Fersenschmerzen: Symptome, Ursachen und Behandlung

Claudia Galler

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© alco81 - fotoliaFür Fersenschmerzen kann es verschiedene Gründe geben (© alco81 - fotolia)Meist sind falsches Schuhwerk, Überlastung oder Fußfehlstellungen Schuld an unangenehmen Fersenschmerzen. Welche Symptome dabei auftreten und was Sie gegen die Beschwerden unternehmen können, erklärt die jameda Gesundheitsredaktion in Artikel.

Wenn die Achillessehne Schmerzen bereitet

Die Achillessehne verbindet als stärkste Sehne des Körpers die Wadenmuskulatur mit dem Fersenknochen. Indem sie die Kraft der Muskeln auf den Knochen überträgt, macht sie Bewegungen wie das Strecken des Fußes Richtung Fußsohle möglich. Ist die Achillessehne geschädigt, entzündet oder verletzt, treten Schmerzen im Bereich der Ferse auf.

Tendinose: Schmerzen durch Abnutzung

Bei einer Tendinose ist die Achillessehne durch Abbau von Gewebe geschädigt. Zu den Ursachen für den Verschleiß gehören:

  • kontinuierliche Fehlbelastung beim Sport
  • falsches Schuhwerk
  • Fehlhaltungen
  • Übergewicht
  • höheres Alter
  • eine schlechte Durchblutung durch Bewegungsmangel oder anatomische Gegebenheiten

Die Erkrankung ist primär nicht entzündlich, führt aber durch die mechanische Reizung dazu. Oft tritt nach dem Aufstehen ein Anlaufschmerz auf, der mit der Bewegung zunimmt. Bereiche direkt über der Ferse oder hinten am Unterschenkel können geschwollen sein und bei Druck schmerzen. Man kann den Fuß nur eingeschränkt bewegen, manchmal ist Auftreten oder Strecken gar nicht möglich.

Veränderungen an der Sehne stellt der Arzt über eine Ultraschalluntersuchung fest. Ob der Fersenknochen auch betroffen ist, zeigt ein Röntgenbild. Dehnübungen und Massage verbessern Durchblutung und Beweglichkeit, Ultraschall- und Elektrotherapie fördern Stoffwechselvorgänge und den Abbau von Kalkeinlagerungen.

Die Homöopathie empfiehlt bei Sehnenreizung die Mittel Ruta graveolens und Rhus toxicodendron. Tritt dennochkeine Besserung ein, können anatomische Engen, Ablagerungen und Durchblutungsstörungen auch operativ behoben werden. Zusätzlich helfen gegen eine Fehl- und Überlastung der Achillessehne ein vernünftiges Sportpensum, gutes, stabiles Schuhwerk und Einlagen zur Korrektur von Fußfehlstellungen.

©makieniAchillessehnenrisse sind äußerst schmerzhaft und entstehen oft beim Sport (©makieni)Akute Entzündung am Sehnenansatz

Die Achillessehne kann sich auch akut entzünden, beispielsweise beim Sport. Beim Tennis-, Handball- oder Fußballspielen belasten ruckartige Beinbewegungen die Achillessehne stark. Auch mangelnde Dehnung und Aufwärmung kann zu Überlastung von Sehnen und Muskeln führen.

Eine akute Entzündung wird durch Schonung, Kühlung und entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac und Ibuprofen behandelt. Der homöopathische Klassiker bei akuten Sportverletzungen sind Arnica-Globuli, die Schwellung und Schmerzen eindämmen.

Wenn die Achillessehne reißt

Die meisten Achillessehnenrisse ereignen sich beim Sport, wenn der Betroffene aus einer schnellen Bewegung ruckartig abstoppt. Reißt die Achillessehne, ist ein peitschenartiger Knall zu hören. Der Patient spürt Schmerzen in der hinteren unteren Wade und kann den Fuß nicht mehr zuspitzen. Auch das Gehen fällt schwer. Auf Höhe des Risses ist eine Delle tastbar. Sind Blutgefäße mitbetroffen, entwickelt sich unter der Haut ein Bluterguss.

Zunächst kühlt man den Fuß und nutzt zur Entlastung Gehstützen. An homöopathischen Mitteln sind Arnica montana und Symphytum angezeigt. Dem Arzt stehen konservative oder operative Therapien zur Verfügung.

Bei der nichtoperativen Therapie lässt man die Sehne von alleine wieder zusammenwachsen. Dazu wird der Fuß durch einen Spezialschuh über mehrere Wochen in einer Spitzfußstellung fixiert. Eine Operation fügt die Sehnenenden durch eine Naht oder Gewebekleber zusammen. Auch hier trägt der Patient danach für mehrere Wochen eine Orthese. Ist einmal ein Achillessehnenriss aufgetreten, ist die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Riss erhöht.

Haglund-Syndrom: Knöcherner Auswuchs am Fersenbein

Eine Haglund-Ferse besitzt an ihrer Außenseite einen beulenartigen Auswuchs, der beidseitig oder nur an einem Fuß auftreten kann. Auch als Haglund-Deformität, -Syndrom oder -Exostose bezeichnet, ist die Verformung selten angeboren. Häufiger wird sie im Laufe des Lebens erworben.

Auslöser sind im Fersenbereich zu enge Schuhe, hartes Schuhmaterial z. B. von High Heels oder Pumps oder Überlastung beim Sport. Fußfehlstellungen begünstigen eine Haglund-Verformung. So übt beispielsweise ein Hohlfuß besonderen Druck auf die Ferse aus.

