Folgen eines Bandscheibenvorfalls behandeln: 3 alternative Verfahren, die helfen können

Den Folgen eines Bandscheibenvorfalls kann mit Naturheilverfahren entgegengewirkt werden. (© apops fotolia)

Folgeschäden im Spinalkanal sind nach einem Bandscheibenvorfall keine Seltenheit. Verklebungen, Vernarbungen und chronischen Nervenwurzelentzündungen im Rückenmarkskanal sollte man rechtzeitig und möglichst konsequent entgegengewirken.

Welche Folgen kann ein Bandscheibenvorfall haben?

Bandscheibenvorfall, Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenverschleiß können durch den Druck auf Nervenwurzeln Schmerzen und Nervenfunktionsausfälle auslösen. In den Rückenmarkskanal ausgetretenes Bandscheiben-Gewebe verursacht aber häufig auch eine entzündliche Reaktion. Sie kann auch Heilungsvorgänge auslösen, die jedoch sehr störungsanfällig sind.

Zu intensive Übungen und weitere Faktoren können auch eine chronisch entgleiste Dauer-Überreizung provozieren. Dadurch können Schmerzen entstehen, die kaum noch zu beheben sind und chronisch werden können.

Kernspin gegen Dauerschäden

Eine gute Kernspintomografie kann viele spezielle Veränderungen der Bandscheiben, Lendenwirbel, Wirbelgelenke und des Rückenmarkskanals aufzeigen und dabei helfen, Veränderungen zusammen mit den Symptomen klarer zu analysieren.

Auch Rheuma, Arthrose und Spinalkanalstenose können im Kernspin sehr früh diagnostiziert werden. Um unabwendbare Dauerschäden zu vermeiden, kann dann auch rechtzeitig eingegriffen werden.

Diese 3 Verfahren können nach einem Bandscheibenvorfall helfen

Bildgesteuerte minimalinvasive Eingriffe erlauben heute präzise Therapien mit bioaktiven Substanzen direkt am Ort des Geschehens. Also auch an der Bandscheibe und im Spinalkanal.

Möglichst schonene Substanzen können in geringer Dosierung direkt an die Stelle des Bandscheibenvorfalls und an die gereizte Nervenwurzel eingespritzt werden, z.B. auch minimalste Mengen von alternativen bewährten Substanzen:

  1. Durch PRP/ACP aus Eigenblut kann der eingerissene Faserring verheilen. 
    PRP/ACP aus Eigenblut wird an die Stelle des Bandscheibenvorfalls eingebracht. Es enthält Blutplättchen und eine Vielzahl körpereigener Biofaktoren, die wohl einen örtlichen Heilvorgang z.B. über die Stimulation von Stammzellen auslösen können.
  2. Die Überreizung des örtlichen Bindegewebes kann ohne allzu große narbige Verklebungen um die Nervenwurzel wieder abklingen. Hier kann z.B. auch PRP aus Eigenblut mit zusätzlichem Hyaluron verwendet werden.
    Hyaluronate sind bioaktive Substanzen, die Faszien wieder geschmeidig machen.
  3. Die Nervenwurzel mit dem Nervenhinterwurzelknoten und das vegetative Nervengeflecht an der Vorderseite der Wirbelsäule können sich langanhaltend beruhigen, indem man z.B. Botulinumtoxine wie Botox einsetzt.
    Botulinumpräparate sind Biosubstanzen, die in geringster Dosierung chronische Nervenreizungen länger anhaltend als jede andere Substanz beruhigen können.

Nach einem Bandscheibenvorfall sollte das Ziel sein, die anatomischen Strukturen bestmöglich zu regenerieren. Dabei sollte auf den inneren Halt durch ein sensomotorisches 4D-Trainingskonzept geachtet werden. Das Iliosakralgelenks ISG und das komplexe Fasziensystem sind einzuschleßen. 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (2)

E., 22.09.2019 - 11:40 Uhr

Guten Tag! Die hier angebotenen Behandlungen machen Mut, die Schmerzen beseitigen zu können. Natürlich sind Behandlungen wie z.B. mit Botox oder PRP/ACP keine Kassenleistung. Die meisten Patienten machen sich Gedanken mit welchen Kosten sie zu rechnen hätten. Könnte man evtl in kleinem Rahmen hier eine kurze Erklärung abgeben? Vielen Dank! Grüsse, E.

Antwort von Dr. med. Peter Konrad Sigg, verfasst am 24.09.2019

Hallo "E", vielen Dank! Den Mut bitte wirklich nie verlieren! Eine genaue, verbindliche Preisliste kann/darf ich aber auch hier "in kleinem Rahmen" nicht publizieren, sorry ;( - Biostimulative gezielte Behandlungen sind von etlichen Privatkassen erstattungsfähig und ich orientiere mich deswegen an der Gebührenordnung für Ärzte GOÄ. PRP bei Arthrose ohne/mit Spinalkanalstenose der LWS oder/und Arthrose des ISG, Botulinum an den Nervenwurzelknoten der inneren Spinalfaszien sind langfristige Investitionen in die Erhaltung der freien Mobilität. In wirklichen(!) Härtefällen lassen schon auch Mittel und Wege finden! Ohne Ihrer Frage auszuweichen: PRP ISG/LWS/Spinalkanal jeweils um die 200 Euro und Botulinum ebenfalls um die 200 Euro (incl. der Substanzen). Ich führe die Behandlungen aber nur dann durch, wenn Analysen incl. MRT und Test-Infiltrationen noch eine reelle Chance auf eine Regeneration erkennen lassen. Beste Grüße, P. Sigg

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