Hypnose bei Schmerzen

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© bertys30 - fotoliaHypnose als Hilfe bei der Schmerztherapie (© bertys30 - fotolia)Viele Erkrankungen gehen mit Schmerzen einher - oft stellt der Schmerz eine äußerst belastende Komponente dar. Medikamente bringen oft Erleichterung, genauso oft allerdings sind sie auch verbunden mit Nebenwirkungen und dem Ausbleiben der erhofften Wirkung. Hypnose stellt eine nebenwirkungsfreie und äußerst gut verträgliche Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung. Einzige Voraussetzung ist die eigene Bereitschaft, an sich zu arbeiten und prinzipiell auch Lösungen für dieses Problem zuzulassen - das klingt banal, Schmerz ist aber ein komplexes Konstrukt mit dem der Körper dem Geist etwas mitteilen bzw. etwas erreichen möchte. In einigen Fällen erlangen Betroffene unterbewusst subtile Vorteile z.B. im zwischenmenschlichen Bereich, die ein „Verabschieden“ vom Symptom erschweren - schließlich möchte man einen bequemen Vorteil nicht so gerne „loslassen“ - alles das läuft in den meisten Fällen unterbewusst ab und genau das wiederum, lässt einen Ansatzpunkt für eine erfolgreiche Hypnosetherapie erkennen.

Das stufenweise Vorgehen bei der Hypnose

  1. Schmerzpatienten sind häufig angespannt, verspannt - dies ist Ausdruck des „inneren Kampfes“ und führt zu einer weiteren Verstärkung des Schmerzes. Sehr frühzeitig werden in der Therapie Selbsthypnosetechniken zur Entspannung vermittelt - tägliches Üben ist dringend empfohlen, um diese neue Fertigkeit des Gehirns zu trainieren und zu automatisieren, damit es irgendwann genauso automatisch und selbstverständlich funktioniert wie Gehen, Sprechen, Fahrradfahren oder mit Messer und Gabel essen!
  2. Nach dieser ersten Möglichkeit, das Geschehen wieder in die „eigenen Hände“ zu nehmen, erfolgt die genaue Analyse des Schmerzes: Wann ist er zuerst aufgetreten? Was hat dazu beigetragen? Was ist die Botschaft? Die Ursachen liegen meist - gut verdrängt und tief verschüttet - lange zurück! Ganz individuell erfolgt die Auflösung, wann immer es sinnvoll erscheint.
  3. Schmerzen sind nicht nur unangenehm, sie haben auch eine wichtige Signalkomponente. Sie schützen den Körper vor weiterem Schaden, sofern sie wahrgenommen, „gehört“ und entsprechende Verhaltensweisen abgeleitet und umgesetzt werden. Hypnose hilft dabei sehr effektiv im Erkennen und Umsetzen. Zu diesem Zeitpunkt der fortgeschrittenen Therapie wird der Schmerz auf einmal vom Gegner zum Freund - auch wenn er manchmal nervt!
  4. Freunde nerven manchmal nicht nur etwas, sondern ziemlich! Sie sind bisweilen wie kleine Kinder, die sich den ganzen Tag streiten, mit ordentlich Lärm, ohne dass es irgendetwas zu bedeuten hätte! Das sollte die Betroffenen nicht davon abhalten, ihr Leben zu leben, sich schönen Dingen zuzuwenden, während diese „nervigen Zeitgenossen“ im „Zimmer nebenan“ alleine streiten! Zu diesem Zeitpunkt der Therapie verschiebt sich der Fokus vom Schmerz weg, hin zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben!
  5. Doch wie wird es sein, wenn der einstige Mittelpunkt im Leben in den Hintergrund rückt? Zum Abschluss der Sitzungsreihe ist die, in die Zukunft gerichtete, Wahrnehmung wichtig. Denn alles, was zurückliegt, kommt nie wieder - auch wenn ein alter Freund mal wieder nervt! Kurz hingehört - nichts von Bedeutung! - und wieder vorwärts, der Zukunft entgegen! 

Eine neue Lebensqualität erreichen

Natürlich kann dieses Vorgehen nur eine vage Richtschnur darstellen, gibt aber einen guten Einblick in die wirksamen Prinzipien der Schmerzbehandlung in Hypnose. Der Grund des Schmerzes ist dabei erst einmal nicht so wichtig - ganz gleich, ob Bandscheibenschäden, Depressionen (ja genau, verursachen häufig sehr hartnäckige Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich!), Fibromyalgie, Migräne. Schmerz ist ein Symptom vieler Erkrankungen, die wiederum sehr eigene Behandlungsprinzipien in der Hypnose verlangen.
Eigene Mitarbeit und die Bereitschaft zur Veränderung vorausgesetzt, bestehen sehr gute Möglichkeiten, Schmerzen mit Hypnose effektiv zu behandeln. Natürlich ist es nicht möglich in wenigen Wochen bzw. Sitzungen ein ganzes Leben zu ändern - aber es kann ein Weg erkannt werden, der einlädt, gegangen zu werden - um ein selbstbestimmtes Leben zu leben - vielleicht immer noch mit (wenn auch weniger) Schmerzen, aber mit Sicherheit nicht mehr um des Schmerzes Willen!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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