Migräne-Therapie: Diese traditionellen, alternativen und neuen Verfahren können helfen

Dr. Empl

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© Kurhan - fotoliaWie kann man Kopfschmerzen und Migräne vorbeugen? (© Kurhan - fotolia)Gelegentliche Kopfschmerzen kennt fast jeder. Für manche sind die Beschwerden jedoch ein regelmäßiger Begleiter ihres Alltags. Für diese Patienten ist es wichtig, eine zuverlässige Behandlung zu finden. Dabei muss zunächst geklärt werden, welche Kopfschmerzen genau vorliegen. Gegebenenfalls kann so auch eine gefährliche Ursache ausgeschlossen werden.

Migräne ist sehr häufig und sehr belastend

In der Praxis sind Migräne und ihre Unterformen die häufigste Kopfschmerzarten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stellt die Migräne an Platz Sechs der weltweiten Krankheiten, die die Lebensqualität am meisten beeinträchtigen.

Sehr häufig ist auch ein sogenannter Medikamentenübergebrauchskopfschmerz. Er entsteht dadurch, dass die häufige Einnahme von Schmerzmitteln paradoxerweise einen eigenständigen Kopfschmerz auslösen kann. Aber auch seltenere Arten wie der Clusterkopfschmerz können zu einem ausgeprägten Leidensdruck führen.

Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es?

Indem Details wie nächtliches Schnarchen oder Zähneknirschen bei morgendlichen Kopfschmerzen erfragt werden, kann der Arzt eine genaue Diagnose stellen.

Wenn eine genaue Krankengeschichte angelegt und eine gründliche neurologische Untersuchung durchgeführt wird, lässt sich fast immer eine genaue Diagnose finden. Gegebenenfalls kann auch auf technische Untersuchungen wie ein Kernspintomogramm oder eine Liquorpunktion mit Druckmessung zurückgegriffen werden.

So können Migräne-Attacken behandelt werden

Nachdem die korrekte Diagnose erstellt und weitere Begleitumstände geklärt wurden – beispielsweise morgendliche oder nächtliche Attacken oder Kopfschmerzen nach einem Wechsel der Pille – kann eine passgenaue, möglichst individuelle Behandlung beginnen.

Neben der medikamentösen Attackenbehandlung geht es bei Patienten mit häufigen Kopfschmerzen auch um eine Therapie, die den Beschwerden langfristig vorbeugt. Hier helfen unter anderem:

  • eine Lebensstiländerung (z.B. Auslöser meiden oder die Pille wechseln)
  • Entspannungstechniken
  • Sport
  • eine nichtinvasiven Vagusnervstimulation
  • medikamentöse Vorbeugung

Medikamentöse Vorbeugung der Migräne und Alternativen aus der Naturheilkunde

Zur medikamentösen Vorbeugung kommen prinzipiell klassische Substanzen in Frage, wie z.B.

  • Betablocker
  • Antidepressiva
  • Antiepileptika
  • Kalziumkanalblocker für die chronische Migräne

Viele Patienten stehen einer medikamentösen Vorbeugung skeptisch gegenüber, da sie mögliche Nebenwirkungen einer Dauermedikation fürchten. Für sie ist es wichtig, auch ein Bündel anderer nebenwirkungsarmer Maßnahmen zu kennen.

Neben gängigen Methoden wie der Akupunktur oder einer elektrischen Nervstimulation empfehle ich in diesem Fall auch gerne eine von der Universität Hamburg entwickelte Selbstregulationstechnik, die Introvision. Derzeit läuft im Klinikum Großhadern in München eine Studie zur Wirksamkeit von Introvision bei Migränepatienten.

Auch Botulinumtoxin-Injektionen können Kopfschmerzen und Migräne-Attacken lindern.

Neue Therapie-Optionen für Migräne ab Herbst 2018

Ab Herbst 2018 kann mit der Zulassung eines neuen vorbeugenden Medikaments mit einem anderem Wirkmechanismus gerechnet werden. Diese neuen Medikamente basieren auf einer Antikörper-Behandlung gegen ein Protein (CGRP), das während der Migräne-Attacke ausgeschüttet wird.

Da diese Medikamente antikörperbasiert sind, wird diese Behandlung teils auch „Migräne-Impfung“ genannt, obwohl das so nicht stimmt. Die Daten aus den Studien zeigen, dass sie für einen Teil der schwer betroffenen Patienten wirklich lebensverändernd sein kann.

Zusammenfassend lässt sich im Einzelfall mit medikamentösen und anderen Maßnahmen feststellen, dass sich Kopfschmerzen fast immer wesentlich bessern.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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