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Hexenschuss an der Halswirbelsäule: Diese Therapie hilft sofort

Dr. Gaiser

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©fotolia-corbis_infiniteHexenschüsse können auch an der Halswirbelsäule vorkommen (©fotolia-corbis_infinite)Wer kennt es nicht: Man wacht morgens mit Kopfschmerzen auf und jede Bewegung des Kopfes tut weh. Nicht ganz so häufig wie der "Hexenschuss" an der Lendenwirbelsäule, aber dennoch sehr, sehr oft kommt es zum "Hexenschuss" an der Halswirbelsäule. Bei manchen Patienten bleibt der Schmerz im Kopf-Nackenbereich, während er bei anderen in das Schulterblatt oder gar weiter in den Arm ausstrahlt. Taubheitsgefühle und Kribbelgefühle kommen zeitweise ebenfalls vor. Welche Therapie hilft nun?

Was kann ich jetzt tun?

Zunächst sollten Sie selbst testen, welche Bewegungsrichtung möglich und welche sehr schmerzhaft ist. In der Regel lindert es die Schmerzen, den Kopf nach vorn zu neigen, während die Kopfüberstreckung mehr Beschwerden verursacht. Können Sie den Kopf besser rechts als links bewegen, legen Sie die rechte Hand an die rechte Wange und drücken mit leichter dosierter Kraft dagegen. Dabei halten Sie den Kopf in derselben Position. Danach rotieren Sie den Kopf ein paar Grad weiter nach rechts und drücken erneut dosiert gegen die rechte Hand. Dieses Manöver wiederholen Sie drei bis fünf Mal. Dabei mobilisieren Sie die Halswirbelsäule und können häufig selbst kleinere Blockierungen lösen.

Die Schmerzen lassen nach, sind meistens aber noch nicht vollständig verschwunden. Das liegt daran, dass die Ursache, nämlich ein muskulärer Reizzustand, weiterhin besteht. Hier empfiehlt sich die lokale Wärmetherapie z.B. durch eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen. Diese Maßnahme wird in der Regel mit der Einnahme eines schmerzstillenden, antientzündlichen Medikamentes für zwei bis drei Tage kombiniert.

Wenn sich die Beschwerden dadurch nicht wesentlich bessern, nehmen die Taubheitsgefühle zu oder sind gar Lähmungserscheinungen vorhanden (z.B. gestörte Feinmotorik, d.h. Gegenstände fallen aus der Hand) sollte zeitnah ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aufgesucht werden.

So stellt der Arzt die Diagnose

Neben der körperlichen Untersuchung röntgt der Arzt oft die Halswirbelsäule, um frische knöcherne Veränderungen auszuschließen.

Ist im Röntgenbild keine höhergradige Ursache der Beschwerden zu erkennen, führt der manualtherapeutisch erfahrene Arzt nach vorherigen Aufklärung und sogenanntem negativen Probezug ein Manipulationsmanöver durch. Dadurch lassen sich auch "schwere" Blockierungen lösen.

Ist auch so keine Besserung zu erzielen, veranlasst der Orthopäde in den meisten Fällen eine Schnittbildgebung der Halswirbelsäule (MRT), um einen Bandscheibenvorfall auszuschließen. Selbst bei einem nachgewiesenen Bandscheibenvorfall wird in den meisten Fällen nicht sofort operiert, es sei denn, es bestehen deutliche Lähmungszeichen. Ansonsten unternimmt der Arzt weiterhin einen konservativen Therapieversuch.

Welche Behandlungen kommen in Frage?

Die medikamentöse Schmerztherapie wird fortgeführt, sodass sich kein Schmerzgedächtnis ausbildet und die Beschwerden sich nicht chronifizieren können. Der Arzt verordnet außerdem stabilisierende Krankengymnastik.

Als ergänzende Verfahren der Komplementärmedizin sind Kinesiotaping, Triggerpunkttechniken (gegebenenfalls mit radialer Stoßwelle) und Akupunktur zu nennen. Leider übernehmen die Krankenkassen die Kosten dieser Verfahren, obwohl hocheffektiv, nicht. 

Sehr selten wird bei einem MRT-gesicherten Bandscheibenvorfall auch eine Infiltrationstherapie der Nervenwurzel unter CT-Kontrolle durchgeführt. Diese Therapie wird nur im stationären Setting im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie bezahlt, im ambulanten Bereich tragen die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten nicht. 

Unter 1 % der "HWS-Hexenschuss"-Fälle stellen sich langfristig als operationsbedürftige große und konservativ therapieresistente Bandscheibenvorfälle dar.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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