PRT-Spritze statt Rücken-OP: Erfolgsquoten, Kostenübernahme und Nebenwirkungen

Dr. Oetke

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© WavebreakMediaMicro - fotoliaDie PRT-Spritze bietet viele Vorteile gegenüber einer Rücken-OP und sollte daher als Alternative in Betracht gezogen werden. (© WavebreakMediaMicro - fotolia)PRT-Spritzen werden vor allem bei Bandscheibenvorfällen eingesetzt und sind eine schonende Alternative zur Operation. Die periradikuläre Therapie kommt mit niedrig dosierten Medikamenten aus und gilt als sehr effektiv.

Wann setzt die Wirkung ein? Wie oft muss die Behandlung wiederholt werden? Und wann können die Patienten wieder arbeiten? Lesen Sie im folgenden Text die Antworten auf häufige Patientenfragen.

Was ist die periradikuläre Therapie?

Patienten mit Bandscheibenvorfällen und anderen Rückenleiden verschafft die periradikuläre Therapie spürbar Erleichterung. PRT-Spritzen werden unter begleitender Bildgebung gesetzt. Durch sie gelangen entzündungshemmende Medikamente wie Blutplasma oder Kortison direkt an die bedrängten Nervenwurzeln.

Hierdurch nehmen Entzündung bzw. Schwellung der Nervenwurzeln ab und die Beschwerden am Rücken oder in den Armen bzw. Beinen gehen zurück.

Wann sind PRT-Spritzen sinnvoll?

Wenn konservative Verfahren wie Krankengymnastik und Wärme im Lauf von zwei bis vier Wochen keine Besserung gebracht haben, kommt eine periradikuläre Therapie infrage. Die PRT wird am häufigsten an der Hals- und Lendenwirbelsäule eingesetzt. Neben HWS und LWS ist aber auch die Behandlung der Brustwirbelsäule (BWS) möglich.

Typische Krankheitsbilder:

  • Bandscheibenvorfall
  • Facettenarthrose
  • Spinalkanalstenose
  • Narbenschmerzen nach Bandscheibenoperationen
  • akute Rückenschmerzen

Kontraindikationen sind zum Beispiel Schwangerschaften, Unverträglichkeit der Medikamente oder Blutungsneigung.

Wie läuft die Behandlung ab?

Nachdem sich der Patient auf den Bauch gelegt hat, wird das zu behandelnde Wirbelsäulenareal desinfiziert. Der Arzt nutzt ein bildgebendes Verfahren, z. B. Durchleuchtung, um die dünne Injektionsnadel auf den Millimeter genau an die richtige Position zu bringen.

So gelangen entzündungshemmende und abschwellende Medikamente dorthin, wo sie ihre Wirkung entfalten und für Beschwerdelinderung sorgen sollen. Die Durchleuchtung sorgt nicht nur für Qualitätsnachweis, sondern insbesondere für eine hohe Patientensicherheit. Wenn der Eingriff mehrfach wiederholt wird, hält die Wirkung in der Regel länger an.

Der Einstich der Nadel ist mit der Blutabnahme vergleichbar. Da sie bis an die Nervenwurzel reicht, sie aber nicht verletzen kann, ist ein ziehender Schmerz im Bein möglich. Viele Patienten kommen damit gut zurecht. Eine lokale Betäubung ist aufgrund der zügigen und eleganten Durchführung nicht erforderlich.

Nach der PRT-Behandlung an der Wirbelsäule ist es das vordringliche Ziel, rasch auf Medikamente verzichten oder die Dosis deutlich reduzieren zu können. Die Mobilität nimmer wieder zu und Ihre Lebensqualität steigt. Meist sind die PRT-Spritzen in ein Gesamttherapiekonzept eingebettet.

Viele Patienten sind dank der Schmerzlinderung wieder in der Lage, Übungen für Physiotherapie durchzuführen und damit den Grundstein für einen langfristigen Behandlungserfolg zu legen. Nach Ende der Krankengymnastik sind die Patienten angehalten, durch regelmäßigen Sport erneute Wirbelsäulenleiden vorzubeugen.

 

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick 

Behandlungsdauer

5 Minuten

Krankenhausaufenthalt

ambulante Therapie, keine stationäre Behandlung erforderlich

Eintritt der Wirkung

nach wenigen Stunden bis Tagen

Wiederholungen der Therapie

rund drei bis maximal sechs Behandlungen innerhalb von drei Wochen

Krankschreibung

Arbeitsausfälle nur in Ausnahmefällen

Kostenübernahme der Krankenkassen

- private Versicherungen: ja
- gesetzliche Kassen: nein

Erfolgsquoten

- vollständige Schmerzfreiheit: bei 60 bis 80 % der Patienten
- leichte bis mittlere Schmerzlinderungen: bei 10 bis 20 % der Patienten

Nachhaltigkeit der Wirkung

je nach Krankheitsbild mehrere Monate bis Jahre

 

© psdesign1 - fotoliaDie PRT-Spritze konnte sich vor allem bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen bewähren. (© psdesign1 - fotolia)

Wie verhalte ich mich nach einer PRT-Spritze?

Lassen Sie sich am besten von einer Begleitperson abholen oder nehmen Sie das Taxi, da Sie nicht selbst Auto fahren sollten. Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie Anstrengung. Rund sechs Stunden nach der Behandlung können Sie wieder am Straßenverkehr teilnehmen, an laufenden Maschinen arbeiten und Alkohol trinken. Am nächsten Tag können die meisten Patienten wieder Sport treiben.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Die Injektion an der Nervenwurzel gilt als sichere Behandlung. Aber wie bei jedem Eingriff kann es auch bei dieser Therapie zu vereinzelten aber geringen Nebenwirkungen kommen. Bei erfahrenen Ärzten sind die Risiken jedoch gering. Möglich sind unter anderem Blutungen, Infektionen oder Unverträglichkeit auf die Medikamente.

Nach der PRT-Behandlung kann es durchaus sein, dass kurzzeitig mehr Schmerzen als vorher oder Taubheits- und Schwächegefühle auftreten. Sie nehmen in der Regel nach wenigen Stunden wieder ab. Ernste Komplikationen im Rahmen der periradikulären Therapie sind bei korrekter Durchführung sehr selten.

Die PRT-Spritze enthält zumeist Kortison in sehr geringer Dosierung. Heutzutage kommt das Blutplasma aber immer mehr zum Einsatz. Insgesamt überwiegen die Erfolgsaussichten bei weitem den Risiken.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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