Rückenschmerzen: nein danke!

Dr. Lücke

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© shironosov_iStock© shironosov_iStockGelegentlich kann der Einsatz von schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln notwendig werden. Die Schmerzleitung sollte am gereizten Nerv schnell und effektiv unterbunden werden, damit sich das Schmerzgedächtnis diesen Zustand nicht einprägt. Ein muskelentspannendes Präparat kann die Wirkung zusätzlich unterstützen. Je nach Ausprägung werden Wärme, Kälte, Massagen und/oder Krankengymnastik zusätzlich notwendig.

Die Notwendigkeit einer Operation muss sorgfältig vom Arzt geprüft werden, denn keine Operation ist risikofrei. Nur wenn andere Behandlungsmethoden erfolglos waren, ist an eine Operation zu denken. Besteht jedoch bei einem Bandscheibenvorfall die Gefahr einer schwerwiegenden Gesundheitsstörung wie Lähmungen von Blase und Darm, muss sofort operiert werden.
Mehr als zwei Drittel aller Erwachsenen klagen im Laufe ihres Lebens über Rückenschmerzen. Besonders häufig sind Frauen davon betroffen. Weitere Kriterien sind Übergewicht und ein Lebensalter über 50 Jahre. Dennoch leiden bereits auch unter den Teenagern 40% unter Rückenproblemen. In den meisten Fällen ist nach kurzer Zeit die Problematik wieder abgeklungen. Nur bei ca. 7% der Betroffenen werden die Rückenschmerzen chronisch.

Wie entstehen Rückenschmerzen?
Rückenschmerzen können sehr viele Ursachen haben. Einer der Hauptgründe liegt in einer Fehlhaltung und -belastung. Ungünstige Haltungspositionen können sehr schnell zu Verspannungen führen, die sich wiederum einseitig auf die Belastung der Wirbelgelenke und der Bandscheiben auswirken. Aber auch andere Faktoren wirken sich negativ auf die Statik der Wirbelsäule aus. Hier sind insbesondere Übergewicht, Bewegungsmangel und angeborene Fehlstellungen (z.B. die Skoliose) zu nennen. Auch die Psyche und der emotionale Stress sind häufig für die Muskelverspannung und -entzündung mitverantwortlich.

Rückenschmerzen können aber auch als Begleitsymptomatik bei anderen Erkrankungen der inneren Organe auftreten (Regelstörungen, Nierenerkrankungen, Erkrankungen der Organe im kleinen Becken).

Welche Funktion haben Bandscheiben?
Auf den Wirbelkörpern selbst liegt die Bandscheibe auf. Diese sorgt für eine Abfederung der Bewegungen. Durch ihren speziellen Aufbau kann sie sich gewissen Bewegungen anpassen. Sie besitzt einen relativ festen und elastischen äußeren Ring sowie einen weichen gallertartigen inneren Kern.

Damit jedoch nicht die Bandscheibe allein die gesamte Belastung tragen muss, hat die kleinste Muskulatur, die direkt um die Wirbelsäule herum angeordnet ist, eine hohe Bedeutung. Sie muss den Körper in der Senkrechten ausbalancieren und stabilisieren, damit das aufrechte Gehen und Stehen möglich ist.

Bereits ab dem 20. Lebensjahr beginnen sich die Bandscheiben abzunutzen. Durch eine zunehmende Beanspruchung verlieren sie an Elastizität und Flüssigkeit. Kommen in diesem Stadium Fehlbelastungen auf die Struktur, können so Risse und Spalten im Faserring der Bandscheibe entstehen.

Bleiben Fasern des äußeren Ringes intakt spricht man in diesem Fall von einer Bandscheibenvorwölbung (Protrusion). Kommt es zu einem kompletten Zerreißen des Faserringes, handelt es sich um einen Bandscheibenvorfall (Prolaps).

In beiden Fällen kann es je nach Lokalisation zu einem mechanischen Druck auf die Nervenwurzel oder das Rückenmark kommen. Der Betroffene hat dann starke Schmerzen, Muskelverspannungen und oft ausstrahlende Beschwerden.

Rückenschmerzen - erst konservativ dann operativ behandeln
In den meisten Fällen sind die Rückenschmerzen mit gezielten Bewegungen und einem Haltungstraining wieder in den Griff zu bekommen. Bettruhe wäre hier kontraproduktiv!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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