Deutschlands größte Arztempfehlung

Faszienbehandlung - schmerzfrei ohne Medikamente

Frau Räpple

von
verfasst am

© JanMika_iStockChronische Schmerzen werden oftmals sofort mit Medikamenten behandelt. (© JanMika_iStock)

Über 60 Prozent der Deutschen leiden unter wiederkehrenden Rückenproblemen. Doch bei genauerer Betrachtung stellt diese Zahl nur die Spitze des Eisbergs dar. Laut der europäischen Schmerzstudie „Pain in Europe Survey“ litten im Jahr 2003 bereits fast 17% der Deutschen an chronischen Schmerzen [1] - also nahezu jeder Fünfte. Die „Deutsche Schmerzliga“ spricht in einem Dossier aus dem Jahr 2013 von 12-15 Millionen Menschen, die an „länger andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen“ leiden. Knapp ein Drittel davon ist durch Schmerzen „stark beeinträchtig“, also schmerzkrank [2]. Rechnet man nun obendrein noch all diejenigen dazu, denen es - salopp gesagt - „immer wieder mal im Nacken zieht“, die „beim Wetterumschwung von Migräne geplagt sind“ oder bei denen es „hier und da kneift und zwickt“, könnte man glatt behaupten: Irgendwie kennt sie doch jeder von uns - diese langwierigen Schmerzen. 

Unsichtbarer Schmerz 

Bei oben genannten Zahlen ist es kein Wunder, dass orthopädische Praxen allerorts heillos überlaufen sind. Doch auch der Gang zum Spezialisten verspricht nicht immer die ersehnte Heilung. Denn selbst MRT und co. beschleunigen bisweilen Gesundheit, wo gar keine ist.

Frei nach dem Motto: "Man sieht nichts, also ist da nichts." Der Schmerz aber bleibt und der Patient leidet weiter.

Genau für diese Fälle ist nun Hoffnung in Sicht. Nach neuesten Erkenntnissen der Forschung kommen als Schmerzverursacher nämlich auch die so genannten „Faszien“ in Frage. Die Krux an der Sache: Mit den üblichen Methoden kann man fasziale Störungen nicht diagnostizieren. Aus eben diesem Grund fallen sie oftmals durchs ärztliche Diagnose-Raster. 

Das Bindegewebe

Um es vorwegzunehmen: Faszien sind keine bahnbrechende Entdeckung der Wissenschaft. Vielmehr handelt es sich dabei um einen guten alten Bekannten: das Bindegewebe. Neu ist jedoch die Erkenntnis, dass selbst die Medizin erkannt hat, dass eben dieses Bindegewebe viel mehr kann, als man ihm bislang zugetraut hat.

Denn das Fasziengewebe sorgt nicht nur für Stabilität und Mobilität im Zusammenspiel zwischen Knochen und Muskeln, sondern enthält auch deutlich mehr Nervenfasern als die Haut. So erscheint es nur logisch, dass es auch das menschliche Schmerzempfinden in großem Maße mitbestimmt.

Der menschliche Körper - ein Netz aus Faszien

Etymologisch betrachtet handelt es sich beim Begriff Faszien um einen Ausdruck aus dem Lateinischen: „Fascia“ steht für Band, Bündel oder Verbund. Ein Name, wie er treffender nicht sein könnte, denn Fasziengewebe verbindet tatsächlich den gesamten Körper miteinander. Es durchdringt und umhüllt jeden einzelnen Muskel, durchzieht jedes Organ und jedes Gelenk - vom kleinen Zeh bis zur Augenbraue.

Durch Fehlhaltung, Stress, Verletzungen, Überlastung oder Bewegungsmangel kommt es aber immer wieder vor, dass sich Faszienbänder verdrehen, aufspalten oder gar verkleben. Erkrankungen des Bewegungsapparates, Verspannungen und Blockaden bis hin zum Bandscheibenvorfall können die schmerzhafte Folge sein.

Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos

Bereits in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrtausends erkannte der Notfallmediziner und Osteopath Stephen Typaldos die Relevanz faszialer Störungen. Sein manuelles Therapiekonzept zur Lösung von Bindegewebsstörungen, das Fasziendistorsionsmodell (FDM), sucht bis heute seinesgleichen: Aufgrund der Art der Beschwerden und der typischen Körpersprache des Patienten („es ist ein brennender Schmerz – vom Knie bis zur Hüfte“ oder „es sticht genau hier am Ellenbogen“ o.Ä.) stellt der FDM-Therapeut eine Diagnose, die dann zu einer gezielten Faszientherapie führt.

Schmerz(mittel) ade

© Jeanette Dietl - fotoliaDurch starken Druck löst der Faszientherapeut vorhandene Störungen beim Patienten. (© Jeanette Dietl - fotolia)

Erkrankungen des Bewegungsapparates galten bislang als schlecht behandelbar oder erwiesen sich in der Therapie oft als äußerst zeitintensiv und langwierig. Faszienbehandlungen – so hat die Erfahrung gezeigt – beschleunigen vielfach den Gesundungsprozess.

Um Bindegewebsprobleme zu bearbeiten, legt der geschulte Faszientherapeut kräftig Hand an: Via Druck oder starkem Streichen über die Faszienverläufe am Körper des Betroffenen löst er vorhandene Störungen nachhaltig. Je nachdem wie lange die Schmerzproblematik schon besteht, reicht bisweilen schon eine einzige Sitzung, um dem Patienten spürbare Erleichterung zu verschaffen.

Sogar Hochleistungssportler haben die gezielte Behandlung der Faszien für sich entdeckt. Sowohl der Rekordmeister FC Bayern, die DFB-Elf, das deutsche Davis-Cup-Team als auch zahlreiche Olympioniken schätzen die Vorteile der faszialen Schmerztherapie – ganz ohne Medikamente, Cortisongabe oder Spritzen.

 

Quellen:

[1] http://www.pae-eu.eu/wp-content/uploads/2013/12/Pain-in-Europe-survey-report.pdf [Zugriff am 30.05.2016]
[2] http://schmerzliga.de/download/Dossier_Schmerzliga.pdf [Zugriff am 30.05.2016]

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (2)


22.06.2017 - 00:44 Uhr

Vielen Dank für den guten Artikel

von Faszien Hamburg

04.06.2016 - 16:06 Uhr

Endlich mal ein neuer Ansatz! Vielen Dank für den...

von Anja P.

... aufschlussreichen Artikel.


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