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Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule: Ablauf & Vorteile einer OP

Dr. Kleffmann

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© Kurhan - iStockEin Bandscheibenvorfall muss nicht immer operiert werden - oft bringt eine OP aber viele Vorteile mit sich. (© Kurhan - iStock)Ein Bandscheibenvorfall (BSV) im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) ist eine häufige Erkrankung. Zwar können Bandscheibenvorfälle immer auftreten, aber Patienten im mittleren Erwachsenenalter sind am häufigsten betroffen.

Wie entsteht ein Bandscheibenvorfall und was sind die Symptome?

Die Ursache ist ein Bandscheibenkern, der durch den äußeren Faserring hervortritt. Dabei werden Nervenwurzeln zusammengedrückt. Meistens entstehen nach einer Bewegung oder unter Belastung Schmerzen, die innerhalb weniger Stunden bis Tage auftreten und typischerweise vom Rücken entlang ins Bein ziehen. Dabei erschweren die Schmerzen sowohl die Bewegung als auch das Stehen oder Sitzen meist stark.

Im schlimmsten Fall kommt es rasch zu Gefühlsstörungen der Haut wie Kribbeln oder Taubheit, zu einem Kraftverlust der Muskulatur im Bein im Sinne einer Lähmung oder sogar zu Störungen der Blasen- oder Darmfunktion.


Wie wird ein Bandscheibenvorfall behandelt?

Nahezu 90 % der lumbalen Bandscheibenvorfälle werden konservativ behandelt, also ohne Operation. Dabei spielen Schmerzmittel und Physiotherapie in Form spezieller Krankengymnastik eine entscheidende Rolle. Die Behandlung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Es gibt allerdings keinen einheitlichen Behandlungsplan, der auf alle Bandscheibenvorfälle angewendet werden kann. Vielmehr sind die individuellen Beschwerden und Ausfälle für die jeweilige Therapie maßgeblich.

Wenn Lähmungen und Inkontinenz eintreten oder wenn sich die Schmerzen unter der konservativen Therapie nicht ausreichend bessern, werden operative Maßnahmen angewendet.


So wird ein Bandscheibenvorfall operiert

Bei der Operation spielt die mikrochirurgische minimalinvasive Schlüssellochtechnik eine entscheidende Rolle. Eine nicht-minimalinvasive Bandscheiben-Operation ohne Mikroskop ist heutzutage nicht vertretbar. Dabei bedarf es nicht nur eines Spezialmikroskops und bestimmter Operationsinstrumente. Die Erfahrung des Operateurs und der Umgang mit den Instrumenten sind wesentliche Faktoren für einen erfolgreichen Eingriff.

Die mikrochirurgische Operationstechnik erfordert jahrelange Übung, wie sie beispielsweise in der neurochirurgischen Facharztausbildung verlangt wird. Wenn man Ihnen bei der operativen Behandlung eines Bandscheibenvorfalls eine Versteifung der Wirbelsäule empfiehlt oder wenn der Schnitt deutlich länger als 2-3 cm ist, besteht ein Grund zu Skepsis.

Bei Operationen unter einem geeigneten Mikroskop beträgt der Schnitt auf der Haut etwa 1-2 cm. In dieser Tiefe werden nur wenige Muskelfasern abgelöst, bis das sogenannte Fenster zwischen den Wirbelkörpern dargestellt ist. Nach Mobilisation des Bandes, das zwischen den Wirbelbögen aufgespannt ist, werden die Nervenwurzel und der Duralschlauch dargstellt. Nun wird der Bandscheibenvorfall vorsichtig entfernt.

Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Nach der Operation sind die Schmerzen entweder sofort deutlich besser oder sogar ganz verschwunden. Die Patienten dürfen nach dem Eingriff sofort aufstehen, können sich frei bewegen, dürfen sitzen und in jeder Körperlage liegen. Bereits einen Tag nach der Operation beginnt man mit der Physiotherapie. Ein Korsett wird heutzutage nicht mehr getragen. Es ist sogar kontraindiziert, da sich die stabilisierende Rückenmuskulatur dadurch langfristig abbauen kann.

Das sind die Vorteile der operativen Methode

Nach der OP absolvieren die Patienten eine ambulante oder stationäre Rehabilitation. Sie sind nach etwa vier bis sechs Wochen nach dem Eingriff wieder arbeitsfähig. Die Vorteile dieser Methode liegen auf der Hand:

  • geringes Risiko für Vernarbungen
  • schneller Behandlungserfolg
  • schnelle Mobilisation
  • schnelle Wiedereingliederung in das normale Leben

Den Eingriff sollte ausschließlich ein auf die Mikrochirurgie spezialisierter Facharzt durchführen, dem das entsprechende Mikroinstrumentarium und ein hochwertiges Mikroskop zu Verfügung stehen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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