Das jameda-Interview: 9 Fragen an Frau Dr. med. Sandra Schwarzinfo_plain_20gr

Frau Dr. Schwarz praktiziert als Ärztin in München. (© Schwarz)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. med. Sandra Schwarz interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Ärztin.


jameda
: Frau Dr. Schwarz, was hat Sie motiviert, Ärztin zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Frau Dr. Schwarz: In meiner Jugend war ich Leistungssportlerin (Synchronschwimmen) und trainierte bis zu siebenmal die Woche. Dabei plagten mich oft starke Muskel- und Gelenkschmerzen. Mithilfe von Ärzten und Physiotherapeuten war ich oft nach wenigen Wochen wieder beschwerdefrei und konnte ohne Probleme weitertrainieren.

Ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass ich damals unglaublich dankbar für diese Unterstützung war. Der Wunsch zu verstehen, was die Ursache gesundheitlicher Beschwerden ist, und anderen Menschen mit dem erworbenen Wissen helfen zu können, hat mich dazu bewogen, Ärztin zu werden.

Dass ich Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin (PRM) werde, hat sich erst im Verlauf meiner beruflichen Tätigkeit ergeben. Nach Tätigkeiten in der Chirurgie und der Inneren Medizin zeigte sich für mich, dass die PRM verschiedene Fachbereiche in sich vereint. Dies ermöglicht einen „ganzheitlichen“ Blick auf den Patienten und nicht nur eine isolierte Betrachtung eines Organs oder eines Körperteils.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?

Frau Dr. Schwarz: Die Schmerztherapie ist mein Tätigkeitsschwerpunkt. Chronische Schmerzpatienten haben oft einen langen Leidensweg hinter sich. Meist hinterlassen langjährige körperliche Beschwerden auch seelische Spuren.

Hierfür ist es von großer Bedeutung, dem Patienten die Zeit zu geben, sich zu öffnen und nicht nur auf die körperlichen, sondern auch auf die psychischen Belange einzugehen im Sinne einer „ganzheitlichen“ Schmerztherapie. Jeder Patient hat andere Erfahrungen, Vorerkrankungen und persönliche Bedürfnisse, weshalb die Therapiemöglichkeiten sehr individuell sind. Dies macht meine Tätigkeit als Schmerztherapeutin sehr abwechslungsreich und spannend.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Frau Dr. Schwarz: Ich habe einen großartigen Schmerztherapeuten kennengelernt, der seine Patienten mit absoluter Empathie und fachlicher Expertise behandelt. Ich war davon so begeistert, dass ich die Zusatzweiterbildung zur Speziellen Schmerztherapie absolvierte. Das werde ich nicht vergessen und bin über diese „glückliche Fügung“ sehr dankbar.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Frau Dr. Schwarz: Mithilfe der Ultraschalluntersuchung kann ich in meiner Praxis Gelenke – auch im Seitenvergleich – ohne Strahlenbelastung genauer betrachten.

Anhand des Befundes kann ich gleich vor Ort die passende Therapie oder auch weiterführende Diagnostik mit den Patienten besprechen.

Außerdem freue ich mich, dass ich meinen Patienten mithilfe der Online-Terminvereinbarung eine komfortable Terminvergabe während und außerhalb der Sprechzeiten ermöglichen kann.

In der Videosprechstunde können Patienten, die aus verschiedenen Gründen nicht persönlich in die Praxis kommen können, einen „kontaktlosen“ Arzttermin wahrnehmen.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Frau Dr. Schwarz: Die Coronapandemie und ihre Auswirkungen beeinflussen unterschiedliche Lebensbereiche der Menschen. Durch vermehrtes Homeoffice und eingeschränkte Sportmöglichkeiten bewegen sich die Menschen weniger. Daraus können Gewichtszunahme und Fehlbelastungen entstehen. Nicht zu vergessen sind psychische Belastungen/ Erkrankungen, die durch Kontaktbeschränkungen bzw. die Pandemiesituation verstärkt werden können.

Es ist davon auszugehen, dass physische und psychische Beschwerden, insbesondere im Bereich der Schmerzmedizin, zunehmen werden. 

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Frau Dr. Schwarz: Ich versuche, jedem Patienten so zu begegnen, wie ich selbst als Patient behandelt werden möchte. Dabei lege ich Wert darauf, mir genügend Zeit für die Patienten zu nehmen und auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen.

Bei Fragestellungen, die eine Beurteilung aus einem anderen Fachbereich erfordern, zögere ich nicht, eine/n ärztliche/n Kollegen/-in bei der Behandlung hinzuzuziehen.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Frau Dr. Schwarz: Ehrlichkeit, Offenheit und Pünktlichkeit – Eigenschaften, die die Patienten auch von mir erwarten können.

Der Empfangsbereich der Praxis Dr. Schwarz. (© Schwarz)
jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Dr. Schwarz: Während meiner Tätigkeit in einer Hausarztpraxis stellte sich ein Patient mittleren Alters mit milden und zunächst unbedenklichen Beschwerden vor. Aufgrund eines „Bauchgefühls“ habe ich trotzdem eine umfassendere Untersuchung veranlasst. Leider ergab sich daraus eine Krebserkrankung mit Tochtergeschwulsten.

Aufgrund der frühen Diagnose konnten die entsprechenden Therapien rechtzeitig und erfolgreich erfolgen. Ich werde dieses Erlebnis nicht vergessen, da ich den Patienten auf diesem schwierigen Weg von Anfang an begleiten durfte. Aber auch weil er den Krankheitsverlauf durch viel Eigeninitiative (regelmäßiges Training zu Hause und Ernährung) positiv beeinflussen konnte.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Dr. Schwarz: Körper und Geist gehören zusammen und sind untrennbar. Ist das Gleichgewicht gestört, sollte an beiden Komponenten gearbeitet werden. Es ist wichtig, dass Sie sich rechtzeitig ärztliche Hilfe holen. Gegebenenfalls kann auch eine Zweitmeinung hilfreich sein. Geben Sie die Hoffnung nicht auf, es gibt unterschiedlichste Therapiemöglichkeiten.

Zur Praxis

Die Praxis ist ruhig in einem Innenhof nahe am Stiglmaierplatz gelegen. Der Stiglmaierplatz ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Parkmöglichkeiten sind leider sehr begrenzt. Wenn Sie sich an der Briennerstraße befinden, orientieren Sie sich am Volkstheater. Zwischen dem Trachtengeschäft „Dirndlliebe“ und dem Sanitätshaus „Allram“ nehmen Sie den Durchgang in den Innenhof (das „rote“ Tor ist meist geöffnet). Eine detaillierte Wegbeschreibung finden Sie auch auf meiner Homepage unter „Kontakt“.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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