Oft ist gleichzeitig auch der Schleimbeutel entzündet, der zwischen Fersenbein und Achillessehnenansatz für Polsterung sorgt. Die Symptome einer Haglund-Ferse sind zu Beginn Druck- und Anlaufschmerz sowie Schwellung und Rötung. Wenn die Krankheit fortschreitet, schmerzt die Ferse auch ohne Belastung.

Diagnose und Behandlung einer Haglund-Ferse

Die ärztliche Diagnose ergibt sich aus den beschriebenen Symptomen und einem Röntgenbild der Ferse, das die knöcherne Verformung zeigt.

Zur konservativen Behandlung gehören Schonung, stabilisierendes Schuhwerk mit anpassungsfähigem Obermaterial und eventuell Einlegesohlen, die die Ferse höher legen und so die Belastung auf den Ballen verlagern. Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente unterstützen die Heilung.

Aus der homöopathischen Heilkunde werden Apis mellifica und Arnica montana gegen Schwellung, Rötung und Schmerzen empfohlen. Bringt das keinen Erfolg, wird der störende Knochenfortsatz operativ abgetragen. Auch der entzündete Schleimbeutel kann dabei entfernt werden.

Plantarfaszitis: Wenn die Fußsohlensehne entzündet ist

Bei der Plantarfaszitis ist die Sehnenplatte der Fußsohle entzündet. Dieser kräftige Bindegewebsstrang verläuft vom Fersenbein zu den Zehengrundgelenken, er hält durch seine Spannung das Fußgewölbe aufrecht und sorgt für ein optimales Abrollen des Fußes beim Laufen.

Auch hier ist die Überlastung der Fußsohle die Ursache für die Entzündung. So reizen Schuhe ohne vernünftiges Fußbett, harter Untergrund, langes Stehen und Gehen, übermäßiges Jogging, Übergewicht und Fußfehlstellungen die Sehne.

Die Ferse schmerzt beim Auftreten, oft am stärksten nach dem Aufstehen, nach längerem Liegen oder Sitzen. Anfangs lässt der Schmerz mit der Bewegung nach, im weiteren Verlauf kann er jedoch bestehen bleiben und sich über die gesamte Fußsohle ausbreiten.

So wird eine Plantarfaszitis behandelt

Der Arzt diagnostiziert anhand der geschilderten Symptome. Der Patient zeigt eine Schonhaltung, indem er den Fuß eher auf der Außenseite der Fußsohle abrollt, da die Ferse vor allem auf der Innenseite des Fersenbeins schmerzt. Ein Röntgenbild zeigt knöcherne Veränderungen wie einen Fersensporn. Per Ultraschall kann der Arzt eine Sehnenentzündung nachweisen. Eine Plantarfaszitis wird zunächst durch Kühlung und Schonung behandelt: Kühlpads, Hochlagern des Fußes und Schonung lassen Entzündung und Schwellung zurückgehen. Ruta graveolens und Rhus toxocodendron sind homöopathische Mittel bei einer Sehnenreizung.

Weitere Behandlungsmethoden:

  • Die Einnahme von Medikamenten wie Ibuprofen und Diclofenac über eine Woche bewirken eine Schmerzstillung und Entzündungshemmung.
  • Kortison als Injektion im Bereich des Sehnenansatzes wirkt stark entzündungshemmend.
  • Die Stoßwellentherapie wird eingesetzt, um die Durchblutung und entzündungsabbauende Stoffwechselvorgänge anzuregen.
  • Weiche Fersenkissen lindern mechanischen Druck auf den Sehnenansatz. Weitere orthopädische Einlagen unterstützen ein hängendes Fußgewölbe.
  • Auch ein Tape-Verband kann die Fußstrukturen stützen und entlasten.
  • Dehnübungen für Muskeln und Sehnen fördern die Beweglichkeit.

Fersensporn: Ein Dorn am Fersenknochen

Ein Fersensporn bildet sich im Bereich der Sehnenansätze, wo die Sehnen mit dem Knochen verwachsen und großem Druck ausgesetzt sind. Der Dorn entsteht häufiger an der Unterseite des Fersenknochens am Übergang zur Plantarsehne. Seltener bildet er sich hinten am Fersenbein im Bereich des Achillessehnenansatzes.

Ist der Sehnenansatz durch Überlastung, falsche Schuhe oder Übergewicht stark beansprucht, gereizt oder entzündet, lagert der Körper zusätzliches Kalkmaterial auf, das sich zu einem Fortsatz in Form eines Sporns oder Widerhakens auswächst.

Oft bleibt ein Fersensporn unbemerkt. Erst wenn umliegendes Gewebe irritiert und entzündet ist, können Schmerzen auftreten. Es fühlt sich dann an, als ob man bei jedem Schritt auf eine Glasscherbe steigt.

Ein Fersensporn wird durch eine Röntgenaufnahme sichtbar gemacht. Behandelt werden die Beschwerden mit Kühlung, Entlastung, Schuheinlagen und Dehnübungen für die Fußsehnen. Als Globuli können Hekla lava und Bryonia helfen.

Nur in seltenen Fällen wird ein Fersensporn durch eine Operation entfernt. Wie alle chronisch-entzündlichen Erkrankungen im Bereich der Ferse sind auch die Beschwerden durch einen Fersensporn langwierig und verlangen dem Betroffenen viel Geduld bis zur Heilung ab. Da man unter Umständen aufgrund der Schmerzen nur kurze Wege zurücklegen kann, sind Betroffene oft arbeitsunfähig und erhalten eine Krankschreibung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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