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Die Zeitfalle - sechs Schritte für ein entspannteres Leben

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  • © @ kuzma iStockLeben Sie in der Gegenwart! (© @ kuzma iStock)Im ersten Schritt geht es darum, die Stressbelastung zu mindern.
  • Der zweite Schritt soll zu mehr Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit durch ein Leben im Einklang mit dem Körperrhythmus führen.
  • Schritt drei handelt von Zeiten des Ausgleichs - der Muße.
  • Der vierte Schritt zielt auf die bewusste Wahrnehmung der Gegenwart ab.
  • Der fünfte Schritt soll die Fähigkeit verbessern, sich auf eine Tätigkeit zu fokussieren.
  • Der sechste und letzte Schritt ist eine Aufforderung, sich über seine Vorlieben Rechenschaft abzulegen und sich als Gestalter seiner Zeit und nicht als Opfer der Umstände zu sehen.

 


Schritt 1:  Souveränität über die Zeit - Die Stressbelastung mindern

Flexible Arbeitszeiten ermöglichen es, Beruf und Privatleben besser in Einklang zu bringen.
Solche Veränderungen durchzusetzen, verlangt Engagement und Geduld – doch es hängt nicht alles an der Gesellschaft.

Souveränität über die Zeit ist eine Frage persönlicher Werte. Oft entscheiden wir uns für zeitliche Verpflichtungen, ohne dass uns irgendjemand dazu zwingt. Stehen einem mehr Wohlstand oder mehr freie Zeit zur Auswahl, entscheiden sich die meisten Menschen für das Geld. Eine Unze Gold kann nicht eine Minute Zeit aufwiegen, sagt ein chinesisches Sprichwort.


Schritt 2: Im Einklang mit der Körperuhr leben - mehr Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit durch ein Leben im Einklang mit dem Körperrhythmus!

So gut wie alle Vorgänge im Körper stehen unter der Kontrolle einer Inneren Uhr. Ob wir früh oder spät in Gang kommen, ist uns angeboren. Unsere Gesellschaft folgt eher dem Rhythmus der Morgenmenschen, so leiden vor allem die geborenen Spätaufsteher unter einem sozialen Jetlag, wie der Chronobiologe Till Roenneberg es nennt.

Jugendliche müssen zu einer Zeit in die Schule, die für ihren Organismus noch tiefe Nacht ist. Langschläfer, die am Abend ihr natürliches Leistungshoch hätten, quälen sich im Morgengrauen zur Arbeit. Viele Menschen leben nicht gegen die Körperzeit, weil sie es müssen, sondern weil ihnen der eigene innere Takt fremd ist.

Den richtigen Rhythmus findet jedoch nur, wer seinem Körper Gehör schenkt. Schon ein um eine halbe Stunde früherer oder späterer Arbeitsbeginn, oder eine Tätigkeit vom Vormittag auf den Nachmittag zu verlegen, kann Wunder bewirken.

Die Rhythmen der inneren Zeitgeber zu nutzen, heißt aber auch, sich auf den Takt der Natur einzustellen. Die Uhr des Körpers hängt vom Sonnenlicht ab; sie arbeitet nur zuverlässig, wenn wir uns ausreichend der natürlichen Helligkeit aussetzen. Ein Mittagessen im Freien hebt die Stimmung und das Leistungsvermögen mehr als eines in der Kantine - weil es der Zeitsteuerung besser bekommt.


Schritt 3: Die Muße kultivieren - Zeiten des Ausgleichs schaffen

© Viktor_Gladkov - iStockVermeiden Sie Stress im beruflichen sowie privaten Alttag! (© Viktor_Gladkov - iStock)Wir können nur noch schnell leben. Eine Stunde, in der wir nichts erreichen, erscheint uns verschwendet. Wir haben es verlernt, einen anderen Gang einzulegen. Doch wir brauchen gemächlichere Zeiten als Ausgleich.

Zuhören kann daher nur jemand, der die Uhr gelegentlich vergisst. Das öffentliche Leben in Japan verläuft in einem atemberaubenden Tempo - ritualisierte Handlungen wie die Teezeremonie schaffen dagegen eine Zone der Langsamkeit. Vor einer Schale Tee wird die Betriebsamkeit des Alltags unwichtig.

