Ursache & Behandlung bei steifem Nacken: Ab wann Sie zum Arzt sollten

Fast jeder hat schon mal mit einem steifen Nacken zu tun gehabt. (© Jeanette Dietl - fotolia)

Grundsätzlich hat eigentlich jeder schon mal Bekanntschaft mit einem steifen Nacken gemacht.

Wie entsteht ein steifer Nacken?

Meist handelt es sich um eine harmlose Muskelverspannung durch Fehlbelastung nach langer Schreibtischarbeit oder kalter Zugluft, wie im Büro-Klima. So entstehen oberflächliche aber auch tiefe Verspannungen in den Nackenmuskelregionen, oft begleitet von Faszienverklebungen sowie aktivierten myofaszialen Triggerpunkten, die allerdings gerne in Schultern oder sogar Fingerpartien ausstrahlen und einen eingeklemmten Halsnerv vortäuschen können.

Behandelt wird mit muskelentspannenden Maßnahmen wie klassischen Massagen, Akupunktur, TENS, Medikamenten oder Wärme und Taping.

Weitere Auslöser sind sehr häufig aber auch Blockaden, also Fehlstellungen der Halswirbelgelenke, die baldmöglichst von geschulten chirotherapeutischen oder osteopathischen Händen behandelt werden sollten. Nachfolgend können Eis, Wärme, Taping und bedarfsweise muskellockernde Medikamente nützlich sein.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Anders verhält es sich bei weiter anhaltenden Beschwerden. Hier sollte eine weiterführende ärztliche Diagnostik wie Röntgen und MRT erfolgen, um einen eingeklemmten Halsnerv durch einen Bandscheibenvorfall oder eingeengte Wirbelaustrittslöcher zeitnah nachzuweisen und geeignete therapeutische Maßnahmen einzuleiten, um einer Chronifizierung vorzubeugen. Bewährt haben sich hier neben entzündungshemmenden und muskelentspannenden Medikamenten, Physiotherapie und Osteopathie auch die gezielte Injektionsbehandlung am Halsnerv und den Wirbelgelenken.

Das können Sie präventiv tun

Auch vorbeugende Maßnahmen sollten beachtet werden. Ganz wichtig: korrekte Schlafposition, Nackenkissen und Fehlhaltungen bei der Arbeit insbesondere Büro/PC Bildschirmarbeit sollten vermieden werden. Gegebenenfalls sollte auch im Rahmen der Ursachenforschung auch an eine Biss/Kiefer- oder Beckenfehlstellung gedacht werden.

Natürlich ist aber auch eine gut trainierte Nackenmuskulatur und eine optimale Körperhaltung wichtig, um die Bandscheibe zu schützen und einem Rückfall vorzubeugen. Hierzu eignet sich ein strukturiertes muskuläres Aufbauprogramm und Haltungstraining beim Physiotherapeuten oder ein analysegesteuertes medizinisches Trainingsprogramm. Hierbei werden die aufgedeckten Muskeldefizite gezielt beseitigt.

Diese Berufe fordern den Nacken besonders

Leider häufen sich zudem zivilisationsbedingt auch Nackenprobleme, z.B. durch übermäßige Handynutzung. Ganz massiv auch schon bei jungen Patienten. Wir Ärzte sprechen hier bereits von einem Handynacken.

Davon abzugrenzen muss man aber typische berufsbedingte Nackenprobleme. Sie kommen beispielsweise häufig in bestimmten Berufsgruppen vor, wie z.B. Friseur, Zahnärzten oder PC/Bildschirmarbeitern. Hier führt die wiederholte oder anhaltende Fehlhaltung zu akuten oder chronischen Verspannungen der Nackenmuskulatur mit oben genannten Folgen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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