Chronifizierung vorbeugen! Behandlungen & Übungen für die gereizte Patellasehne

Dr. Gaiser

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© fotolia - travnikovstudioDas Knie ist im Alltag stark belastet, wodurch Verletzungen auch in der Normalbevölkerung häufig vorkommen (© fotolia - travnikovstudio)Das "Syndrom der gereizten Kniescheibe" kommt bei Ausdauersportlern öfter vor, ist aber auch in der Normalbevölkerung durchaus ein häufiges Krankheitsbild. Welche Behandlungen helfen? 

Wie entstehen die Schmerzen?

Die Kniescheibe dient als Kraftüberträger und ist körpernah durch die Oberschenkelsehne mit der Oberschenkelmuskulatur, körperfern durch die Kniescheibensehne mit dem Schienbeinkopf verbunden.

Im Übergangsbereich "Sehne-Knochen" kommt es regelmäßig zu hohen Zugbelastungen. Sie werden durch wiederholende Stoßbelastungen, wie z.B. beim Laufen, aber auch durch verkürzte Muskulatur, ein suboptimales Gleitverhalten der Kniescheibe (z.B. leicht verkippt oder nach außen laufend) oder durch Übergewicht erhöht.

Durch die akute Überbelastung in diesem Sehne-Knochen-Übergang kann es zu einer nicht-bakteriellen Entzündungsreaktion kommen. Wenn die Überlastung weiter anhält und keine Therapie durchgeführt wird, neigt diese nicht-bakterielle Entzündungsreaktion zum Chronifizieren.

Der Patient beklagt

  • Druckschmerzen im unteren Kniescheibenbereich
  • schmerzhafte Kniebeugung und Streckung
  • schmerzbedingt eingeschränkte Kraft
  • z.T. auch geringe Schwellungen, lokale Überwärmung und Ruheschmerz

Was kann ich selbst gegen die Schmerzen tun?

Bei akuten Beschwerden sollte die Belastung zunächst vollständig pausiert werden. Ergänzend sollten Sie die schmerzende Stelle kühlen und ein antientzündliches, schmerzstillendes Medikament einnehmen. Vorsichtiges Dehnen erscheint sinnvoll. Wenn Sie über eine knieentlastende Bandage verfügen, sollte Sie sie tragen. 

Besonders zu empfehlen ist hier das sogenannte exzentrische Training. Dabei nehmen Sie im Einbeinstand eine halbe Kniebeugenposition ein und halten diese Position für 30 Sekunden. Danach sollten 30 Sekunden Pause eingehalten werden. Im Anschluss kommt eine weitere 30 sekündige Anspannungsphase. Insgesamt sollten fünf Wiederholungen mit jeweils 30 Sekunden Anspannung durchgeführt werden.

Wie geht die Behandlung weiter?

Tritt nach wenigen Tagen keine Besserung ein, sollte ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aufgesucht werden. Er führt neben der klinischen Untersuchung ein Röntgenbild des Kniegelenkes durch, sodass höhergradige Verschleißerkrankungen ausgeschlossen werden können. In den meisten Fällen führt der Arzt auch eine Ultraschalluntersuchung der Kniescheibensehne durch. Hier kann die nicht-bakterielle Entzündung farblich sichtbar gemacht werden. Alternativ ist auch eine MRT-Behandlung möglich.

Therapie der Wahl ist die fokussierte Stoßwellentherapie. Hier werden in der Regel drei bis vier Sitzungen im Abstand von einer Woche durchgeführt. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Alternativ kann das Knie mit hochenergetischen Lasern bestrahlt werden. Hier sind in der Regel fünf bis zehn Sitzungen nötig.

Um eine schnellere Schmerzfreiheit zu erreichen, kombiniert man obig genannte physikalische Verfahren oft mit einer ultraschallgesteuerten Injektionstherapie.

Eine OP-Indikation besteht in der Regel nie.

Fazit

Zusammenfassend kann man einen frühzeitigen Therapiebeginn empfehlen, bei dem alle Therapiebestandteile schnell gesteigert werden. So beugt man einer Chronifizierung der Beschwerden vor.

Präventiv sollte man sich unbedingt regelmäßig vor dem Sport aufwärmen, vorsichtig nach der Belastung dehnen und auf die korrekte Durchführung von Stabilisationsübungen achten.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an der Bewegung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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