Artikel 21/06/2020

Der junge, chronisch rückenkranke Patient: Rückenschmerzen & Bandscheibenvorfälle

Team jameda
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Sie haben Rückenschmerzen an der Lendenwirbelsäule? Es tut weh, wenn Sie sitzen? Das Aufstehen ist schmerzhaft? Wenn Sie loslaufen, wird es besser? Drehen und Beugen ist unangenehm? Und bisher sagt man Ihnen, dass Ihre Wirbelsäule entweder in Ordnung ist oder man dagegen nichts machen kann?

Dann sollten Sie weiterlesen!

Welche Ursachen können hinter Rückenschmerzen stecken?

Rückenschmerzen sind in unserer westlichen Gesellschaft ebenso ein großes medizinisches als auch sozialgesellschaftliches Problem. Rückenschmerz kommt in allen Altersgruppen und Berufsgruppen vor. Beginnend bei Jugendlichen über jungen Erwachsene bis hin zu den ältesten Menschen unserer Gesellschaft.

Dabei sind die Symptome ebenso wie die Ursachen sehr unterschiedlich.

  • Wirbelsäulenverkrümmungen
  • sogenannte Skoliosen bei den Kindern
  • degenerative Segmenterkrankungen
  • angeborenes oder erworbenes Wirbelgleiten bei den jungen oder älteren Erwachsenen
  • zunehmende Instabilitäten
  • Spinalkanalstenosen
  • osteoporotische Wirbelkörperbrüche

Alle diese Erkrankungen haben eine unterschiedliche Symptomatik, gemeinsam ist ihnen aber, dass der Rückenschmerz zentrales Problem ist. Die oben geschilderte Symptomatik betrifft insbesondere die Gruppe junger Menschen zwischen dem 20. und 50. bis 60. Lebensjahr – die sogenannte „degenerative Segmenterkrankung“.

Rückenschmerzen aufgrund eines Bandscheibenvorfalls

Gut bekannt sind in unserer Gesellschaft Bandscheibenvorfälle, die typischerweise eher Schmerzen im Bein verursachen, die sogenannten Ischias-Schmerzen. Mindestens genauso häufig ist das Phänomen, dass die Bandscheibe austrocknet und sich – so darf man es sich vereinfacht vorstellen – auflöst.

Eine gesunde Bandscheibe ist ein wasserreicher, prall-elastischer Puffer zwischen den Wirbelkörpern, der wie ein Stoßdämpfer wirkt. Wenn dieser Stoßdämpfer defekt ist und austrocknet, nähern sich die Wirbelkörper einander an. Schmerzauslösende Strukturen werden gereizt und eingeengt, sodass schmerzhafte chronische Entzündungsreaktionen und schlussendlich Veränderungen am Knochen entstehen.

Sie führen zu Schmerzen in den kleinen Wirbelgelenken, den sogenannten Facettengelenken, die u. a. die Wirbelkörper wie ein großes Gelenk miteinander verbinden.

Es entstehen Schmerzen in den Band- und Muskelstrukturen und schlussendlich gibt es Fasern in der Bandscheibe, die Schmerzen verursachen, den sog. diskogenen (Disk = Scheibe) Schmerz.

Wenn es bei dieser Art des Verschleißes – wie häufig in der früheren Phase der Erkrankung – zu einem Bandscheibenvorfall kommt oder wenn sich die Bandscheibe in der späten Phase komplett aufgelöst hat und sich die Wirbelkörper annähern, verringert sich der Raum für die Nerven. Sie werden gequetscht und es können Schmerzen und Taubheitsgefühle im Bein auftreten.

Ein Teil der Betroffenen erinnert sich, dass in der Vergangenheit ein Bandscheibenvorfall aufgetreten war, der über einen kurzen Zeitraum Beschwerden insbesondere im Bein machte. Nach einer Episode mit Schmerzen waren Beschwerden für längere Zeit nur gering und erst später haben Rückenschmerzen begonnen, die nun seit Monaten oder Jahren bestehen und sich kontinuierlich verschlechtern.

Viele Menschen mit dieser Problematik haben zudem Schmerzen in einer oder beiden Gesäßhälften, die ein begleitendes muskuläres Problem dieser Erkrankung sind.

Wie funktioniert die Diagnose?

Obwohl es sich um ein häufiges Krankheitsbild handelt, ist bereits die Diagnose dieses spezifischen Schmerzes und des dazugehörigen komplexen Krankheitsbildes schwierig.

Wegweisend ist die Kombination aus Röntgenbild im Stehen und Kernspintomografie. Es handelt sich um eine durch den Radiologen durchgeführte Schnittbilddiagnostik, die auf Magnetfeldern basiert, also ohne Strahlenbelastung auskommt.

Welche Therapien kommen in Frage?

Die Erfahrung zeigt, dass es viele Patienten mit diesen Beschwerden gibt. Ein Teil der Patienten hatte bislang keine oder nur wenig therapeutische Maßnahmen. Die andere Gruppe der chronischen Rückenschmerzpatienten hatte bereits wiederholte ambulante oder stationäre Therapien.

Mögliche Behandlungen bestehen häufig aus:

  • Schmerzmedikamenten
  • Krankengymnastik
  • Massagen
  • Spritzen
  • Akupunktur
  • Verödungen mit Wärme oder Kälte
  • Sport
  • Bewegung
  • Gewichtsoptimierung

Leider konnten Sie hierunter aber keine befriedigende Beschwerdebesserung erreichen und häufig wurde es über die Zeit trotz therapeutischer Maßnahmen schlechter.

Vielen Menschen bleibt es nun nicht erspart, sich auch beruflich umzuorientieren oder ihre Berufstätigkeit im schlimmsten Fall sogar aufzugeben.

Soweit muss und darf es nicht kommen.

Wann eine operative Therapie der richtige Weg sein kann

Wenn Sie unter den genannten chronischen Rückenschmerzen leiden und Sie bereits viele Therapien ohne anhaltende Besserung hinter sich haben, befinden Sie sich an dem Punkt, an dem Sie möglicherweise über eine operative Therapie nachdenken können aber auch müssen.

Leidende Rückenschmerzpatienten wählen meistens eine von zwei Optionen. Einige haben sich mit den Schmerzen arrangiert und richten Ihren Alltag nach den Schmerzen aus. Anderen wird auf der Suche nach operativen Optionen eine Versteifung angeboten, die nicht per se schlecht ist, im Gegenteil, sogar helfen würde. Trotzdem schrecken viele, insbesondere junge Patienten vor diesem Schritt der Versteifung von Teilen der Lendenwirbelsäule zurück.

An dieser Stelle benötigen Sie alternative Optionen. Nur wenige spezialisierte Zentren bieten bei diesen Krankheitsbildern bewegungserhaltende Optionen mit künstlichem Bandscheibenersatz (= Bandscheibenprothese), Bandscheibenkernersatz oder facettengelenksersetzenden Prothesen an.

Ob diese sehr erfolgsversprechenden Therapien, mit denen man einem sehr großen Teil der Rückenschmerzpatienten dauerhaft hilft, für Sie in Frage kommen kann, muss in einem persönlichen Gespräch entschieden und erörtert werden.

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