Bandscheibenvorfall: 3 Phasen der ursächlichen und ganzheitlichen Behandlung

Herr Sänger - Privatpraxis

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© fotolia-29383759-psdesign1Bei einem Bandscheibenvorfall drückt die Bandscheibe auf den Nerv an der Wirbelsäule (© fotolia-29383759-psdesign1)Rückenbeschwerden machen einen Großteil der Krankschreibungen in Deutschland aus. Sobald eine MRT-Untersuchung der Lendenwirbelsäule durchgeführt wird, zeigt sich meist auch ein Bandscheibenvorfall kleinerer oder größerer Ausprägung. Was ist nun zu tun?

Im Falle einer gleichzeitig auftretenden Lähmung ist eine neurochirurgische Vorstellung erforderlich. Ansonsten kommt die konservative Therapie für die Bandscheibenleiden in Frage:

1. Die Akutphase

Der Patient schafft es gerade noch aus eigener Kraft mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in die Praxis und muss erst einmal behandelbar gemacht werden. Erst dann kann der Arzt die Ursachen der Beschwerden nach und nach therapieren. Hierzu stehen neben den verschiedenen Infusionstherapien auch lokale Infiltrationen an der Wirbelsäule zur Verfügung, die bei entsprechender Befähigung des Arztes auch ohne Zuhilfenahme von Rötgenstrahlen im Sitzen durchgeführt werden können.

Im Anschluss kann man dann schon direkt versuchen, Verformungen der Faszien herauszuarbeiten.

Hintergrund ist, dass dieses Beschwerdebild mehr Komponenten als beispielsweise nur den Druck auf einen Nerv als Ursache hat. Auch durch eine zusätzliche Verspannung der Muskulatur bereits bestehende Faszienverformungen können deutlich spürbar werden.

Der Sympathikus ist bei diesen Patienten stark aktiviert. Er ist der Nerv, der im Körper alle Organe und sonstigen Gewebe steuert. Eigentlich war er für die Flucht und die Kampfbereitschaft des Menschen konzipiert, um in seiner Umwelt zu bestehen. Schmerzen oder der allgegenwärtige Stress heutzutage lösen ähnliche Effekte aus wie seinerzeit der Anblick eines Säbelzahntigers.

Im Zusammenhang mit den Rückenschmerzen führt der Sympathikus zu einer starken Verspannung der Muskulatur. Hierfür stehen beispielsweise physikalische Verfahren im Sinne einer Elektrotherapie zur Verfügung, die mit Bio-Feedback gesteuert wird.

Im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzeptes kommen auch noch Akupunktur, osteopathische Griffe, Kinesiotaping oder auch das Schröpfen in Frage, um den ausgeprägtem Beschwerden breitflächig zu begegnen.

Auf diesem Wege lässt sich meist bereits nach der ersten Behandlung, beziehungsweise in der ersten Woche, gegebenenfalls mit Unterstützung durch orale nicht steroidale Antirheumatika eine kontinuierliche Besserung erreichen.


2. Die Stabilisierungsphase

Nach initialer Schmerzreduktion ist es nun das Ziel, Faszienverformungen kontinuierlich zu Ende zu behandeln. Gleichzeitig ist der Patient nun auch für chirotherapeutische Übungen zugänglich. Aber der Betroffene kann auch krankengymnastische Übungen beginnen.

Sehr wohl wird es nun auch Zeit, nicht nur die Symptome des Patienten, sondern auch die Ursache seiner Erkrankung anzugehen.

In den MRT-Untersuchungen zeigt sich bei den Bandscheiben mit Vorfall immer auch eine Degeneration im Sinne eines verringerten Flüssigkeitsgehaltes. Das ist oft ein Zeichen einer Unterversorgung bei gleichzeitiger starken Belastung in diesen Segmenten.

Defizite an Mikronährstoffen sollten nach der Bestimmung des Mineral- und Vitamin-Status konsequent ausgeglichen werden. Auch Aminosäuren sind zu berücksichtigen. Des Weiteren kann der Stoffwechsel der Gewebe gezielt über die Magnetresonanztechnik, wie auch in der Bildgebung verwendet, angesprochen werden, alles mit dem Ziel der Regeneration der Bandscheibe.


3. Die Behandlung der Ursache

Alle Gewebe des menschlichen Körpers passen sich der Belastung an, der sie ausgesetzt sind.
Voraussetzung ist natürlich, dass diese Gewebe entsprechend versorgt sind, genauso wie ein Auto, das auch eine gewisse Zeit lang ohne Öl auskommt.

Ein zweiter entscheidender Faktor sind im Körper schlummernde Entzündungen. Die damit verbundenen Botenstoffe zirkulieren im ganzen Organismus und behindern die Regeneration der Gewebe, also den stetigen Erneuerungszyklus, so dass es zu einer Degeneration kommt.

Diese unterschwelligen Entzündungen, die nicht nur durch den Lebensstil, sondern auch durch die Umweltbedingungen und die Ernährung bedingt werden, müssen aufgespürt und konsequent behandelt werden.

Erst wenn diese Störfelder beseitigt sind, hat der Arzt auch die Ursache des Bandscheibenvorfalls behandelt, der also nur ein Symptom darstellt.

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