Bei schönem Wetter viel im Freien: Symptome & Behandlung bei Borreliose und Zecken

Besonders, wenn Sie sich viel im Freien aufhalten, sollten Sie sich vermehrt vor Zecken schützen. (© bluedesign - fotolia)

Im Moment ist es im Praxisalltag wieder häufiger zu sehen: Patienten mit Borreliose. Bei der Gartenarbeit oder bei Spaziergängen können die Parasiten unbemerkt auf die Haut gelangen.
Zecken können gefährliche Erkrankungen übertragen.

Welche Erkrankungen können durch einen Zeckenbiss entstehen?

Ein Stich der Zecke kann sofort einen Virus übertragen, welcher die Frühsommer Meningoenzephalitis (FSME) auslöst. Das ist eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, für die es bis dato keine Therapie gibt. Dafür aber eine Impfung, die mittlerweile auch in vielen Gebieten im Norden Deutschlands empfohlen wird.

Die andere gefährliche Erkrankung, welche durch Zecken übertragen wird, ist die Borreliose. Für sie steht zwar bisher noch keine Impfung zur Verfügung, aber die ist bereits Gegenstand der Forschung.

Wenn eine Zecke am menschlichen Körper lang genug verweilen kann (etwa 12-24 Stunden), kann sie Bakterien, sogenannte Borrelien, auf den Menschen übertragen.

Welche Symptome können bei Borreliose entstehen?

Im ersten Stadium zeigt sich die Borreliose meist auf der Haut. Hier tritt sie in Form eines sogenannten Erythema migrans auf, bevor sie die inneren Organe (Gelenke, Nerven und das Herz) befällt. Im fortgeschrittenem Stadium kann auch das Gehirn betroffen sein. Dann kommt es zu einer sogenannten Neuroborreliose, die über eine Liquor-Punktion diagnostiziert werden kann.

Bei einer kreisförmigen Rötung der Haut, die sich ausbreitet und fortschreitet, sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Weitere Symptome nach einem Zeckenbiss können sein:

  • Fieber
  • Gliederschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Gelenkentzündungen
  • allgemeines Unwohlsein
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Lähmungen, vor allem im Gesicht in Form einer Fazialisparese (Gesichtslähmung)
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • anhaltende Schmerzen

Diagnose & Behandlung der Borreliose

Durch einen Antikörpertest im Blut kann eine Borreliose bestätigt und eine Therapie eingeleitet werden. In der Regel ist eine Antibiotika-Gabe die Therapie der Wahl. In der aktuellen S3-Leitlinie zur Behandlung der Borreliose empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie die Gabe von Doxycyclin oder die β-Lactam-Antibiotika Penicillin G, Ceftriaxon oder Cefotaxim. Diese Mittel müssen meist über Wochen eingenommen werden. Die Therapiedauer richtet sich nach dem Stadium und dem Schweregrad der Symptome.

In frühen Stadien ist die Borreliose sehr gut heilbar, danach sinken die Erfolgschancen. Es kann trotz Diagnose und Therapie immer wieder zu Symptomen kommen.

Häufig können sich Patienten nicht an ein Stichereignis durch eine Zecke erinnern. Insbesondere Hundehalter und Katzenbesitzer haben signifikant häufiger Zeckenstiche, sowohl durch Übertragung durch die Vierbeiner, als auch, weil diese Menschen viel im Freien unterwegs sind.

Daher hilft nur: sich durch hautbedeckende Kleidung und Repellent schützen, sich gegen FSME impfen lassen und nach dem Aufenthalt im Freien regelmäßig die Haut absuchen und auf Zecken kontrollieren.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (1)

K. Höfer, 22.05.2021 - 12:56 Uhr

Man sollte vor der FSME Impfung auf jeden fall den Titer bestimmen lassen. Falls man bereits Borreliose hat, kann es mit der Impfung zu den o.g. Symptomen kommen. So war es bei mir und bei vielen anderen, die durch diese Krankheit aus Ihrem „normalen“ Leben gerissen wurden.

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