Propriozeptive Einlagen: Was ist das eigentlich?

© Dr. Bambach

Konventionelle Einlagen sind bekannt, sie unterstützen das Fußskelett. Doch was bewirken die zur Zeit noch weniger bekannten propriozeptiven Einlagen? Wie funktionieren sie?

Ein grundsätzlicher Unterschied besteht darin, dass bei herkömmlichen Einlagen der Fuß passiv unterstützt wird, während er durch propriozeptive Einlagen muskulär aktiviert wird.
Für das Verständnis der Einlagenfunktion muss man wissen, dass der Fuß ein Wahrnehmungsorgan für die Haltung ist. Die Stabilisierung des aufrechten Gangbildes erfolgt über:

  • Augen
  • Gleichgewichtsorgan (im Ohr)
  • Rezeptoren (Wahrnehmungsorgan) der Füße

Zur Funktionsweise

Die propriozeptive Einlage setzt gezielte Reize in den Sehnen der langen und kurzen Fußmuskeln, indem sie durch eingearbeitete Erhöhungen auf bestimmte Punkte drückt. In unseren Sehnen und Muskeln befinden sich Spannungsmesser (Rezeptoren). Das sind kleine, sensible Organe, welche regelmäßig Informationen über unsere Haltung an unser Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark) senden.

Werden propriozeptive Einlagen getragen, senden die Rezeptoren geänderte Signale. Dadurch werden bestimmte Muskeln ge-, andere entspannt. Die Einlage beeinflusst also die Fußmuskulatur.
Daraus folgt eine Verbesserung der Gelenkstellung und -statik. Es ergibt sich ein richtiger Trainingseffekt für die Muskulatur. Bewegungsabläufe sowie die Koordination des Laufens werden optimiert.

Drei Schritte zum Anfertigen einer optimalen propriozeptiven Einlage

1. Diagnose des Problems
2. Ganzheitlich orthopädische oder osteopathische Behandlung zur Verbesserung des Problems und der Biomechanik
3. Einlagenanfertigung durch einen erfahrenen, geschulten Fachmann

Dadurch kann eine langanhaltende Sicherung des Therapieergebnisses erreicht werden.

Anwendungsgebiete:

  • Fußschmerzen
  • Fußbrennen
  • Verspannungsschmerzen
  • Fußheberschwäche
  • Knickfuß
  • Zehenspitzenlaufen
  • Vermehrte Fußinnen- / Außenrotation
  • Fersen- / Knie- / Schienbeinschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Haltungsschwäche
  • Kopfschmerzen
  • Tinnitus
  • Mangelhafte Koordination
  • Gangunsicherheit

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (2)

Paul, 17.02.2014 - 08:44 Uhr

Wo gibt es solche Einlagen und welcher Orthopäde verschreibt sie?

tobias, 27.08.2013 - 15:44 Uhr

Gute Infos!!!

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