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Schmerzen an der Brustwirbelsäule: 3 Übungen, die helfen

Dr. Gaiser

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© lightwavemedia - fotoliaSchmerzen an der Brustwirbelsäule werden oft als Herzinfarkt interpretiert (© lightwavemedia - fotolia)Schmerzen im Brustkorb sind in den Notaufnahmen Deutschlands ein häufiges Krankheitsbild. Jeder denkt natürlich sofort an das Schlimmste - an einen Herzinfarkt. Obwohl er bei Männern mittleren Alters sicherlich häufig vorkommt und mit einem EKG und Bestimmung der Herzenzyme ausgeschlossen werden muss, gibt es auch andere häufige Ursachen des Brustkorbschmerzes aus dem orthopädischen Fachgebiet.

Wie ist der Brustkorb aufgebaut?

Die Brustwirbelsäule besteht aus zwölf Wirbelkörpern, die durch Bandscheiben und kleine Wirbelkörpergelenke verbunden sind. Von ihnen gehen jeweils seitlich über das Wirbel-Rippengelenk die paarigen Rippen ab, die sich vorne über das Brustbein-Rippen-Gelenk mit dem Brustbein verbinden. Die Rippen acht bis zehn münden nur knorpelig am Brustbein. Die Rippen elf und zwölf enden frei. 

Der Brustkorb ist relativ stabil und unbeweglich. Dennoch kann es zu krankhaften Bewegungen in der Brustwirbelsäule kommen, die ein "Blockierungsgeschehen" auslösen.

Wie entstehen die Schmerzen?

In den meisten Fällen ist eine beginnende Verschleißerkrankung der Brustwirbelsäule für die Schmerzen verantwortlich. Dabei verlieren zum einen die Bandscheiben Wasser, wodurch die Bandscheibenfächer Höhe einbüßen. Zum anderen werden die Knorpel an den kleinen Wirbelkörpergelenken aufgebraucht. Oftmals kommt es auch zu kleinen knöchernen Ausziehungen.

Durch das "Mehr an Bewegung" in den Bandscheibenfächern können die Gelenkfunktionen an den kleinen Wirbelkörpergelenken gestört werden. Hier spricht man vom sogenannten „Blockierungsgeschehen“. Dadurch wird in der Regel ein starker Schmerz zwischen den Schulterblättern ausgelöst, die sogenannte "BWS-Blockierung".

© monkeybusinessimages - iStockUm die Schmerzen zu behandeln können verschiedene Möglichkeiten in Frage (© monkeybusinessimages - iStock)Durch die knöchernen Ausziehungen können die Zwischenrippennerven gereizt werden. Dann strahlen die Schmerzen nach links, rechts und vorne aus. Hier spricht man von der sogenannten „Interkostalneuralgie“.

Was kann ich gegen die Schmerzen tun?

Wenn die Schmerzen stärker werden, können Sie sich durch drei einfache Übungen selbst helfen, die die Wirbelsäule mobilisieren.

  1. Der Patient begibt sich in den Vierfüßlerstand und wechselt mehrfach die Position vom Flachrücken zum Katzenbuckel.
  2. Der Patient liegt auf dem Rücken, stellt die Füße an und rotiert die Knie abwechselnd nach rechts bzw. links außen. Dabei dreht er den Kopf vorsichtig zur Gegenseite der Knierotation.
  3. Durch den Einsatz eines "Igelballs" oder einer Fazienrolle kann man Blockierungen selbst lösen. Dabei liegt der Patient in Rückenlage, legt die Rolle (oder Ähnliches) in die Mitte der Brustwirbelsäule und rollt langsam auf und ab.

Neben diesen Übungen empfiehlt es sich, über zwei bis drei Tage ein antientzündliches, schmerzstillendes Medikament einzunehmen.

Wenn sich die Beschwerden nicht wesentlich bessern, sollte ein manualmedizinisch erfahrener Orthopäde aufgesucht werden. Er kann die Blockierung nach eingehender Untersuchung durch gezielte Handgriffe mit einem Manipulationsmanöver lösen. Danach dauert es in der Regel noch zwei bis drei Tage, bis die Beschwerden vollständig abgeklungen sind, da sich die Reizzustände in Muskulatur und Faszie abbauen müssen.

Bandscheibenvorfälle sind an der Brustwirbelsäule extrem selten. Eine Schnittbilddiagnostik ist in der Regel nicht erforderlich. Auch Operationen an der Brustwirbelsäule gehören zu den Raritäten.

© Jacek Chabraszewski - FotoliaNordic Walking eignet sich hervorragend als Präventionstraining. (© Jacek Chabraszewski - Fotolia)Wie kann ich vorbeugen?

Die beste Therapie der Brustkorbschmerzen ist die Prävention, indem die unwillkürliche Tiefenmuskulatur aufgebaut wird. Das kann durch hochisolierende Trainingsmaschinen oder spezielle Übungen im Einbeinstand oder auf unruhigem Untergrund geschehen, was diese Muskeln gezielt anspricht.

Ergänzend ist eine Bewegungstherapie zu empfehlen, bei der die Brustwirbelsäule mobilisiert wird, wie z.B. Nordic Walking.

Bleiben Sie in Bewegung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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