung stattfindet. Zudem werden durch die aufkommende Aktivität alt eingesessene Muster aufgebrochen und können neu überdacht werden.
Jetzt heißt es erst einmal die Seele baumeln lassen und fühlen!

 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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