Behandlung an der Wirbelsäule: Was ist CT-gestützte Infiltration?

Dr. Mokhtare

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©Photographee.eu - fotoliaBei dauerhaften Schmerzen an der Wirbelsäule muss nicht immer auf eine OP zurückgegriffen werden (©Photographee.eu - fotolia)In der heutigen Zeit leiden sehr viele Menschen an Rückenschmerzen. Diese können an der Halswirbelsäule, der Brustwirbelsäule und an der Lendenwirbelsäule bzw. auch im Bereich des Iliosakralgelenkes auftreten.

Erfreulicherweise sind die Schmerzen in den allermeisten Fällen harmlos und zumeist muskulär bedingt und vergehen daher spontan oder mithilfe leichter Schmerzmittel sowie körperlicher Bewegung wieder.

Wenn dies aber nicht der Fall ist und die Schmerzen länger anhalten oder immer intensiver werden und die Lebensqualität dadurch deutlich beeinträchtigt wird, ist einer weitere Diagnostik mit MRT (Kernspintomographie) oder CT (Computertomographie) und gegebenenfalls auch durch Röntgenuntersuchungen zur Klärung der Ursache erforderlich.


Mögliche Ursachen für dauerhafte Schmerzen

  • Arthrose der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrose)
  • Iliosakralgelenks- Affektion (Reizung des Gelenkes zwischen Steißbein und Beckenschaufel)
  • Bandscheibenvorfall oder Bandscheibenvorwölbung (Diskusprotrusion, -prolaps)
  • Enger Wirbelkanal (Spinalkanalstenose)
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthese)
  • Osteoporose ("Knochenentkalkung")
  • In seltenen Fällen durch Tumor oder entzündlich-rheumatische Erkrankung


Alternative zur OP: Die CT-gestützte Infiltrationsbehandlung

Im Falle einer Arthrose der kleinen Wirbelgelenke, einem Bandscheibenvorfall, Wirbelgleiten oder auch bei einem engen Spinalkanal kann ergänzend zu den konservativen Therapien mit oraler Schmerz- Therapie und Krankengymnastik eine sogenannte CT-gestützte Infiltrationsbehandlung zur Schmerztherapie an der Wirbelsäule durchgeführt werden.

Dabei wird unter CT-Steuerung in Bauchlage mit einer ganz feinen Nadel durch die Haut und durch den Muskel entweder an das Facettengelenk, an die Nervenwurzel oder in den Spinalkanal direkt, also an den Ort des Geschehens, ein Lokalanästhetikum und ein Cortison-Präparat gespritzt. Die schnelle Wirkung tritt durch das Schmerzmittel und die anhaltende Wirkung durch die abschwellende Wirkung des Cortsions ein. Diese Behandlung wird ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt.

Mit dieser Methode gelingt es häufig die Dosis oder Menge an Schmerzmitteln zu reduzieren und die erforderlichen Übungsbehandlungen leichter durchführen zu können. Im Allgemeinen ist es sinnvoll, die Behandlung zwei bis fünf Mal alle zwei bis drei Wochen zu wiederholen. Nach meiner Erfahrung kann in einer Vielzahl der Fälle nach dieser Behandlung erfreulicherweise eine langfristige Linderung der Beschwerden erzielt werden.

Sollte es dennoch erforderlich sein, kann die gleiche Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt nochmals durchgeführt werden.

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