Rückenschmerzen durch Fehlbelastungen beim Gehen - Wie entstehen sie und was können Sie tun?

Frau Hennig

von
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© RioPatuca Images - fotoliaFalsche Belastungen beim Gehen können zu Rückenschmerzen führen (© RioPatuca Images - fotolia)Immer wenn ich Zeit habe, im Straßencafé zu sitzen, beobachte ich gerne Menschen beim Vorbeilaufen.

Dabei scheint es eine "Berufskrankheit" von mir als Physiotherapeutin zu sein, auf Fehlbelastungen durch falsches Schuhwerk oder durch Starren auf das Smartphone zu achten.

Auch die immer größer werdende Gruppe der Rollatoren-Nutzer bereitet mir häufig Kopfschmerzen, da die meisten Gehhilfen falsch gehandhabt oder eingestellt werden und die Nutzer oft sehr krumm auf ihren Rollatoren hängen.

Rückenschmerzen sind die Folge von Fehlbelastungen

Unser aufrechter Gang ist eine äußerst komplexe Bewegung, bei der sehr viele Muskeln zusammenarbeiten müssen, um unser Vorankommen optimal zu gewährleisten. Hier hat die Evolution eigentlich ganze Arbeit geleistet, indem sie die Muskelketten effektiv aufeinander abgestimmt hat.

Doch der moderne Mensch schafft es nun, dieses gut abgestimmte Muskelsystem aus dem Gleichgewicht zu bringen. Er wundert sich, warum der Rücken schmerzt, der Nacken steif ist,
Schwindelattacken auftreten oder die Beine müde werden, wenn wir zu Fuß in den vierten Stock gehen müssen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch unsere Gesäßmuskulatur, die natürlich durch das tägliche viele Sitzen kaum noch gefordert ist.

Mal ehrlich, wie viele Menschen erreichen das Ziel von ca. 9000 Schritten am Tag wirklich? Das Gehen ist die schwierigste komplexe Bewegung für uns Menschen!

Das merken wir sofort, wenn das Knie schmerzt, wir eine Blase am Fuß haben, der Ischias weh tut oder wir durch einen Schlaganfall beziehungsweise andere neurologische Erkrankungen nicht mehr gut laufen können.

Schon nach kurzer Zeit reagieren auf einmal ganz andere Regionen mit Überlastungsschmerzen.
Bei der Ursachenforschung für Rückenschmerzen sollte daher unter anderem auf Dysbalancen beim Gehen, Fehlstellungen der Füße, Knie, Hüften und vor allem auf überbelastete Muskeln geachtet werden, da in der Regel nur Muskeln wehtun, die wir zu stark benutzen.

Kaum jemand sagt: "Oh, ich bin ja so am Bauch verspannt", denn unsere Bauchmuskeln neigen eher zur Abschwächung. Wir spüren sie erst, wenn wir ein paar kleine Übungen gemacht haben.

In der Regel schmerzen nur verspannte oder überlastete Muskeln, da sie den überhöhten Muskeltonus an das Nervensystem weiterleiten. Das Nervensystem wiederum leitet diese Negativinformation in Form von Schmerzen nach einer gewissen Zeit an uns weiter.

Zwei Tipps, wie fehlerhafte Belastungen beim Gehen ausgeglichen werden können

Der Körper kann eigentlich gut kompensieren, nur irgendwann fordert er uns durch Symptome oder Schmerzen dazu auf, zu reagieren.

Deshalb hier zwei kleine Alltagshelfer, die nicht einmal fünf Minuten täglich Zeit benötigen:

  • Dehnung: Waden und Beinrückseite, Brust und Nackenmuskulatur jeweils mindestens 20 Sekunden
  • Kräftigung: Gesäß-und Bauchmuskulatur durch tiefe Halsbeuger

Ihr Physiotherapeut oder Fitnesstrainer hilft Ihnen sicherlich weiter.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


18.10.2017 - 10:35 Uhr

Durch MRT LWS wurde eine Spinalkanalstenose L4/5...

von Jürgen K.

... durch Bandscheibenvorwölbung festgestellt. Ich hatte drei mal sakrale PDA durchgeführt und war danach schmerzfrei. Aber ca drei Wochen später hatte ich die gleichen Probleme: Krämpfe in Po-Oberschenkel und Waden, vor allem beim Stehen.


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