Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. Daniel Klase

Dr. Klase

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© KlaseHerr Dr. Klase praktiziert als Neurochirurg in Hamburg. (© Klase)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. Daniel Klase interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Neurochirurg.

jameda: Herr Dr. Klase, was hat Sie motiviert, Neurochirurg zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Dr. Klase: Den Aufbau und die Funktion des menschlichen Körpers zu verstehen, hat mich immer gereizt und wohl maßgeblich dazu bewogen, Medizin zu studieren. Während der medizinischen Ausbildung kristallisierte sich dann zunehmend ein detektivisches Interesse heraus, anhand von Symptomen und Beschwerden die Fehlfunktionen v. a. des Nervensystems zu erkennen und für die Patienten einen Therapie-Vorschlag zu etablieren.

Daraus entwickelte sich mein Ausbildungsweg zum Facharzt für Neurochirurgie, ein weit gefächertes Fachgebiet, das vom Gehirn über die Wirbelsäule bis zum Fuß an verschiedensten Regionen des Körpers tätig wird, mich tagtäglich fasziniert und welches ich weiterhin gegen kein anderes Fach der Medizin eintauschen möchte.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Dr. Klase: Eines der Hauptsymptome in der Neurochirurgie ist der Schmerz, anhand dessen Charakter, Lokalisation und Begleiterscheinungen wie Gefühls- und Kraft-Veränderungen Rückschlüsse auf den Ursprung des Schmerzes gezogen werden können.

Der Schmerz ist für viele Patienten der Hauptantrieb, zum Arzt zu gehen. Durch meine Tätigkeit kann ich in einer Vielzahl der Fälle den Schmerz lindern respektive beseitigen und dadurch den Patienten ein Stück Lebensqualität zurückgeben.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Klase: Der Fortschritt im Fachgebiet der Radiologie mit hochauflösenden Bildern des zentralen wie spinalen und peripheren Nervensystems führt zu einem zunehmend besseren Verständnis von Erkrankungen, die wir bisher nicht gut erklären und somit auch nicht adäquat behandeln konnten. Auch die Ultraschall-Untersuchung von peripheren Nerven ist ein spannendes neues Feld und hilft zusätzlich bei der Diagnose.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Klase: Vor allem die Etablierung der digitalen Medizin im Praxisalltag (z. B. Therapie-Steuerung im Rahmen von Videosprechstunden) und Einführung von Leitlinien im Bereich der Wirbelsäulen- und Nervenchirurgie. Auf ihrer Grundlage können den Patienten für einzelne Krankheitsbilder die entsprechenden Behandlungswege präsentiert werden, die von allen an der Leitlinienentwicklung beteiligten Fachgebiete akzeptiert werden. 

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Klase: Hier bekomme ich vor allem die Rückmeldung von:

  • Viel Zeit beim Erstkontakt (30 min.)
  • genaue Erklärung der Ursachen für die Beschwerden
  • Aufzeigen der Therapiemöglichkeiten, sowohl konservativ wie auch operativ
  • langfristige Nachsorge der Patienten nach durchgeführten Operationen
  • Empfehlung von Kollegen, sofern ich die Beschwerden/Erkrankungen der Patienten nicht behandeln kann (Netzwerk)

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Klase: Vor allem ihre Geduld, Leidensfähigkeit und Lebensmut trotz häufig langjähriger Schmerzerkrankungen.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Klase: Kein bestimmtes, aber besonders schön sind immer die Schilderungen hochgradiger Schmerzlinderung von den Patienten, die eigentlich nicht mehr an eine deutliche Verbesserung geglaubt haben.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Klase: Raus aus den Stühlen und Sesseln und den Spaß an der Bewegung wieder entdecken. Dies bietet die Chance, vor allem muskulär aber auch arthrosebedingten Schmerzen der Wirbelsäule vorzubeugen und einen Teil der Therapie selbst in die Hand zu nehmen.

Zur Person

47 J. alt, seit 2007 Facharzt für Neurochirurgie, Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie, konservativ und operativ tätig in den Bereichen Wirbelsäule, periphere Nerven, operativ-interventionelle neurochirurgische Schmerztherapie vor allem neuropathischer Schmerzsyndrome (keine konservative Schmerztherapie-Übernahme), Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie, der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neuromodulation.

Zur Praxis

Seit 2002 im Hamburger Raum fest etablierte Facharztpraxis für Neurochirurgie, Praxisgemeinschaft mit den Kollegen Dr. med. Alvaro Rebolledo Godoy und Dr. med. Guido Pannier.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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