Zwei Stunden im Kaffeehaus, in denen man für niemanden erreichbar ist. Spiele; Reisen; Flanieren; Musik; Arbeit im Garten und die schon fast vergessene Kunst der Konversation - all dies sind Gelegenheiten, das Tempo des Lebens zu wechseln.

Die Muße ist nicht einfach da, wenn wir gerade keine Verpflichtungen haben. Wir müssen sie aktiv schaffen. Der Ausweg ist, Tätigkeiten zu kultivieren, die wir nur um ihrer selbst willen tun – denn solche Beschäftigungen ohne anderen Zweck waren für die antiken Philosophen Inbegriff der Muße: Gespräche um der Gespräche willen, aufmerksam Musik zu hören und zwar einfach aus Freude an der Musik.


Schritt 4: Den Augenblick erleben - Die bewusste Wahrnehmung der Gegenwart

Ständig wünschen wir uns mehr Zeit, um unseren Neigungen nachzugehen; doch wenn wir sie haben, sind wir in Gedanken woanders. Das Jetzt findet ohne unsere innere Teilnahme statt.

Gibt man nämlich der Aufmerksamkeit ein lohnendes Ziel, fokussiert sie sich: Sie richtet sich ganz von allein auf das, wofür wir ein besonderes Interesse aufbringen. So gibt es unzählige Gelegenheiten, seine Wahrnehmung zu schärfen. An einem Garten z.B. lässt sich jeden Tag eine kleine Veränderung feststellen – wenn man genau hinsieht.

Wir beobachten Menschen viel aufmerksamer, wenn wir uns zugleich fragen, wie wir zu Urteilen über sie kommen. Wer seine Wahrnehmung schult, lernt zugleich, mit der Aufmerksamkeit in der Gegenwart zu verweilen. Bewusste Wahrnehmung verlängert deshalb die Zeit!

Nicht zufällig ist die glücklichste Zeit diejenige, in der wir uns ganz in der Gegenwart befinden. Wie leicht es Menschen fällt, ein Gespür für das Jetzt zu entwickeln, hängt auch von der Kultur ab. Im Westen neigt man eher dazu, die vergängliche Schönheit eines Augenblicks zu missachten. Wir verehren das Dauerhafte. In Japan hingegen ist die vergängliche Kirschblüte ein Ereignis, welches das ganze Volk regelrecht in Taumel versetzt.

Den Zauber dieses Schauspiels sehen die Japaner gerade in seiner Kürze - nach ein paar Tagen ist die weiße Pracht von den Bäumen verweht. 


Schritt 5: Konzentration lernen - Die Fähigkeit verbessern, sich zu fokussieren

© olly - fotoliaFolgen Sie Ihrem eigenen persönlich Zeitrythmus - so leben Sie glücklicher! (© olly - fotolia)Der bewusste Verstand kann sich nicht mit zwei Dingen gleichzeitig befassen. Viele der flotten Angewohnheiten, die wir uns zugelegt haben – z.B. Telefonieren und gleichzeitig E-Mails schreiben - sind deshalb in Wirklichkeit Zeitverschwendung.

Doch auch wenn wir äußerlich ungestört sind, fällt es nicht leicht, bei der Sache zu bleiben. Schon leichter Stress verhindert gute Konzentration. Wir glauben, dass wir uns durch Zeitmangel gestresst fühlen, doch tatsächlich verhält es sich meist umgekehrt: Zeitnot entsteht, wenn wir unter Stress Aufgaben nicht mehr rechtzeitig bewältigen können - Konzentration kann man jedoch lernen.

 

Schritt 6: Seinen Vorlieben folgen

Erkenne Deine Vorlieben und begreife Dich als Gestalter Deiner Zeit, nicht als Opfer der Umstände.

Statt an einem Zeittakt für alle festzuhalten, erkennt die neue Kultur der Zeit an, dass jeder Mensch seinen eigenen Rhythmus hat - und auch braucht. Diese Innere Zeit gilt es, wahrzunehmen und zu respektieren, denn sie ist der Stoff, aus dem das Leben ist.

 

Quelle

  • Klein, Stefan. Zeit - Der Stoff, aus dem das Leben ist. Fischer, Frankfurt am Main 2006, Taschenbuch ebd. 2008.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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